Grossmann, beschriftet 1958: Handbemalter Zwerg mit Spatzenkorb 18 cm | Märchen-Holzbild

Grossmann Reit im Winkl, 1958 written on back: Hand-painted dwarf with sparrow basket | German Wall Figure

GROSSMANN, ZWERGE: Niedliche Wichtel waren quasi die Spezialität von Grossmann Reit im Winkl in Oberbayern. Die Grossmann-Zwerge entwickelten sich über fast ein halbes Jahrhundert hinweg. In den 1940er und 1950er Jahren wurden die Figuren noch komplett handbemalt, später folgte der Siebdruck. Auch die Gesichter der Wichtel veränderten sich im Laufe der Zeit: Die Köpfe wurden gemäß dem Kindchenschema größer und (noch) niedlicher, was bei den meisten anderen Herstellern von Märchen-Holzbildern damals auch der Fall war. Besonders schöne Beispiele: Der Schuhmacher-Zwerg mit seiner Werkstatt, der Nachtwächter-Zwerg mit langem Cape und der glückliche Zwerg mit Huckepack-Kind. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

🇬🇧 GROSSMANN, DWARFS: Cute gnomes were practically the specialty of Grossmann Reit im Winkl in Upper Bavaria. The Grossmann dwarf plaques developed over nearly half a century. In the 1940s and 1950s the figures were still entirely hand-painted, later screen-printed. The faces of the dwarfs changed over time as well: Their heads became larger and (even) cuter, in line with the so-called “baby schema,” which was also true of most other German Wall Figure manufacturers of the time. Particularly charming examples include: the shoemaker dwarf with his workshop, the night watch dwarf with a long cape, and the cheerful dwarf with a piggyback child. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1970er Märchenholzbild German Wall Figure Grossmann Reit im Winkl Zwerge 15 × 27 cm

1970er Grossmann: Glückliche Bollerwagen-Zwerge, Siebdruck 15x27cm [EN] Happy Handcart Dwarfs

GROSSMANN, E-MAILS: Ich bin sehr dankbar für die freundlichen E-Mail-Antworten von der Grossmann-Tochter Hannelore Grossmann vom Oktober 2016. „Hallo Frau Dietz, unsere Firma gibt es seit dem 01.08.1948. Ich finde es super, daß Sie die alten Holzbilder gesammelt haben. Viele Grüße aus Reit im Winkl, Hannelore Grossmann.“ Weitere E-Mails enthielten wertvolle Informationen: „Grossmann spricht man wie das kurze o in Frosch. Meine Eltern haben 1948 den Betrieb aus der Not heraus gegründet in Gudensberg bei Kassel. Dank der Malkunst und Fantasie meiner Mutter wurden u.a. die Holzbilder entwickelt und ca. 10 Jahre mit der Hand bemalt und danach im Siebdruck gefertigt. 1956 übersiedelten meine Eltern nach Reit im Winkl. In den 90er Jahren hatten wir 26 Mitarbeiter und haben weltweit geliefert. Heute produzieren wir nur noch Geburtstagszahlen und -Herzen in ganz kleinem Rahmen. Der Name meiner Mutter ist Martha Grossmann. Möglich, daß sie das Rotkäppchen (Anmerkung: Ich hatte ihr ein Foto gesendet) selbst bemalt hat, aber auf jeden Fall vorgezeichnet.“ (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

🇬🇧 GROSSMANN, EMAILS: I am very grateful for the kind email responses from Grossmann’s daughter Hannelore Grossmann, sent to me in October 2016. “Hello Ms. Dietz, our company has existed since August 1, 1948. I think it’s great that you collect the old wood pictures. Best wishes from Reit im Winkl, Hannelore Grossmann” (translated). The following emails contained further valuable information: “Grossmann is pronounced like the short o in ‘frog.’ My parents founded the company out of necessity in 1948 in Gudensberg near Kassel. Thanks to my mother’s painting skills and imagination, the wood figures, among other things, were created and painted by hand for about ten years, and later produced with screen printing. In 1956, my parents moved to Reit im Winkl. In the 1990s we had 26 employees and shipped worldwide. Today we only produce birthday numbers and hearts on a very small scale. My mother’s name was Martha Grossmann. It’s possible that she painted the Little Red Riding Hood (note: I had added a picture in my email), but she definitely drew the outlines.” (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1940er Märchenholzbild German Wall Figure Original Bergischer Engel Sterntaler 15 × 16 cm

1940er Original Bergischer Engel: Frühes Sterntaler mit ausgesägten Sternen, Handbemalt 15×16cm [EN] Star Money Girl with Cut-Out Stars

1950er Märchenholzbild German Wall Figure Original Bergischer Engel Hans im Glück 15 cm

1950er Original Bergischer Engel: Kleiner Hans im Glück mit O-Mund 15cm [EN] Small Hans in Luck with O-Mouth

ORIGINAL BERGISCHER ENGEL, O-MÜNDER: Die frühen Holzbilder des Original Bergischer Engel aus den 1940er Jahren hatten oft einen erstaunten Ausdruck, weil der Mund ein längliches „O“ formte. Johanna Gruner-Witkop, die erste Besitzerin und Künstlerin des Original Bergischer Engel, hat mir im neuen Jahrtausend erzählt, dass sie zu Beginn ihres Betriebs in den Vierzigerjahren eine Freundin mit Design-Erfahrung hatte, die ihr sagte, dass gerade niedliche O-Münder und blonde Locken beliebt waren. Daher findet man häufig beides bei den frühen, noch ganz handbemalten Figuren des OBE: Die Froschkönig-Prinzessin mit dem blauen Sternenrock, die erste Version der Schornsteinfegerin (Hampelmann), das kleine blaue Aschenputtel und die Köchin mit der großen roten Schleife (Hampelmann). Die originelle Fischverkäuferin mit der kleinen Metallglocke in der Hand (Hampelmann) hatte zwar dunkle Locken, aber auch ihr Mund formte ein „O“, weil sie ihren Fisch anpries.

[EN] ORIGINAL BERGISCHER ENGEL, O-MOUTHS: The early wood plaques by Original Bergischer Engel (1940s) often had an astonished expression because the mouth formed an elongated “O”. Johanna Gruner-Witkop, the first owner and artist of the Original Bergischer Engel, told me in the new millennium that when she started her business in the 1940s, she had a friend with design experience who told her that cute O-mouths and blonde curls were popular. That’s why you often find both on the early hand-painted figures by Original Bergischer Engel: on the Frog Prince princess with the blue starry skirt, the first chimney sweep girl (jumping jack), the little blue Cinderella and the chef girl with the big red bow (jumping jack). The fish seller woman with the small metal bell in her hand (jumping jack) had dark curly hair, but her shouting mouth also formed an “O”. (Buch/25)

1950er Märchenholzbild German Wall Figure Original Bergischer Engel Aschenputtel 15 cm

1950er Original Bergischer Engel: Kleines Aschenputtel mit Schnürmieder 15cm [EN] Small Cinderella with Black Bodice

ORIGINAL BERGISCHER ENGEL, SCHNÜRMIEDER: Johanna Gruner-Witkop (1928-2023) hatte im letzten Jahrhundert alle frühen Entwürfe des „Original Bergischer Engel” gemacht. Zu ihren hübschesten Wandfiguren gehören die Märchen-Mädchen mit den Schürmiedern, zum Beispiel die beiden noch ganz handbemalten Froschkönig-Prinzessinnen mit ihren ausgestellten Röcken in Blau und Pink. Beide haben ein schwarzes Mieder mit jeweils drei x-Kreuzen untereinander, womit die Schnur angedeutete werden sollte. Es gab auch noch weitere Figuren des Original Bergischer Engel mit einer Art Schnürmieder, aber vor allem kamen sie in den ersten Jahrzehnten vor, also von den 1940er bis zu den 1950er Jahren.

[EN] ORIGINAL BERGISCHER ENGEL, LACE-UP BODICE: Johanna Gruner-Witkop (1928–2023) created all the early designs of the “Original Bergischer Engel” in the last century. Among her prettiest wall figures are the fairy-tale girls wearing lace-up bodices, for example the two early hand-painted Frog Prince princesses with their flared skirts in blue and pink. Both have black bodices featuring three small X-shaped crosses arranged vertically, representing the lacing. There were also other figures by Original Bergischer Engel with a similar type of lace-up bodice, but they mainly appeared in the early decades, that is, from the 1940s to the 1950s. (10/25)

1950er Märchenholzbild German Wall Figure Original Bergischer Engel Gestiefelter Kater 15 cm

1950er Original Bergischer Engel: Gestiefelter Kater mit Hasenbeutel 15cm [EN] White Puss in Boots with Bunny Bag

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ORIGINAL BERGISCHER ENGEL, JOSEF WITKOP: Josef Witkop (1898-1971) war der Vater von Johanna Gruner-Witkop, der Künstlerin des Original Bergischer Engel. Sein Keramik- und Porzellangeschäft war im Zweiten Weltkrieg den Bomben zum Opfer gefallen. Die Familie Witkop zog nach Solingen und begann dort, Kunstgewerbe-Produkte aus Holz herzustellen und zu verkaufen. Josef Witkop wußte, dass seine Tochter Johanna (damals 17 Jahre alt) künstlerisch sehr begabt war und hatte darauf das neue Familiengeschäft aufgebaut; auf ihren Namen wurde der Betrieb auch angemeldet. Als Firmennamen wählte man „Original Bergischer Engel“, weil anfangs vor allem kleine Engelchen (zum Beispiel als Tischkartenhalter) hergestellt wurden und weil Solingen zu der Region „Bergisches Land“ gehört. Josef Witkop kümmerte sich fortan vor allem um die geschäftliche Seite, so dass die Märchen-Holzbilder und die originellen Hampelmänner aus Solingen-Wald bald in vielen Spielzeuggeschäften hingen.

[EN] ORIGINAL BERGISCHER ENGEL, JOSEF WITKOP: Josef Witkop (1898-1971) was the father of Johanna Gruner-Witkop, the artist of the Original Bergischer Engel. His ceramics and porcelain business was bombed and destroyed during the Second World War. So the Witkop family started making and selling pretty little fretsaw figures. Josef Witkop knew that his daughter Johanna (then 17 years old) was very talented artistically and he built the new family business on that foundation–it was also registered in his daughter’s name. “Original Bergischer Engel” was chosen as the company name, because initially many tiny angels were made (for example as place card holders) and because Solingen belongs to the “Bergisches Land” region. Josef Witkop primarily took care of the business side, so that the wood plaques and jumping jacks by the Original Bergischer Engel were soon hanging in many German toy stores. (Buch/25)

1960er Märchenholzbild German Wall Figure Original Bergischer Engel Zwerg 22 cm

1960er Original Bergischer Engel: Roter Flötenzwerg mit Sternen-Kapuze, Siebdruck 22cm [EN] Red Dwarf with Star Hood

1940er Märchenholzbild German Wall Figure Original Bergischer Engel Küken 14 cm

1940er Original Bergischer Engel: Niedliches Küken mit Schürze und Korb 14cm [EN] Cute Chick Lady with Basket

1940er Märchenholzbild German Wall Figure Original Bergischer Engel Dornröschen 19 cm

1940er Original Bergischer Engel: Dornröschen mit Kissen und Handspindel 19x17cm [EN] Midcentury Sleeping Beauty with Pillow (Märchen-Holzbild, German Wall Figure)

1950er Märchenholzbild German Wall Figure Grossmann Reit im Winkl Rotkäppchen 16 cm

1950er Grossmann Reit im Winkl: Rotkäppchen mit Fransentuch 16 cm [EN] Little Red Riding Hood with Fringed Shawl (Märchen-Holzbild, German Wall Figure)

GROSSMANN, MÄRCHEN: Obwohl Grossmann Reit im Winkl eigentlich der Spezialist für Zwergen-Holzbilder war, gibt es auch einige Märchenmotive. Am Sterntaler-Märchen lässt sich besonders gut verdeutlichen, wie sich die Figuren über die Jahrzehnte verändert haben: Das 1940er-Sterntaler war ernst, weiß, schmal und noch komplett handbemalt, wohingegen die 1970er-Figur niedlich, hellblau und eine Siebdruck-Figur war. Interessant ist, dass es das Sterntaler in den frühen Jahren auch mit schwarzen Haaren gab, mit einem Sternenkranz. Das häufigste Grossmann-Märchen war wohl das Schneewittchen, was wiederum gut zum Zwergen-Schwerpunkt von Grossmann passt. Weitere Märchen, die ich als Grossmann-Figuren kenne: Dornröschen, Rotkäppchen, Hans im Glück, Froschkönig, Aschenputtel, Brüderchen und Schwesterchen sowie die Gänsemagd, meist als niedliche Gänseliesel dargestellt.

🇬🇧 GROSSMANN, FAIRY TALES: Although Grossmann Reit im Winkl was primarily known for their wooden dwarf figures, this manufacturer also created a number of fairy tale motifs. Their German Wall Figure of the Star Money Girl (Sterntaler) is especially telling in how the figures changed over the decades: The 1940s version shows a solemn, slim girl in a white dress, still completely hand-painted and with finely detailed features and soft brushwork. In contrast, the 1970s version is cute and childlike, dressed in light blue and produced using the screen-printing technique. This production shift reflected economic efficiency, though at the cost of some of the handcrafted charm. (Buch/25)