1980er Mertens-Kunst: Rotkäppchen mit Schlapphut 23cm [EN] Little Red Riding Hood with Frilly Apron

MERTENS, MODERNE MERTENS-KUNST: Ich nenne diese Märchen-Holzbilder so, weil sie sehr spät entstanden sind – in den 1980er-Jahren. Aber alt sind sie doch: Von 1980 bis 2025 sind 45 Jahre vergangen, und im Jahr 2030 wird es ein halbes Jahrhundert sein. Unfassbar für Babyboomer: Das war doch erst vorgestern! Und selten sind diese Mertens-Figuren auch, denn die Auflagen wurden zum Ende hin immer geringer. Zu den allerletzten Märchenfiguren gehören zum Beispiel das Kätzchen-Dornröschen sowie die Hänsel und Gretel mit Schiebermütze.

[EN] MERTENS, MODERN MERTENS-KUNST: I call these 1980s German Wall Figures “modern” because they belong to the very last Mertens-Kunst creations. Still, they are old: from the 1980s to 2025, 45 years have passed, and in 2030 it will be half a century! Hard to believe for baby boomers—the Eighties feel like just yesterday. These wood pictures are also rare, as Mertens no longer produced them in large numbers. The very last fairy tale figures include, for example, the Sleeping Beauty with a kitten and Hansel and Gretel with flat cap. (Buch/25)

1950er Mertens-Kunst: Weißer Gestiefelter Kater mit grauen Streifen 24cm [EN] Midcentury Puss in Boots with Grey Stipes (Märchen-Holzbild, German Wall Figure)

MERTENS, GESTIEFELTER KATER: Ich kenne bisher lediglich vier verschiedene Märchen-Holzbilder, die Alfred Mertens von dem Gestiefelten Kater gemacht hat. Die älteste Figur ist weiß und nackt mit einem Gewehr; dann folgen ein weißer Kater mit einer roten Weste, ein weiß-grauer Kater mit offenem Cape und der schwarz-weiße Kater mit großen Augen.

🇬🇧 MERTENS, PUSS IN BOOTS: I have seen four different German Wall Figures of the Puss in Boots motif by Alfred Mertens so far. The oldest figure is white and naked with a rifle; then came white with a red vest, white-grey with an open cape, and white-black with cheerful large eyes. (Buch/25)

1960er Mertens-Kunst: Psychedelisches lila-weißes Schneewittchen 20cm [EN] Psychedelic Sixities Snow White with High Hair (Märchen-Holzbild, German Wall Figure)

PSYCHEDELISCHE ELEMENTE: Vor allem Mertens-Kunst hat seine Märchen-Holzbilder im Laufe der Jahrzehnte immer wieder der aktuellen Mode, dem aktuellen Design angepasst; man findet zum Beispiel in den 1960er und 1970er Jahren auch psychedelische Elemente auf den Mertens-Holzbildern. Sie wurden allerdings dezent verwendet; man erkennt sie oft erst auf den zweiten Blick. Bei einem Brüderchen und Schwesterchen von 1968 hat das Mädchen-Kopftuch psychedelische Kreise; und bei einem Schneewittchen von 1973 (mit der weißen Blume im Haar) ist es das Kleid, das unten am Saum psychedelisch anmutende Verzierungen hat.

🇬🇧 PSYCHEDELIC ELEMENTS: Over the decades, especially Mertens-Kunst has repeatedly adapted their German Wall Figures to the current fashion and the current design; for example, on the 1960s and 1970s Mertens figures, you can find psychedelic elements. However, they were used discreetly–you often only recognize them at second glance. On a 1968 Little Brother and Little Sister wood plaque, the girl’s headscarf has psychedelic circles, and on a 1973 Snow White (the one with the white flower in her hair), it’s the dress that has some psychedelic embellishments at the bottom. (Buch/25)

1980er Mertens-Kunst: Schneeweißchen und Rosenrot mit Westen 23cm [EN] Snow White and Rose Red with Vests (Märchen-Holzbild, German Wall Figure)

MODERNE MERTENS-KUNST: Ich nenne diese Märchen-Holzbilder so, weil sie sehr spät entstanden sind – in den 1980er-Jahren. Aber alt sind sie doch: Von 1980 bis 2025 sind 45 Jahre vergangen, und im Jahr 2030 wird es ein halbes Jahrhundert sein. Unfassbar für Babyboomer: Das war doch erst vorgestern! Und selten sind diese Mertens-Figuren auch, denn die Auflagen wurden zum Ende hin immer geringer. Zu den allerletzten Märchenfiguren gehören zum Beispiel das Kätzchen-Dornröschen sowie die Hänsel und Gretel mit Schiebermütze.

🇬🇧 MODERN MERTENS-KUNST: I call these 1980s German Wall Figures “modern” because they belong to the very last Mertens-Kunst creations. Still, they are old: from the 1980s to 2025, 45 years have passed, and in 2030 it will be half a century! Hard to believe for baby boomers—the Eighties feel like just yesterday. These wood pictures are also rare, as Mertens no longer produced them in large numbers. The very last fairy tale figures include, for example, the Sleeping Beauty with a kitten and Hansel and Gretel with flat cap. (Buch/25)

1980er Mertens-Kunst: Moderne Sieben Raben mit Haarblumen 22cm [EN] Seven Ravens with Hair Flowers (Märchen-Holzbild, German Wall Figure)

MODERNE MERTENS-KUNST: Ich nenne diese Märchen-Holzbilder so, weil sie sehr spät entstanden sind – in den 1980er-Jahren. Aber alt sind sie doch: Von 1980 bis 2025 sind 45 Jahre vergangen, und im Jahr 2030 wird es ein halbes Jahrhundert sein. Unfassbar für Babyboomer: Das war doch erst vorgestern! Und selten sind diese Mertens-Figuren auch, denn die Auflagen wurden zum Ende hin immer geringer. Zu den allerletzten Märchenfiguren gehören zum Beispiel das Kätzchen-Dornröschen sowie die Hänsel und Gretel mit Schiebermütze.

🇬🇧 MODERN MERTENS-KUNST: I call these 1980s German Wall Figures “modern” because they belong to the very last Mertens-Kunst creations. Still, they are old: from the 1980s to 2025, 45 years have passed, and in 2030 it will be half a century! Hard to believe for baby boomers—the Eighties feel like just yesterday. These wood pictures are also rare, as Mertens no longer produced them in large numbers. The very last fairy tale figures include, for example, the Sleeping Beauty with a kitten and Hansel and Gretel with flat cap. (Buch/25)

1960er Mertens-Kunst: Laternelaufen-Variante mit Katze, Siebdruck 25cm [EN] Paper Lantern Dwarf with Black Cat

LATERNE, LATERNE: Es gibt nicht viele, aber doch ein paar Märchen-Holzbilder zum Thema Laternelaufen am Martinstag (11. November, Sankt Martin von Tours). Babyboomer verbinden mit dieser Erinnerung oft ein anheimelnd schönes Laternelaufen-Gefühl: Man war im Dunkeln draußen und vom warm-gelben Kerzenlicht der Papierlaternen umgeben. Alle waren in guter Stimmung, weil man etwas Schönes gemeinsam machte, und es ging langsam auf die Adventszeit zu. Ein wunderschönes Motiv ist der Laterne-Zwerg von Mertens um 1960 herum: Er trägt eine Laterne in Regenbogenfarben, und es gibt ihn in verschiedenen Varianten – einmal mit einer schwarzen Katze. Es gibt allerdings auch einen sehr frühen Mertens-Zwerg mit einer Papierlaterne und nackten Beinen, aus den 1930er-Jahren: Er heißt „Muck“.

[EN] LANTERN, LANTERN: The kindergarten and primary school song “Laterne, Laterne” is linked to a German tradition for children. There, every child carries a paper lantern in the dark, accompanied by many other children and their parents, singing songs around St. Martin’s Day (November 11th). Wood pictures with this paper lantern motif are rather rare, but they do exist. For many German baby boomers, there are beautiful childhood memories connected to “lantern walking”: you were outside in the dark, surrounded by the warm yellow candlelight of paper lanterns. Everyone was in a good mood, doing something lovely together—and the promise of Christmas time was already in the air. Mertens made a beautiful “Laterne, Laterne” dwarf around 1960, carrying a rainbow-colored lantern. There are different versions, including one with a black cat. And in the 1930s, there was the naked knees gnome “Muck” with a yellow paper lantern. (Buch/25)

1950er Mertens-Kunst, Hampelmann: Max/Moritz mit eingeprägtem Stempel, Siebdruck 25cm [EN] Moritz with Diamond Pattern

MAX UND MORITZ: Die beiden Wilhelm-Busch-Bösewichter waren im letzten Jahrhundert besonders als Laubsägearbeiten sehr beliebt, vor allem bei Jungen. Die Vorlagen kamen zum Beispiel von Johannes Graupner/Graubele, der viele der insgesamt sieben Streiche produziert hat – als fertig bedruckte Laubsäge-Brettchen zum Aussägen. Neben den Hobbyarbeiten gab es auch einige Manufakturen-Arbeiten, zum Beispiel von Mertens und Original Bergischer Engel; diese sind aber als reine Kinder-Wandfiguren eher selten – das Motiv wurde von den Manufakturen meist als Hampelmann produziert. Die seltenste Figur stammt vom Original Bergischer Engel, denn es gibt sie nur als handbemaltes Muster, das nie veröffentlicht wurde: Man sieht auf der Figur Max und Moritz im Sack, ihre Beine ragen heraus, und der Müller trägt sie zur Mühle – und damit in ihren Tod. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] MAX AND MORITZ: The two Wilhelm Busch troublemakers were very popular in the last century as fretsaw figures, especially among boys. The templates came, for example, from Johannes Graupner/Graubele, who produced many of the seven pranks as pre-printed fretsaw boards to be cut out. In addition to those hobby pieces, there were also some professionally made wall figures—for example by Mertens and Original Bergischer Engel. However, these are rather rare as children’s wall plaques; the motif was far more frequently used on jumping jack figures. The rarest wall figure undoubtedly comes from Original Bergischer Engel, as it exists only as a hand-painted sample that was never published: The figure shows Max and Moritz inside a sack, their legs sticking out, and the miller carrying them to the mill—and thus to their death. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1960er Mertens-Kunst: Sieben-Raben-Schwester mit weißem Kleid 19 cm [EN] Midcentury 7 Ravens Sister in White Dress (Märchen-Holzbild, German Wall Figure)

ÄRA: Die Ära der Märchen-Holzbilder dauerte von den 1920er- bis zu den 1980er-Jahren. Vor allem in Deutschland wurden Millionen dieser Kinder-Wandfiguren hergestellt, aber auch im Ausland – besonders in den Niederlanden (viele mit dem Stempel „Holland“). Zu den großen deutschen Manufakturen gehörten vor allem Hellerkunst, Mertens-Kunst, Ravi-Kunst, Grossmann Reit im Winkl, Original Bergischer Engel, die Münchner-Kunst und viele mehr. Insgesamt – inklusive der vielen kleinen, inzwischen vergessenen Manufakturen – gab es in Deutschland wohl mehrere Hundert. Und natürlich entstanden auch zahlreiche Laubsägearbeiten, die zu Hause als Hobbyarbeit gefertigt wurden. Meist griff man dabei auf Vorlagen zurück, von denen es im letzten Jahrhundert eine große Auswahl gab.

🇬🇧 ABOUT THE ERA: The era of German Wall Figures lasted from the 1920s to the 1980s. In Germany, millions of these children’s wood pictures were produced, but also in other countries–especially the Netherlands (many with a “Holland” stamp). Large German manufacturers were Hellerkunst, Mertens-Kunst, Ravi-Kunst, Grossmann Reit im Winkl, Original Bergischer Engel, Münchner-Kunst, and many more. In total–including the many small, now-forgotten manufacturers–there were probably several hundred in Germany. And of course, there were also countless hobby craft items made at home, most often based on templates, which were widely available throughout the last century. (Buch/25)

1950er Mertens-Kunst: Froschkönig plus Seilbahn-Foto [EN] Frog Prince plus Cable Car Picture

MERTENS, ANFÄNGE: Mertens-Kunst hat sechs Jahrzehnte lang Holz-Wandfiguren produziert, von den frühen 1930er- bis zu den späten 1980er-Jahren. Der Gründer Alfred Mertens (Geburtsjahr 1898), war von Beruf Architekt, aber nach dem 1. Weltkrieg war die Arbeitslosigkeit groß und betraf auch Alfred Mertens. Nach der großen Inflation, die bis 1923 ging, wurden er und seine Frau Maria von einer Patentante gefragt, was sie tun würden, wenn sie 1000 Rentenmark (die neue Währung) geschenkt bekämen. So entstand das „Reutlinger Werkhaus“, ein Kunstgewerbegeschäft in Reutlingen – nur rund 30 km von Pfullingen entfernt, jener Stadt, in der Mertens-Kunst später in großem Rahmen produzieren sollte, aber erst ab 1936. Die allerersten Mertens-Holzbilder stammen aus den frühen 1930er Jahren und wurden noch im Reutlinger Kunsthaus hergestellt. Das Geschäft hatte im hinteren Bereich eine Werkstatt, in der Alfred Mertens, handwerklich äußert geschickt, zunächst andere Arten von Holzspielzeug herstellte, unter anderem auch Puppenstuben. Maria Mertens kümmerte sich um alles andere – um den Verkauf, die Finanzen und das Personal. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

🇬🇧 MERTENS, BEGINNINGS: Mertens-Kunst produced wood wall figures for six decades, from the early 1930s to the late 1980s. The founder, Alfred Mertens (born in 1898), was an architect by profession, but after World War I, unemployment was high and affected him as well. After the great inflation, which lasted until 1923, Alfred and his wife Maria were asked by a wealthy aunt what they would do if she gave them 1,000 Rentenmark—the new currency at the time. From this idea, the Reutlinger Werkhaus was born, a small arts and crafts shop in the town of Reutlingen—only about 30 kilometers from Pfullingen, the city where Mertens-Kunst would later begin large-scale production in 1936. The very first Mertens wood pictures date from the early 1930s and were still produced in the Reutlingen workshop. The shop had a small workshop in the back, where Alfred Mertens—extremely skilled with his hands—initially created other types of wooden toys, including dollhouse furniture. Maria Mertens managed everything else: sales, finances, and staff. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1950er Mertens-Kunst: Bunte Gretel mit roter Haarschleife 24 cm [EN] Colorful Midcentury Gretel with Red Hair Bow (Hampelmann, Jumping Jack)

MERTENS, HAMPELMÄNNER: Der große Spielzeug-Hersteller Alfred Mertens hat im letzten Jahrhundert mehrere Hundert verschiedene Hampelmänner produziert, mit teilweise sehr hohen Auflagen, wie zum Beispiel die berühmten Enten „Quack“ und „Quacksi“ aus den 1960er-Jahren. Auch bekannte Künstler entwarfen Hampelmänner für Mertens-Kunst; Ostheimer designte beispielsweise die „Michel“-Figur. Die allermeisten Hampelmann-Figuren wurden jedoch von Ute Mertens entworfen, der Tochter von Alfred Mertens. Manchmal steht der ganze Name, manchmal nur die gedruckte Signatur „Ute“ auf diesen Figuren, oft unten seitlich auf einem Fuß.

🇬🇧 MERTENS, JUMPING JACKS: Alfred Mertens produced several hundred different jumping jack toys in the last century—some in very high quantities, like the famous duck “Quack” from around the 1970s. There were also designs by Mertens from famous artists, such as the 1974 “Michel” figure by Ostheimer, labeled “Made in Western Germany.” However, most of the jumping jack figures were designed by Ute Mertens, the daughter of Alfred Mertens, with her full name on the backs. Some of her early figures carry only her printed signature “Ute,” often on the side of one of the feet. (Buch/25)