1940er Märchenholzbild Ravi-Kunst Schneewittchen, Babybauch

1940er Ravi-Kunst: Großes schwangeres Schneewittchen mit rotem Gürtel, Sperrholz, handbemalt, 32cm [EN] Midcentury Ravi-Kunst: Large pregnant Snow White with red belt, plywood, hand-painted, 32cm, German Wall Figure

RAVI, WER HAT’S GEZEICHNET? Jedes Ravi-Kunst-Gesicht wurde im letzten Jahrhundert handgezeichnet, direkt auf das Holz. Und jedes einzelne Ravi-Gesichter stammt entweder von Lisa Viertel oder von Erna Rath. Auch die weiteren Umrisse der Figur wurden von einer der beiden „Ravis“ gezeichnet (Ra wie Rath, Vi wie Viertel). Das Ausmalen der Kleidung und der Ränder wurde meist von anderen übernommen, zum Beispiel von „Fräulein Jalass“ in den 1940er Jahren und Wolf Paetow, dem Schwager von Erna Rath, in späteren Jahren. Die besonders zarten und feinen Gesichter stammen von Lisa Viertel; zart und fein wie Lisa Viertel selbst und oft mit sehr langen Wimpern – ebenfalls wie Lisa Viertel selbst. Der eindeutigste Hinweis auf die Zeichnerin der Gesichter ist jedoch das Entstehungsdatum, wenn man es denn kennt: Alle Ravi-Figuren, die nach 1963 entstanden sind, wurden von Erna Rath allein gezeichnet, da Lisa Viertel die Manufaktur 1963 verlassen hatte. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] RAVI, WHO DREW IT? Every Ravi-Kunst face was hand-drawn, directly onto the wood. Each of the Ravi faces was drawn either by Lisa Viertel or Erna Rath. The remaining outlines of the figure were also drawn by one of the two „Ravis“ (Ra like Rath, Vi like Viertel). The coloring of the clothing and edges was usually done by others, for example, by „Fräulein Jalass“ in the 1940s and Wolf Paetow, Erna Rath’s brother-in-law, in later years. The particularly delicate and fine faces are the work of Lisa Viertel–delicate and fine like Lisa Viertel herself, and often with very long eyelashes, also like Lisa Viertel herself. However, the clearest clue to the artist of the faces is the date of creation, if we only know it: All Ravi figures created after 1963 were drawn only by Erna Rath, since Lisa Viertel had left the studio in 1963. (From the book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1930er Märchenholzbild Zwerg, Studierzwerg unter Fliegenpilz

1930er Unbekannt: Studierzwerg unter großem Fliegenpilz, Sperrholz, Handbemalt 25 cm [EN] 1930s Unknown: Studying Gnome beneath a Large Fly Agaric, plywood, hand-painted, 25 cm

FLIEGENPILZE: Fliegenpilze waren beliebte Motive auf den Märchen-Holzbildern im letzten Jahrhundert. Sie sehen einfach reizend aus – obwohl es sich eigentlich um Giftpilze handelt. Der Zauber liegt wohl auch im Farbschema: ein kräftiges Rot als Kontrast zu den weißen Punkten. Das macht sie oft zu echten Hinguckern! Eine der schönsten Figuren mit diesem Motiv ist wohl der wunderbare „Glückspilz“ von Mertens – die kleine zarte Elfe mit dem großen Fliegenpilz-Hut aus den 1930er- und 1940er-Jahren. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] TOADSTOOLS: Toadstools, especially the fly agaric variety, were popular motifs on mid-century German Wall Figures. They look charming, even though they are actually poisonous. It’s probably the bold red color contrasted with white dots that makes them so visually appealing. One of the most beautiful figures featuring this motif is likely the little “Glückspilz” by Mertens–the small elf with the oversized toadstool hat, dating from the 1930s and the 1940s. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1920er Märchenholzbild Hellerkunst Aschenputtel, erster Katalog

1920er Hellerkunst: Frühes schlichtes „Aschenbrödel“, Sperrholz, handbemalt, 23cm [EN] Antique Hellerkunst: Very first Cinderella, plywood, hand-painted, 23cm, German Wall Figure

HELLER, DER BRAUNE STIFT: Ich habe Klaus Heller, einen Sohn von Magda Heller, im neuen Jahrtausend zu seinen Hellerkunst-Erinnerungen befragen dürfen. Dabei ging es häufig darum, ob eine mir unbekannte Figur von seiner Mutter sein könnte, weil der Zeichenstil ähnlich war. Bei einem Holzbild war sich Klaus Heller einmal sehr schnell sicher, dass es keine Magda-Heller-Figur sein konnte, weil die Konturen mit einem schwarzen Stift gezeichnet waren: „Meine Mutter hat immer einen braunen Stift benutzt“, sagte er vehement. Leider wusste er nicht mehr, was für ein Stift es genau gewesen war. Es wäre schön zu wissen, dass es vielleicht ein Faber-Castell-Stift war, in einem bestimmten Braunton, den es auch heute noch gibt. Dann könnte ich den Stift kaufen und darüber meditieren, wie Magda Heller damals mit solch einem Stift die zarten Gesichtszüge von Kindern auf das Holz gezaubert hat. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] HELLER, THE BROWN PENCIL: Klaus Heller, a son of Magda Heller, grew up with the Hellerkunst art. I am very grateful that he shared his memories with me several times in the new century. Very often this was about the question if a wood picture that was unknown to me, might be from his mother, because it had a similar style. One time he was very sure that a figure could not be his mother’s work because the outlines had been drawn with a black pencil. “My mother always used a brown pencil”, he said vehemently. Unfortunately he didn’t remember what exact kind of pencil it was. It would be lovely to know that it was for example a Faber-Castell pencil in a specific shade of brown that was still available today. Then I could buy this pencil and meditate about how Magda Heller once managed to draw those delicate children’s faces onto the wood with such a pencil. (From the book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1930er Märchenholzbild Niedersachsen-Kunst Kind, Soldat, Wachhäuschen

1930er Niedersachsen-Kunst: Soldatenjunge in kurzen Hosen mit Gewehr vor Wachhäuschen, Sperrholz, Handbemalt, 24cm [EN] 1930er Lower Saxony Art: Soldier boy in short pants with rifle in front of guardhouse, plywood, hand-painted, 24cm, German Wall Figure

NIEDERSACHSEN-KUNST: Dieser Hersteller hat in den 1930er und vielleicht auch noch in den frühen 1940er Jahren Märchen-Holzbilder produziert, aber auch Kindermotive und Zwerge. Sie wurden alle handbemalt. Auf vielen der Figuren kann man unten ein Grasbüschel sehen, und die Augen wurden mit braunem Bleistift gezeichnet, wie das auch bei Heller der Fall war. Vielleicht wurde die Werkstatt im Zweiten Weltkrieg ausgebombt? Ich kenne jedenfalls keine späteren Produkte dieses Herstellers. Weiß jemand mehr über Niedersachsen-Kunst? Bitte schreiben Sie mir! (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] NIEDERSACHSEN-KUNST: This manufacturer produced many German Wall Figures in the 1930s and maybe in the early 1940s, too. Most of those wood plaques were the classic Brothers Grimm’s motifs, but there were also children and dwarfs. All of them were hand-painted. On many of their figures you’ll find grass sprouting at the bottom. The eyes were painted with a brown pencil, like Heller did, too. This producer doesn’t seem to have survived the Second World War, maybe they got bombed out, like other manufacturers, too. Does anyone know more about this wonderful historic manufacturer? Please get in touch! (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1950er Hampelmann Ravi-Kunst Kind, Matrose, Ocean Liner

1940er Ravi-Kunst: Ocean Liner Hampelmann, „S.S. United States“ Matrose, handbemalt, Sperrholz, 18cm [EN] 1940s Ravi-Kunst: Ocean liner jumping jack, “S.S, United States” sailor, hand-painted, plywood, 18 cm

RAVI, MATROSEN: Ravi-Kunst hat um die Jahrhundertmitte herum viele kleine Hampelmann-Matrosen mit verschiedenen Texten auf der Mütze hergestellt. Sie wurden unter anderem auf amerikanischen Linienschiffen im Souvenir-Shop verkauft. Diese „Ocean Liner“ fuhren damals zwischen den USA und Europa. So steht bei einigen dieser Hampelmänner der Schiffsname auf der Kappe, zum Beispiel „S.S. United States“ (1952–1962): als Transatlantik-Reisesouvenir war diese Figur ein beliebtes Mitbringsel. Das S.S. stand für Steamship (Dampfschiff). Weitere Namen auf den Ravi-Matrosenkappen waren „Hamburg“ und „M.S. Victoria“. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN]: RAVI, SAILORS: Around the mid-20th century, Ravi-Kunst produced many small sailor jumping jacks with different inscriptions on their caps. Among other places, they were sold in souvenir shops aboard American ocean liners, which at the time operated routes between the USA and Europe. Some of these figures bear the ship’s name on the cap, for example “S.S. United States” (1952–1962): As a transatlantic travel souvenir, this figure was very popular. The S.S. stands for steamship. Other names found on Ravi sailor caps include “Hamburg” and “M.S. Victoria.” (From the book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1930er Märchenholzbild Mertens-Kunst Goldmarie, roter Gürtel

1930er Mertens-Kunst: Frühe Goldmarie mit Wasserfallhaaren (Frau Holle), Sperrholz, Handbemalt 23 cm [EN] Antique Alfred Mertens: Early Golden Mary with Red Belt (Mother Holle/Hulda), German Wall Figure

FRAU HOLLE: Es gibt zwei unterschiedliche Versionen von diesem Märchen. Bei den Brüdern Grimm hat Frau Holle erschreckend große Zähne, und die Mädchen bleiben namenlos. Bei Ludwig Bechstein hingegen ist „Frau Holle“ ein Mann, und die Mädchen heißen Goldmarie und Pechmarie. Trotzdem scheint es jeder zu verstehen, wenn von „Frau Holles Goldmarie“ die Rede ist. Frau Holle, Goldmarie und Pechmarie sind sehr beliebte Motive auf den alten Märchen-Holzbildern aus dem letzten Jahrhundert. Ich kenne sie zum Beispiel von Mertens, Ravi und Original Bergischer Engel. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] MOTHER HOLLE: There are two very different versions of this fairy tale. In the Brothers Grimm version, Mother Holle/Hulda has enormous, frightening teeth, and the girls remain unnamed. In Ludwig Bechstein’s version, “Mother Holle” is a man, and the girls are called Goldmarie (Golden Mary) and Pechmarie (Pitch Mary). However, everyone understands the phrase “Mother Holle’s Golden Mary” — at least if they know the story. Mother Holle, Golden Mary, and Pitch Mary are very popular motifs on German Wall Figures of the last century. I’ve seen them, for example, from Mertens, Ravi, and Original Bergischer Engel. (From the book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1930er Märchenholzbild Mertens-Kunst Pechmarie, roter Gürtel

1930er Mertens-Kunst: Frühe Pechmarie mit rotem Gürtel, Handbemalt 24cm [EN] Pitch Mary with Red Belt *

MERTENS-FAMILIE, LEBENSDATEN: Mertens-Kunst war über 60 Jahre lang ein Familienunternehmen. Hier die Lebensdaten der Mertens-Familie, der Eltern und der drei Kinder:
Alfred Mertens: 1898 – 1987
Maria Mertens:1904 – 2007
Reiner Mertens: 1929 – 1989
Gerulf Mertens: geb. 1934
Ute Mertens: 1937 – 1996

[EN] MERTENS FAMILY, BIOGRAPHICAL DATES: Mertens-Kunst was a family business for more than 60 years. The following are the life dates of the Mertens family members – the parents and their three children:
Alfred Mertens: 1898–1987
Maria Mertens: 1904–2007
Reiner Mertens: 1929–1989
Gerulf Mertens: born 1934

1930er Märchenholzbild Hellerkunst Kind, Faschingsjunge

1930er Hellerkunst: Faschingsjunge mit Luftschlangen, Handbemalt 27cm [EN] Carnival Boy with Streamers (Kinder-Holzbild, German Wall Figure)

HELLER, ERFINDER DER MÄRCHEN-HOLZBILDER: Es war Georg Heller, der in den 1920er Jahren als erster auf diese Idee gekommen war, so wird es auf der Heller-Website (Stand 2025) beschrieben. Ja, es hatte auch vorher schon viele Vorlagen für Laubsägearbeiten gegeben, aber diese Motive zeigten kaum Personen und es waren in der Regel auch keine flachen Wandfiguren. Außerdem ging es bei den alten Laubsägevorlagen meist um Hobbyarbeiten, während Hellerkunst durchweg nur großartige kunstgewerbliche Produkte herstellte. So hat das Ehepaar Georg und Magda Heller aus der Eifel etwas ins Leben gerufen, das ein Jahrhundertphänomen werden sollte: Die Ära der Märchen-Holzbilder, die von den 1920er bis zu den 1980er Jahren andauerte.

🇬🇧 HELLER, INVENTOR OF GERMAN WALL FIGURES: It was Georg Heller who first had the idea of producing fairy tale wood plaques, back in the 1920s. This is stated on the Heller website (as of 2025). Yes, there had been templates for fretwork items before, but those hardly showed people and most were not flat wall figures, either. Moreover, those older templates were meant for hobby craft, whereas Hellerkunst soon produced highly artistic decorative objects. So Georg and Magda Heller, the artist couple from the Eifel region, started something that would become a cultural phenomenon of the century: The era of German Wall Figures, lasting from the 1920s to the 1980s. (Buch/25)

1930er Märchenholzbild Mertens-Kunst Kind, Junge, schwarzer Anzug

1930er Mertens-Kunst: Trachtenjunge im schwarzen Anzug, Handbemalt 26cm [EN] 1930s German Wall Figure, Alfred Mertens: Traditional Costume Boy in Black Suit, hand-painted, 26 cm

MERTENS-FAMILIE, LEBENSDATEN: Mertens-Kunst war über 60 Jahre lang ein Familienunternehmen. Hier die Lebensdaten der Mertens-Familie, der Eltern und der drei Kinder:
Alfred Mertens: 1898 – 1987
Maria Mertens:1904 – 2007
Reiner Mertens: 1929 – 1989
Gerulf Mertens: geb. 1934
Ute Mertens: 1937 – 1996

[EN] MERTENS FAMILY, BIOGRAPHICAL DATES: Mertens-Kunst was a family business for more than 60 years. The following are the life dates of the Mertens family members – the parents and their three children:
Alfred Mertens: 1898–1987
Maria Mertens: 1904–2007
Reiner Mertens: 1929–1989
Gerulf Mertens: born 1934

1940er Märchenholzbild Mertens-Kunst Zwerg, nackte Beine, Kirschenkorb „Schnuck“

1940er Mertens-Kunst: Zwerg Schnuck mit Kirschkorb, Sperrholz, Handbemalt 26 cm [EN] 1940s German Wall Figure by Mertens-Kunst: Gnome “Schnuck” with Cherry Basket, plywood, hand-painted, 26 cm

FRÜHE MERTENS-KUNST: Die frühen Märchen-Holzbilder von Alfred Mertens waren noch komplett handbemalt. Sie stammen aus den 1930er und den frühen und mittleren 1940er Jahren. Danach kamen die ersten Einsätze von Schablonen, später der Siebdruck. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] EARLY MERTENS-KUNST: Alfred Mertens‘ early German Wall Figures were still entirely hand-painted. They date from the 1930s and the early to mid-1940s. Later, stencils were first used, followed by screen printing. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)