1950er Mertens-Kunst: Laternelaufen-Zwerg mit offenem Mund 24 cm

1950s Mertens-Kunst C41 Laterne, Laterne: Singing Lantern Dwarf | German Wall Figure Märchen-Holzbild

1930er Märchenholzbild German Wall Figure Unbekannt Kind 26 cm

1930er Unbekannt: Reizendes blondes Glockenblumen-Mädchen, Handbemalt, 26 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1930s Unknown: Charming Blonde Bluebell Girl, Hand-painted, 26 cm, German Wall Figure

MÄRCHEN ODER KEIN MÄRCHEN? Das ist die wichtigste Grundfrage zu den Motiven der Kinder-Wandfiguren aus dem letzten Jahrhundert. Die Holzbilder-Ära hatte im Grunde nur zwei Themenbereiche: Eine Figur war entweder ein Märchen oder kein Märchen. Dann war es oft ein reines Kindermotiv, zum Beispiel ein Frühlingskind mit Blumen oder ein frierender kleiner Junge mit Schneeball – wie die berühmte Heller-Figur aus den 1930er-Jahren. Die häufigsten Motive waren allerdings die klassischen Brüder-Grimm-Märchen, daher auch der Genre-Name: Märchen-Holzbilder.

🇬🇧 FAIRY TALE OR NOT A FAIRY TALE? That is the most important basic question concerning the motifs of last century’s German Wall Figures. You can divide the wood figure era into two main types: The figure either showed a fairy tale—or not. In the latter case, it was often a simple child motif, for example a spring girl with flowers or a freezing little boy with a snowball, like the famous Heller figure from the 1930s. Most of the motifs, however, were classic Brothers Grimm fairy tales—that’s why the German genre name is “Märchen-Holzbild,” meaning fairy tale wood picture. (Buch/25)

1950er Märchenholzbild German Wall Figure EW-Figuren Aschenputtel 20 cm

1940er EW-Figuren: Aschenputtel mit schwarzen Haaren und großen Augen, 20 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1940s EW Figuren: Cinderella with Black Hair and Big Eyes, 20 cm, German Wall Figure

EW-FIGUREN: Typisch für diesen Hersteller von Märchen-Holzbildern aus der Mitte des letzten Jahrhunderts sind die wunderschönen großen Augen und der Comic-Stil. Die Entwürfe sind äußerst originell, vermutlich einzigartig, denn ich kenne sie bisher von keiner anderen Manufaktur. Häufig werden Kinder aus Brüder-Grimm-Märchen dargestellt, aber es gibt zum Beispiel auch ein großes Kerzenkind mit einem kleinen Sack-Zwerg, der vermutlich den Sandmann darstellen soll. Besonders ungewöhnlich und sehr auffallend ist der Struwwelpeter mit schwarzen Fingernägeln. Einige Figuren tragen einen DDR-Preisaufkleber, was auf eine Herkunft aus Ostdeutschland hinweist. Wofür steht das Kürzel „EW“? Weiß jemand mehr über diese fast vergessene Manufaktur? Bitte schreiben Sie mir!

🇬🇧 EW FIGURES: The beautifully large eyes and the comic style are typical of the “EW Figures,” who produced German Wall Figures in the middle of the last century. Their designs are extremely original, probably unique, as I have not seen them from any other manufacturer. The Brothers Grimm fairy tale children are often depicted, but there is also a large candle child with a small sack dwarf, likely representing the Sandman. Particularly unusual and striking is the Struwwelpeter with black fingernails. Some figures bear a GDR price sticker, suggesting an East German origin. What does “EW” stand for? Does anyone know more about this great and almost forgotten decorative arts manufacturer? Please contact me! (Buch/25)

1930er Märchenholzbild German Wall Figure Unbekannt/Pfeil? Aschenputtel

1930er Pfeil (?): Filigranes kniendes blaues Aschenputtel, Handbemalt, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1930s Pfeil (?): Filigree Kneeling Blue Cinderella, Hand-painted, German Wall Figure

PFEIL, STUTTGART-VAIHINGEN: Es gibt einen kleinen Wanderer mit Stock und Stiefeln vom Hersteller „Pfeil“. Auf dem weißen Aufkleber steht „Pfeil (mit Asterisk-Sternchen daneben), Handgemalt, Stuttgart-Vaihingen.“ Interessant sind die weißen Streifen auf dem grünen Dreiecks-Sockel, denn das Holzbild stammt aus einer Sammlung von mehreren Figuren, die alle Streifen auf den jeweiligen Dreiecks-Sockeln haben, jedoch keine Rückseiten-Kennzeichnung. Es kann Zufall sein, zumal die anderen Figuren aus etwas dünnerem Holz sind (wenngleich vermutlich ebenfalls aus den 1930er Jahren), aber ich möchte sie erwähnen, weil sie besonders markant sind: Ein Schneewittchen im hellblauen Kleid, das mit erhobenem Finger einen Zwerg ermahnt, ein Barfuß-Kerzenmädchen im gelben Nachthemd, ein auf einem Bein kniendes Aschenputtel in Blautönen und ein besonders ängstlich dreinschauendes Rotkäppchen.

🇬🇧 PFEIL, STUTTGART-VAIHINGEN: I know a German Wall Figure with a little hiker with hiking stick and boots from the manufacturer Pfeil. The white back sticker says: “Pfeil (with asterisk stars next to it), Handgemalt, Stuttgart-Vaihingen.” The white stripes on the front of the green triangular base are interesting, because this wood plaque comes from a collection of figures that also have additional stripes on their triangular bases, but no markings on the back. It may be a coincidence, especially since the other figures are made of slightly thinner wood (although probably also from the 1930s), but I would like to mention them because they are particularly striking: a Snow White in a light blue dress admonishing a dwarf with her raised finger, a barefoot candle girl in a yellow nightgown, a blue Cinderella kneeling on one leg and a particularly frightened-looking Little Red Riding Hood. (Buch/25)

1940er Hellerkunst: Weihnachtlicher roter Gitarrenengel 22 cm

1940s Hellerkunst: Red Guitar Angel in Christmas Style | German Wall Figure Märchen-Holzbild

1940er Märchenholzbild German Wall Figure Ravi-Kunst Dornröschen 21 cm

1940er Ravi-Kunst: Filigranes hellblaues Dornröschen, Handbemalt, 21 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1940s Ravi-Kunst: Filigree Light Blue Sleeping Beauty, Hand-painted, 21 cm, German Wall Figure

1950er Mertens-Kunst: Glücklicher Zwerg unter großer Mohnblume 25 cm

1950s Mertens-Kunst C52 Sommer: Happy Dwarf beneath a Large Poppy Flower | German Wall Figure Märchen-Holzbild

Datum 1961 Weihnachten Märchenholzbild German Wall Figure Ravi-Kunst Kind

Ravi-Kunst von „Weihnachten 1961“: Schneemann-Kind mit blauem Hoodie, Handbemalt, Märchen-Holzbild 🇬🇧 Ravi-Kunst dated “Christmas 1961”: Snowman Child with Blue Hoodie, Hand-painted, German Wall Figure

1940er Märchenholzbild German Wall Figure Original Bergischer Engel Hänsel Gretel

1940er Original Bergischer Engel: Reizende Hänsel und Gretel mit Baumstumpf, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1940s Original Bergischer Engel: Charming Hansel and Gretel with Tree Stump, German Wall Figure

1930er Märchenholzbild German Wall Figure Wrangell-Kunst Sterntaler 26 cm

1930er Wrangell-Kunst/Karin von Wrangel: Rotes Sterntaler mit kurzen Haaren, Handbemalt, 26 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1930s Wrangell-Kunst/Karin von Wrangel: Red Star Money Girl with Short Hair, Hand-painted, 26 cm, German Wall Figure

WRANGEL/WRANGELL, FIRMENGESCHICHTE: Freundlicherweise hat Ingela Storhas, die Großnichte von Karin von Wrangell, mir in mehreren E-Mails über ihre verstorbene Großtante erzählt. Sie schrieb mir am 23.8.2018: „Karin von Wrangell. geb. 30.07. 1900 in Alp (Estland) gest. 20. 06. 1979 in Schielberg bei Bad Herrenalp. Firmengeschichte: 1920/21 Ausbildung als Kindergärtnerin und Werklehrerin im Pestalozzi-Fröbel-Haus in Berlin. Beginn einer Kunstgewerblichen Werkstatt zu Hause in Berlin. 1930 Umzug nach Lindau. Einrichtung einer neuen Werkstatt für Märchenfiguren in Lindau-Reutin mit mehreren Angestellten, Mitwirkung Prof. Gollwitzer. Die Schwester (Ingeborg) übernimmt die Vertretung auf der Leipziger Messe, internationale Exporte. Ab 1933 werden alle Auslandsaufträge annulliert. 1936 stirbt der Vater. Die Firma wird nach Stuttgart verlegt. 1944 wird bei einem Luftangriff Wohnung und Werkstatt total zerstört. Die Schwester erleidet eine Phosphorvergiftung. Die Mutter und Karin finden ein Ausweichquartier in Freiburg. 1947 wird versucht, die Firma in Welzheim wieder aufleben zu lassen mit einem Generalvertreter. Karin liefert die Entwürfe. Vielleicht entstand damals das andere Logo Wrangel-Kunst. Unter anderem wurden auch sog. Märchen-Schachteln entworfen und produziert. Dabei wurden die wichtigsten Figuren eines Märchens plastisch aus Holz ausgeschnitten zum Aufstellen, die in einer Schachtel ca. 15 x 15 cm [sic] verpackt waren. 1948 erkrankt Karin sehr schwer und muß für Wochen ins Krankenhaus. Der Betrieb meldet Konkurs an. Danach werden keine Holzfiguren mehr hergestellt. Nebenher bildete Karin sich weiter als Malerin und formgebende Künstlerin aus. Später hat sie sich bis an ihr Lebensende als Portrait-Malerin betätigt. Ich selbst besitze, außer einigen Weihnachtsbaum-Figürchen aus der allerersten Zeit, keine hölzernen Wandfiguren von ihr. Jedoch einiges andere aus Ihrem sehr vielseitigen Schaffenswerk. Ich hoffe, Ihnen meine Tante mit diesen Auskünften etwas näher gebracht zu haben. Es war offensichtlich der damaligen Zeit geschuldet, daß man sich mit irgend etwas über Wasser halten mußte, auch wenn man eigentlich ein ganz anderes Talent besaß. Mit freundlichen Grüßen, Ihre Ingela Storhas- von Wrangell“.

🇬🇧 WRANGEL/WRANGELL, COMPANY HISTORY: Ingela Storhas, the grandniece of Karin von Wrangell, kindly shared information with me about her late great-aunt in several emails. She wrote on August 23, 2018: “Karin von Wrangell, born July 30, 1900 in Alp (Estonia), died June 20, 1979 in Schielberg near Bad Herrenalb. Company history: In 1920/21, she trained as a kindergarten teacher and handicraft instructor at the Pestalozzi-Fröbel-Haus in Berlin. She started an arts and crafts workshop at her home in Berlin. In 1930, she moved to Lindau and set up a new workshop for fairy tale figures in Lindau-Reutin with several employees, with involvement from Professor Gollwitzer. Her sister (Ingeborg) represented the company at the Leipzig Trade Fair; there were international exports. As of 1933, all foreign orders were cancelled. In 1936, their father died. The company was relocated to Stuttgart. In 1944, a bombing raid completely destroyed their home and workshop. Her sister suffered a phosphorus poisoning. Karin and her mother found alternative accommodation in Freiburg. In 1947, they attempted to revive the business in Welzheim with the help of a general sales representative. Karin provided the designs. Perhaps that’s when the other logo ‚Wrangel-Kunst‘ was created. Among other things, so-called fairy tale boxes were designed and produced. These included the key characters of a fairy tale, cut out of wood, to be set up as a scene. They were packed in boxes of about 15 x 15 cm [sic]. In 1948, Karin fell seriously ill and had to stay in the hospital for several weeks. The business filed for bankruptcy. After that, no more wooden figures were produced. Alongside, Karin continued to train as a painter and a sculptural artist. Later, she worked as a portrait painter until the end of her life. I myself, apart from a few small Christmas tree figures from the very earliest period, do not own any wooden wall figures by her. However, I do own several other works from her very diverse creative output. I hope I have been able to give you a closer impression of my aunt with this information. It was obviously a sign of the times that one had to make ends meet somehow–even if one’s real talent lay elsewhere. With kind regards, Yours, Ingela Storhas-von Wrangell.” (Buch/25)