1970er Laubsägearbeit German Wall Figure Graupner Gänsemagd, Felicitas Kuhn 21 cm

1970er Graupner: Hübsche Felicitas-Kuhn-Gänsemagd mit großen Augen, 21 cm Laubsägearbeit 🇬🇧 1970s Graupner: Pretty Felicitas Kuhn Goose Girl with Big Eyes, 21 cm Hobby Craft

FELICITAS KUHN: Es gibt Laubsägevorlagen von Graupner, die von der berühmten österreichischen Kinderbuch-Illustratorin Felicitas Kuhn (1926–2022) entworfen wurden. Johannes Graupner investierte damals viel Geld, um die Motive talentierter Zeichnerinnen und Zeichner nutzen zu dürfen – das war ein wesentlicher Teil seines Erfolgsgeheimnisses. So entstanden besonders schöne Laubsägearbeiten mit besonders reizvollen Motiven!

🇬🇧 FELICITAS KUHN: There are fretsaw templates by Graupner/Graubele that were designed by the famous Austrian children’s book illustrator Felicitas Kuhn (1926–2022). Johannes Graupner invested a lot of money to obtain the rights to use designs by talented artists. That was a key part of what made his hobby fretsaw templates so appealing and successful! (Buch/25)

1930er Laubsägearbeit German Wall Figure Graupner Leute, Trachtenpaar mit Apfelkind 15 cm

1930er Graupner: Trachtenpaar mit Apfelkind und Spitz-Hund, 15 cm (Katalog Nr. 5084), Laubsägearbeit 🇬🇧 1930s Graubele: Traditional Costume Couple with Apple Child and Spitz Dog, 15 cm (Catalog No. 5084), Hobby Craft

GRAUPNER, ÜBERSICHT: Johannes Graupner war ein bedeutender Hersteller von Laubsägevorlagen, die von 1930er- bis zu den 1990er Jahren hergestellt wurden. Er gründete seine Firma, indem er Anfang der 1930er Jahre ein in Cannstatt (Stuttgart) ansässiges Unternehmen übernahm, das Vorlagen für Laubsägearbeiten herstellte. Der neue Betrieb entwickelte sich zu einem Familienunternehmen und brachte wunderschöne Vorlagen hervor – nach und nach unter drei verschiedenen Namen: Cannstatter Laubsäge-Arbeiten, Graupner und Graubele. Der älteste mir bekannte Graupner-Katalog stammt aus den 1930er Jahren. Später erschienen die meisten Vorlagen unter dem Namen „Graubele“. Ab etwa 1959 wurde wieder der Name „Graupner“ verwendet, bis in die 1990er Jahre hinein.

🇬🇧 GRAUPNER, OVERVIEW: Johannes Graupner was a major producer of fretsaw figure templates from the 1930s to the 1990s. He founded his company by taking over a Cannstatt (Stuttgart) business that had been producing fretsaw templates in the early 1930s. The new business developed into a family-run company that produced beautiful templates under three different names over time: Cannstatter Laubsäge-Arbeiten, Graupner, and Graubele. The oldest Graupner catalog I know dates back to the 1930s. Later, most templates were published under the name “Graubele.” From around 1959 onward, the name “Graupner” was used again until the 1990s. (Buch/25) 11. Made in Germany / Kitsch German Design 4/22

1950er Laubsägearbeit German Wall Figure Unbekannt Rotkäppchen, selbstsicher

1950er Unbekannt: Selbstsicheres Curvy-Rotkäppchen, Handbemalt, Laubsägearbeit 🇬🇧 Midcentury Unknown: Confident Curvy Little Red Riding Hood, Hand-painted, Hobby Craft

KINDERBUCH-MOTIV? Teilweise wurde eine altes Kinderbuch als Vorlage genommen, um Laubsägearbeiten herzustellen. Hier könnte das der Fall gewesen sein. Es gibt so viele wunderschöne alte Kinderbücher mit traditionellen Märchen-Illustrationen.

🇬🇧 CHILDREN’S BOOK ILLUSTRATION? Sometimes people used an old children’s book illustration to produce a hobby fretsaw figure. That might have been the case here. There are so many beautiful vintage children’s book with traditional fairy tales. (9/5)

1940er Laubsägearbeit German Wall Figure Unbekannt Engelpaar, Liederblatt 12 cm

1940er Unbekannt: Doppelseitige! kleine Engel mit Kronen-Heiligenschein, 12cm, Laubsägearbeit 🇬🇧 1940s German Wall Figure by Unknown: Double-sided! Small Angel with Crown Halo, 12cm, Hobby Craft

ENGEL UND RELIGIÖSES: Religiöse Themen sind auf den historischen Märchen-Holzbildern kaum zu finden. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen: Zum einen das Weihnachtsmotiv, insbesondere die Krippenszene von Bethlehem mit Maria, Josef und dem Jesuskind. Die zweite Ausnahme sind Engel – sie werden von vielen Menschen nicht zwingend mit Religion verbunden: Selbst viele Nicht-Religiöse schätzen Engel als geliebte Schutzsymbole.

🇬🇧 ANGELS AND RELIGIOUS MOTIFS: Religious themes are rarely found on historic German Wall Figures. But there are two exceptions: One is the subject of Christmas, especially the nativity scene with Mary, Joseph, and the baby Jesus in the manger. The second exception are angels, which many people do not necessarily associate with religion: Even non-religious people often cherish angels as beloved symbols of protection. (Buch/25)

1940er Unbekannt: Rosa Drachenprinzessin aus der Goldtorsammlung

Goldtor-Sammlung: Ich kenne eine Sammlung von Laubsägearbeiten, bei der mehrere Figuren die Jahreszahl 1947 tragen und eine Figur das Jahr 1950 trägt. Es handelt sich um ungewöhnliche Motive, wie etwa eine Goldmarie mit ihrem Goldtor, an dem beidseitig Fäden angebracht wurden. Die Sammlung enthält weitere berühmte Klassiker wie Hänsel und Gretel mit der Hexe, ein Rotkäppchen sowie ein Brüderchen und Schwesterchen. Das seltsamste Motiv zeigt eine rosa Prinzessin mit einem vierköpfigen Drachen. Die Vorlagen dieser Motive sind mir gänzlich unbekannt – möglicherweise stammen sie aus einem alten Märchenbuch, dessen Zeichnungen hier kopiert worden sind.

Zweiter Weltkrieg: Historisches Foto von Hedi Düll (1904–1982) in Rothenburg

Hedi Düll (1904–1982) gehört zu den vielen Frauen, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg unter schwierigen Umständen allein für ihre Familie sorgen mussten. Ihr Sohn Horst Düll erinnerte sich im neuen Jahrtausend: „Als kurz nach dem Krieg meine Mutter allein für meinen Bruder und mich den Unterhalt verdienen musste, kam sie auf die Idee mit diesen Märchenfiguren … Ich war damals zehn Jahre alt und habe noch immer den Duft des Sperrholzes und der Farben in Erinnerung, und ich durfte höchstens die Späne wegschleifen. Mein drei Jahre älterer Bruder Willi sägte die Sperrholzfiguren mit einer einfachen Laubsäge aus und trug die Hauptfarben auf. Meine Mutter behielt sich vor, mit feinen Pinselstrichen die Nuancen auf den Gesichtern, den Gewändern und den Händen zu malen. Nur durch eine Freundin, die mit einem Sägewerkbesitzer verheiratet war, kam meine Mutter wohl an das Sperrholz, und eine andere Freundin hatte ein Farbengeschäft. Die Vorlagen entlehnte sie wohl mehr oder weniger den Aussägefiguren aus unserem Kinderzimmer. Der Verkauf erfolgte über ein Woll- und Kleidergeschäft in Rothenburg ob der Tauber. Und die Abnehmer? Das waren ganz überwiegend amerikanische Soldaten. Wenn ich mich richtig erinnere, bekam sie etwa sechs oder sieben Reichsmark dafür.“

Mein Buch/My Book „Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures“, Christiane Dietz, Amazon

Link zum Buch HIER

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Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder / Book: Vintage German Wall Figures