1940er Unbekannt: Schönes filigranes Rotkäppchen mit Schattenwurf, Handbemalt, 20 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1940s Unknown: Beautiful Delicate Little Red Riding Hood with Shadow Effect, Hand-painted, 20 cm, German Wall Figure

UNBEKANNTE MANUFAKTUREN: Es gab im letzten Jahrhundert sehr viele Hersteller von Märchen-Holzbildern; es waren sicher viele Hundert verschiedene. Ich bin immer froh, wenn ein Herstellername auf der Rückseite einer Figur steht. Oft ist das aber nicht der Fall und ich bin auf Hinweise von anderen angewiesen. Wenn Sie etwas über mir unbekannte (oder auch bekannte) historische Holzbild-Manufakturen wissen, melden Sie sich bitte! So viel Wissen ist schon verloren gegangen, aber manchmal können sich die Nachfahren einer Manufaktur, zum Beispiel Enkel oder Urenkel noch daran erinnern oder jemand kennt jemanden, der bei einem Hersteller der alten Wandfiguren gearbeitet hat, in Deutschland oder auch in anderen Ländern, vie zum Beispiel den Niederlanden.

🇬🇧 UNKNOWN MANUFACTURERS: There were so many manufacturers of German Wall Figures in the last century–it must have been hundreds of different ones. I’m always happy when there’s a producer’s name on the back of a wood picture. But very often that’s not the case and I need help from others out there. If you know something about unknown old manufactures (or about known ones, too,)–please get in touch! So much knowledge is already gone, but sometimes the descendants of a manufacturer, for example grandchildren or great-grandchildren might remember things or someone might know someone who once worked for a producer of the old children’s wall figures, in Germany or other countries, for example the Netherlands, too. (Buch/25)

1950er Unbekannt: Hübscher großer Hans im Glück mit oranger Zipfelmütze, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s Unknown: Pretty Large Hans in Luck with Orange Pointed Cap, German Wall Figure

ÄRA: Die Ära der Märchen-Holzbilder dauerte von den 1920er- bis zu den 1980er-Jahren. Vor allem in Deutschland wurden Millionen dieser Kinder-Wandfiguren hergestellt, aber auch im Ausland – besonders in den Niederlanden. Zu den großen deutschen Manufakturen gehörten vor allem Hellerkunst, Mertens-Kunst, Ravi-Kunst, Grossmann Reit im Winkl, Original Bergischer Engel, die Münchner-Kunst und viele mehr. Insgesamt – inklusive der vielen kleinen, inzwischen vergessenen Manufakturen – gab es in Deutschland wohl mehrere Hundert. Und natürlich entstanden auch zahlreiche Laubsägearbeiten, die zu Hause als Hobbyarbeit gefertigt wurden. Meist griff man dabei auf Vorlagen zurück, von denen es im letzten Jahrhundert eine große Auswahl gab.

🇬🇧 ABOUT THE ERA: The era of German Wall Figures lasted from the 1920s to the 1980s. In Germany, millions of these children’s wood pictures were produced, but also in other countries–especially the Netherlands. Large German manufacturers were Hellerkunst, Mertens-Kunst, Ravi-Kunst, Grossmann Reit im Winkl, Original Bergischer Engel, Münchner-Kunst, and many more. In total–including the many small, now-forgotten manufacturers–there were probably several hundred in Germany. And of course, there were also countless hobby craft items made at home, most often based on templates, which were widely available throughout the last century. (9/5)

1940er Unbekannte „Bürobedarf-Serie“: Niedlicher kleiner Junge mit Huckepack-Schwesterchen, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1940s Unknown “Stationery Series”: Cute Small Boy with Piggyback Sister, German Wall Figure

BÜROBEDARF-SERIE: Dieser mir unbekannte Hersteller von Märchen-Holzbildern scheint aus dem Ruhrgebiet zu stammen. Von ihm stammt zum Beispiel das kleine Mädchen mit der riesigen roten Haarschleife, das einen Plüschesel am Ohr festhält – vermutlich aus den 1940er-Jahren. Einige Figuren stammen aus einem „Bürobedarf“-Geschäft, und im Laufe der Jahre habe ich sie deshalb unter „Bürobedarf-Serie“ abgespeichert. Falls jemand den tatsächlichen Namen des Herstellers kennt, würde ich mich sehr über eine Rückmeldung freuen! Auf den Rückseiten habe ich folgende Stempel/Aufkleber gefunden: „Pferdekämper Bürobedarf Dortmund“, „Paul Hildebrand Dortmund“, „Josef Oettgen Köln, Am Hof 1“ und „Franz Hammen(?), Augsburg“. Die Holzbilder haben einen sehr markanten Stil: weiche Linien, sehr niedlich und äußerst filigran gezeichnet. Weitere Beispiele: das liebevolle kleine Mädchen auf dem roten Stuhl mit ihrer Petticoat-Puppe, ein großes Hexenhaus und ein noch größeres Rotkäppchen, das gerade von der Mutter verabschiedet und ermahnt wird.

🇬🇧 STATIONERY STORE SERIES: This unknown manufacturer of German Wall Figures may have come from the Ruhr area. One example is the little girl with the giant red hair bow, holding a stuffed donkey by the ear—probably from the 1940s. Some of the figures originated from office supply stores, which is why I’ve labeled them “Stationery Store Series.” If anyone knows the real name of the manufacturer–I’d love to learn it! Stamps and stickers found on the backs of the figures include: “Pferdekämper Bürobedarf Dortmund,” “Paul Hildebrand Dortmund,” “Josef Oettgen Köln, Am Hof 1,” and “Franz Hammen(?), Augsburg.” These wood pictures have a distinctive style—soft lines, very cute, and delicately drawn. More examples: the affectionate little girl on the red chair with her petticoat doll, a large witch’s house, and an even larger Little Red Riding Hood being sent off and warned by her mother. (Buch/25)

1950er Unbekannt: Ungewöhnliches Schneewittchen mit Tanne und puppengroßen Zwergen, 26 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s Unknown: Unusual Snow White with Pine Tree and Doll-Sized Dwarfs, 26 cm, German Wall Figure

UNBEKANNTE MANUFAKTUREN: Es gab im letzten Jahrhundert sehr viele Hersteller von Märchen-Holzbildern; es waren sicher viele Hundert verschiedene. Ich bin immer froh, wenn ein Herstellername auf der Rückseite einer Figur steht. Oft ist das aber nicht der Fall und ich bin auf Hinweise von anderen angewiesen. Wenn Sie etwas über mir unbekannte (oder auch bekannte) historische Holzbild-Manufakturen wissen, melden Sie sich bitte! So viel Wissen ist schon verloren gegangen, aber manchmal können sich die Nachfahren einer Manufaktur, zum Beispiel Enkel oder Urenkel noch daran erinnern oder jemand kennt jemanden, der bei einem Hersteller der alten Wandfiguren gearbeitet hat, in Deutschland oder auch in anderen Ländern, vie zum Beispiel den Niederlanden.

🇬🇧 UNKNOWN MANUFACTURERS: There were so many manufacturers of German Wall Figures in the last century–it must have been hundreds of different ones. I’m always happy when there’s a producer’s name on the back of a wood picture. But very often that’s not the case and I need help from others out there. If you know something about unknown old manufactures (or about known ones, too,)–please get in touch! So much knowledge is already gone, but sometimes the descendants of a manufacturer, for example grandchildren or great-grandchildren might remember things or someone might know someone who once worked for a producer of the old children’s wall figures, in Germany or other countries, for example the Netherlands, too. (Buch/25)

1940er Unbekannt/Niederlande: Reizender Morgenmantel-Zwerg mit Kerze auf rotem Sockel, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1940s Dutch Wall Figure, Unknown: Charming Dressing Gown Dwarf with Candle on Red Base

HOLLAND, HANDARBEID/HANDBEMAHLT: Es gibt schöne, sich sehr ähnelnde Wandfiguren aus den Niederlanden, vermutlich aus den 1930er und 1940er Jahren. Manchmal steht „Handarbeid Holland“ (häufig in rot) oder „Handbemahlt“ auf der Rückseite. „Handarbeid“-Beispiele: Pelikan-Reiter, Zaun-Kinder, Waschzuber-Mädchen und ein Angler-Zwerg, an dem man die Technik der Motivaufbringung erkennt, denn auf der Rückseite ist das gleiche Motiv aufgedruckt, nur unbemalt. „Handbemahlt“-Beispiele: ein Junge mit einem Fußball, ein Junge mit einer Kerze und ein Mädchen mit einer riesigen Tasche. Manchmal findet man nur (oder zusätzlich) die Zahl 1, 2, 3 oder 4 und teilweise einen dreieckigen Papieraufhänger. Es könnte sein, dass es sich immer um den gleichen Hersteller handelt. Vermutlich von einem anderen Produzenten stammen die Niederlande-Figuren mit den dicken braunen gedruckten Umrissen, zum Beispiel ein erschöpfter Fliegenpilz-Zwerg. Weiß jemand mehr darüber? Bitte schreiben Sie mir!

🇬🇧 HOLLAND, HANDARBEID/HANDBEMAHLT: There are charming and very similar wall figures from the Netherlands, most likely from the 1930s and 1940s. Sometimes the back says “Handarbeid Holland” (often in red) or “Handbemahlt” (hand-painted). Examples for “Handarbeid”: Pelican Rider, Fence Children, Washtub Girl, and a Fishing Gnome, which reveals the motif application technique as the same motif is printed on the back—just unpainted. “Handbemahlt” examples include: Boy with Football or Candle, Girl with Giant Bag. Sometimes only the numbers 1, 2, 3 or 4 appear, and occasionally a triangular paper hanger is attached to the back. They might all come from the same manufacturer. Other figures with thick brown printed outlines, such as an exhausted fly agaric gnome, likely stem from a different Dutch producer. Does anyone know more? Please get in touch! (Buch/25)

1960er Unbekannt: Schöner weißer Flötenengel im gelben Halbmond, Handbemalt, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1960s Unknown: Beautiful White Flute Angel in Yellow Crescent Moon, Hand-painted, German Wall Figure

ENGEL UND RELIGIÖSES: Religiöse Themen sind auf den historischen Märchen-Holzbildern kaum zu finden. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen: Zum einen das Weihnachtsmotiv, insbesondere die Krippenszene von Bethlehem mit Maria, Josef und dem Jesuskind. Die zweite Ausnahme sind Engel – sie werden von vielen Menschen nicht zwingend mit Religion verbunden: Selbst viele Nicht-Religiöse schätzen Engel als geliebte Schutzsymbole.

🇬🇧 ANGELS AND RELIGIOUS MOTIFS: Religious themes are rarely found on historic German Wall Figures. But there are two exceptions: One is the subject of Christmas, especially the nativity scene with Mary, Joseph, and the baby Jesus in the manger. The second exception are angels, which many people do not necessarily associate with religion: Even non-religious people often cherish angels as beloved symbols of protection. (Buch/25)

1930er Unbekannt: Ungewöhnlicher kleiner Junge unter riesigem Fliegenpilz, 20 cm, Handbemalt, Märchen-Holzbild 🇬🇧 Antique Unknown: Unusual Small Boy under Giant Fly Agaric, 20 cm, Hand-painted, German Wall Figure

FLIEGENPILZE: Fliegenpilze waren beliebte Motive auf den Märchen-Holzbildern im letzten Jahrhundert. Sie sehen einfach reizend aus – obwohl es sich eigentlich um Giftpilze handelt. Der Zauber liegt wohl auch im Farbschema: ein kräftiges Rot als Kontrast zu den weißen Punkten. Das macht sie oft zu echten Hinguckern! Eine der schönsten Figuren mit diesem Motiv ist wohl der wunderbare „Glückspilz“ von Mertens – die kleine zarte Elfe mit dem großen Fliegenpilz-Hut aus den 1930er- und 1940er-Jahren.

🇬🇧 TOADSTOOLS: Toadstools, especially the fly agaric variety, were popular motifs on mid-century German Wall Figures. They look charming, even though they are actually poisonous. It’s probably the bold red color contrasted with white dots that makes them so visually appealing. One of the most beautiful figures featuring this motif is likely the little “Glückspilz” by Mertens–the small elf with the oversized toadstool hat, dating from the 1930s and the 1940s. (Buch/25)

1930er Unbekannt: Reizende umarmte Gretel mit fröhlichem Hänsel, Handbemalt, 21 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1930s Unknown: Charming Embracing Gretel with Cheerful Hansel, Hand-painted, 21 cm, German Wall Figure

MÄRCHEN ODER KEIN MÄRCHEN? Das ist die wichtigste Grundfrage zu den Motiven der Kinder-Wandfiguren aus dem letzten Jahrhundert. Die Holzbilder-Ära hatte im Grunde nur zwei Themenbereiche: Eine Figur war entweder ein Märchen oder kein Märchen. Dann war es oft ein reines Kindermotiv, zum Beispiel ein Frühlingskind mit Blumen oder ein frierender kleiner Junge mit Schneeball – wie die berühmte Heller-Figur aus den 1930er-Jahren. Die häufigsten Motive waren allerdings die klassischen Brüder-Grimm-Märchen, daher auch der Genre-Name: Märchen-Holzbilder. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] FAIRY TALE OR NOT A FAIRY TALE? That is the most important basic question concerning the motifs of last century’s German Wall Figures. You can divide the wood figure era into two main types: The figure either showed a fairy tale—or not. In the latter case, it was often a simple child motif, for example a spring girl with flowers or a freezing little boy with a snowball, like the famous Heller figure from the 1930s. Most of the motifs, however, were classic Brothers Grimm fairy tales—that’s why the German genre name is “Märchen-Holzbild,” meaning fairy tale wood picture. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1940er Unbekannt: Sehr bunter Mister Punch mit Streifensocken, Hampelmann 🇬🇧 1940s Unknown: Very Colorful Mister Punch with Striped Socks, Jumping Jack

HAMPELMÄNNER, 3D-AUGEN: Ein historischer Hersteller von Hampelmännern fällt besonders durch die 3D-Augen seiner Figuren auf. Sie sind auffällig dick mit Farbe überzogen, so dass die Augen etwas vorstehen. Die Motive sind oft besonders originell, etwa ein verschlagen dreinschauender Moritz (von Max und Moritz). Vor allem aber gab es Zwerge und Sandmänner von diesem Hersteller. Die Farben der Figuren sind meist wunderschön satt und leuchtend aufgetragen. Weiß jemand den Namen dieser Manufaktur? Bitte schreiben Sie mir!

🇬🇧 JUMPING JACKS, 3D-EYES: One of the old manufacturers of jumping jacks (pull figures) produced very unusual jumping jack figures. Their 3D-eyes got several layers of paint so that those eyes were a bit protruding. Most of their jumping jacks were unique, for example a rather creepy Moritz (of Max and Moritz by Wilhelm Busch) with devious eyes. The motifs are most often dwarfs and sandmen. More often than not, the colors are applied bright and lush. I’d like to know the producer’s name. Can anyone help? (Buch/25)

1930er Goldi (?): Schlichtes schmales Aschenputtel auf Rundsockel, Handbemalt, Märchen-Holzbild 🇬🇧 Antique Goldi (?): Simple Slim Cinderella on Round Base, Hand-painted, German Wall Figure

KOLONIALWAREN-SAMMLUNG: Ich kenne eine kleine Sammlung von sehr frühen, noch komplett handbemalten Weha-Märchen-Holzbildern und einigen anderen Wandfiguren, die aus einem damaligen Kolonialwarenladen stammt. Jemand erinnerte sich und hat mir freundlicherweise darüber geschrieben: „Das Geschäft war in der Hauptstraße von Sundhausen bei Gotha (Thüringen). Dort wurde alles verkauft, von Kaffee bis Tabak bis Stoffe – alles, was man so für den Alltag brauchte. Und auch Holzspielzeug.“ Was für mich immer noch rätselhaft ist: Die Sammlung soll aus den 1930er-Jahren stammen, aber laut der ehemaligen Weha-Website begann die Produktion der Märchen-Holzbilder erst 1946. Meine Vermutung: Fritz Haupt, der Gründer von Weha-Kunst, hatte vorher schon einige dieser Figuren hergestellt, aber erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann schließlich die Produktion im großen Rahmen.

🇬🇧 COLONIAL GOODS STORE COLLECTION: I’ve known a collection of very early, still completely hand-painted Weha wood plaques and some other German Wall Figures that came from a colonial goods store. Someone remembered and kindly wrote to me about it: “The store was located on the main street of Sundhausen near Gotha (German state of Thuringia). They sold everything from coffee to tobacco to fabric—everything needed for everyday life. And wood toys, too.” One thing still puzzles me: I was told the collection comes from the 1930s, but according to the now defunct Weha website, the production of German Wall Figures by Weha didn’t start until 1946. My guess is this: Fritz Haupt, the founder of Weha, had already produced fairy tale wood plaques before 1946, but only after the Second World War did large-scale production begin. (Buch/25)