Midcentury Märchen-Holzbild: 1940er Heuschrecken-Kind, Ilse Wende-Lungershausen

1940er Unbekannt: Großes Heuschrecken-Kind, Motiv von Ilse Wende-Lungershausen, 26 cm, Handbemalt 🇬🇧 Midcentury Unknown: Large Grasshopper Child, Motif by Ilse Wende-Lungershausen, 26 cm, Hand-painted, German Wall Figure

LUNGERSHAUSEN: Ab und zu findet man alte Märchen-Holzbilder mit Motiven der Kinderbuch-Illustratorin Ilse Wende-Lungershausen (1900–1991). Es gibt gleich zwei Arten von Wandfiguren mit ihren Zeichnungen: 1. Die Märchen-Motive für Laubsägearbeiten, die sie speziell für Johannes Graupner als Laubsäge-Vorlagen entworfen hat. 2. Eine Reihe von Holzbildern, auf denen niedliche Kinder zu sehen sind, die es auch auf Postkarten gab. Ähnliche Motive stammen von Hilla Peyk, die sich von vielen der Lungershausen-Kinder inspirieren ließ. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] LUNGERSHAUSEN: Occasionally, you can find old children’s wood plaques with illustrations by the children’s book illustrator Ilse Wende-Lungershausen (1900–1991). There are two types of German Wall Figures with her artwork: 1.) The Brothers Grimm motifs she designed specifically for Johannes Graupner’s fretsaw templates. 2.) A series of charming wood pictures featuring cute children that were also published as postcards. Similar motifs were later created by Hilla Peyk, who took inspiration from many of Lungershausen’s child characters. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

Antikes Märchen-Holzbild: 1930er Sterntaler im blauen Tanzkleid

1930er Unbekannt: Blaues Sterntaler im weit ausgestellten Kleid, Handbemalt, Sperrholz 15 cm [EN] 1930s, unknown maker: Small Star Money Girl in a wide-flared dress, hand-painted on plywood, 15 cm

UNBEKANNTE MANUFAKTUREN: Es gab im letzten Jahrhundert sehr viele Hersteller von Märchen-Holzbildern; es waren sicher viele Hundert verschiedene. Ich bin immer froh, wenn ein Herstellername auf der Rückseite einer Figur steht. Oft ist das aber nicht der Fall und ich bin auf Hinweise von anderen angewiesen. Wenn Sie etwas über mir unbekannte (oder auch bekannte) historische Holzbild-Manufakturen wissen, melden Sie sich bitte! So viel Wissen ist schon verloren gegangen, aber manchmal können sich die Nachfahren einer Manufaktur, zum Beispiel Enkel oder Urenkel noch daran erinnern oder jemand kennt jemanden, der bei einem Hersteller der alten Wandfiguren gearbeitet hat, in Deutschland oder auch in anderen Ländern, vie zum Beispiel den Niederlanden. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] UNKNOWN MANUFACTURERS: There were so many manufacturers of German Wall Figures in the last century–it must have been hundreds of different ones. I’m always happy when there’s a producer’s name on the back of a wood picture. But very often that’s not the case and I need help from others out there. If you know something about unknown old manufactures (or about known ones, too,)–please get in touch! So much knowledge is already gone, but sometimes the descendants of a manufacturer, for example grandchildren or great-grandchildren might remember things or someone might know someone who once worked for a producer of the old children’s wall figures, in Germany or other countries, for example the Netherlands, too. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

Antikes Märchen-Holzbild: 1930er Ausruh-Zwerg unter großem Fliegenpilz

1930er Unbekannt: Ausruhzwerg unter großem Fliegenpilz, Sperrholz, Handbemalt 25 cm [EN] 1930s Unknown: Resting Dwarf beneath a Large Fly Agaric, plywood, hand-painted, 25 cm

FLIEGENPILZE: Fliegenpilze waren beliebte Motive auf den Märchen-Holzbildern im letzten Jahrhundert. Sie sehen einfach reizend aus – obwohl es sich eigentlich um Giftpilze handelt. Der Zauber liegt wohl auch im Farbschema: ein kräftiges Rot als Kontrast zu den weißen Punkten. Das macht sie oft zu echten Hinguckern! Eine der schönsten Figuren mit diesem Motiv ist wohl der wunderbare „Glückspilz“ von Mertens – die kleine zarte Elfe mit dem großen Fliegenpilz-Hut aus den 1930er- und 1940er-Jahren. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] TOADSTOOLS: Toadstools, especially the fly agaric variety, were popular motifs on mid-century German Wall Figures. They look charming, even though they are actually poisonous. It’s probably the bold red color contrasted with white dots that makes them so visually appealing. One of the most beautiful figures featuring this motif is likely the little “Glückspilz” by Mertens–the small elf with the oversized toadstool hat, dating from the 1930s and the 1940s. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

Märchen-Holzbild: 1930er Studierzwerg unter Fliegenpilz *

1930er Unbekannt: Studierzwerg unter großem Fliegenpilz, Sperrholz, Handbemalt 25 cm [EN] 1930s Unknown: Studying Gnome beneath a Large Fly Agaric, plywood, hand-painted, 25 cm

FLIEGENPILZE: Fliegenpilze waren beliebte Motive auf den Märchen-Holzbildern im letzten Jahrhundert. Sie sehen einfach reizend aus – obwohl es sich eigentlich um Giftpilze handelt. Der Zauber liegt wohl auch im Farbschema: ein kräftiges Rot als Kontrast zu den weißen Punkten. Das macht sie oft zu echten Hinguckern! Eine der schönsten Figuren mit diesem Motiv ist wohl der wunderbare „Glückspilz“ von Mertens – die kleine zarte Elfe mit dem großen Fliegenpilz-Hut aus den 1930er- und 1940er-Jahren. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] TOADSTOOLS: Toadstools, especially the fly agaric variety, were popular motifs on mid-century German Wall Figures. They look charming, even though they are actually poisonous. It’s probably the bold red color contrasted with white dots that makes them so visually appealing. One of the most beautiful figures featuring this motif is likely the little “Glückspilz” by Mertens–the small elf with the oversized toadstool hat, dating from the 1930s and the 1940s. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

Märchen-Holzbild: 1940er Hollandzwerg im Rattenfänger-Stil

1940er Unbekannt: Tänzelnder Hollandzwerg im Rattenfänger-Stil, Handbemalt 21cm [EN] Dancing Dwarf with Orange Cape **

HOLLAND, TIPPFEHLER: Es gibt schöne, sich sehr ähnelnde Wandfiguren aus den Niederlanden, vermutlich aus den 1930er und 1940er Jahren. Manchmal steht „Handarbeid Holland“ (häufig in rot) oder „Handbemahlt“ auf der Rückseite. „Handarbeid“-Beispiele: Pelikan-Reiter, Zaun-Kinder, Waschzuber-Mädchen und ein Angler-Zwerg, an dem man die Technik der Motivaufbringung erkennt, denn auf der Rückseite ist das gleiche Motiv aufgedruckt, nur unbemalt. „Handbemahlt“-Beispiele: ein Junge mit einem Fußball, ein Junge mit einer Kerze und ein Mädchen mit einer riesigen Tasche. Manchmal findet man nur (oder zusätzlich) die Zahl 1, 2, 3 oder 4 und teilweise einen dreieckigen Papieraufhänger. Es könnte sein, dass es sich immer um den gleichen Hersteller handelt. Vermutlich von einem anderen Produzenten stammen die Niederlande-Figuren mit den dicken braunen gedruckten Umrissen, zum Beispiel ein erschöpfter Fliegenpilz-Zwerg. Weiß jemand mehr darüber? Bitte schreiben Sie mir! (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

🇬🇧 HOLLAND, TYPO: There are charming and very similar wall figures from the Netherlands, most likely from the 1930s and 1940s. Sometimes the back says “Handarbeid Holland” (often in red) or “Handbemahlt” (hand-painted). Examples for “Handarbeid”: Pelican Rider, Fence Children, Washtub Girl, and a Fishing Gnome, which reveals the motif application technique as the same motif is printed on the back—just unpainted. “Handbemahlt” examples include: Boy with Football or Candle, Girl with Giant Bag. Sometimes only the numbers 1, 2, 3 or 4 appear, and occasionally a triangular paper hanger is attached to the back. They might all come from the same manufacturer. Other figures with thick brown printed outlines, such as an exhausted fly agaric gnome, likely stem from a different Dutch producer. Does anyone know more? Please get in touch! (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

Märchen-Holzbild: 1940er erschöpfter Hollandzwerg

1940er Unbekannt: Erschöpfter Holland-Zwerg 14cm [EN] Very Exhausted Toadstool Dwarf

HOLLAND: Es gibt schöne, sich sehr ähnelnde Wandfiguren aus den Niederlanden, vermutlich aus den 1930er und 1940er Jahren. Manchmal steht „Handarbeid Holland“ (häufig in rot) oder „Handbemahlt“ auf der Rückseite. „Handarbeid“-Beispiele: Pelikan-Reiter, Zaun-Kinder, Waschzuber-Mädchen und ein Angler-Zwerg, an dem man die Technik der Motivaufbringung erkennt, denn auf der Rückseite ist das gleiche Motiv aufgedruckt, nur unbemalt. „Handbemahlt“-Beispiele: ein Junge mit einem Fußball, ein Junge mit einer Kerze und ein Mädchen mit einer riesigen Tasche. Manchmal findet man nur (oder zusätzlich) die Zahl 1, 2, 3 oder 4 und teilweise einen dreieckigen Papieraufhänger. Es könnte sein, dass es sich immer um den gleichen Hersteller handelt. Vermutlich von einem anderen Produzenten stammen die Niederlande-Figuren mit den dicken braunen gedruckten Umrissen, zum Beispiel ein erschöpfter Fliegenpilz-Zwerg. Weiß jemand mehr darüber? Bitte schreiben Sie mir! (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] HOLLAND: There are charming and very similar wall figures from the Netherlands, most likely from the 1930s and 1940s. Sometimes the back says “Handarbeid Holland” (often in red) or “Handbemahlt” (hand-painted). Examples for “Handarbeid”: Pelican Rider, Fence Children, Washtub Girl, and a Fishing Gnome, which reveals the motif application technique as the same motif is printed on the back—just unpainted. “Handbemahlt” examples include: Boy with Football or Candle, Girl with Giant Bag. Sometimes only the numbers 1, 2, 3 or 4 appear, and occasionally a triangular paper hanger is attached to the back. They might all come from the same manufacturer. Other figures with thick brown printed outlines, such as an exhausted fly agaric gnome, likely stem from a different Dutch producer. Does anyone know more? Please get in touch! (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

Märchen-Holzbild: 1940er Dornröschen-Diorama mit kleinen roten Pilzen

1940er Unbekannt: Dornröschen-Diorama mit kleinen roten Pilzen, Handbemalt 34x14cm [EN] Sleeping Beauty Diorama

GARDEROBEN, MESSLATTEN, DIORAMEN: Die meisten Hersteller von Märchen-Holzbildern haben damals auch größere Zusatzprodukte angefertigt. Kindergarderoben kamen zum Beispiel von Mertens, Heller, Kleur & Profiel (Niederlande) und von Grossmann Reit im Winkl in Bayern. Viele Manufakturen stellten außerdem Kindermesslatten her. Eine der schönsten Messlatten von Mertens-Kunst zeigt Kinder aus verschiedenen Nationen und Epochen – heute politisch unkorrekt, etwa Indianer, Maya-Junge, Eskimo, Japan-Mädchen im Kimono, Griechenland-Mädchen in antiker Kleidung, Holland-Mädchen, Afrika-Mädchen im Bastrock und ein Mexiko-Junge. Dioramen ohne Garderobenfunktion wurden etwa bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts produziert; die größte Vielfalt stammt von den Münchner Herstellern, zum Beispiel mit dem gestiefelten Kater und einer Märchenkutsche. Mertens stellte auch sehr kleine Dioramen mit Mini-Figuren her, etwa Schneewittchen mit den sieben Zwergen auf einer schmalen Holzleiste. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] COAT RACKS, GROWTH CHARTS, DIORAMAS: Most manufacturers of German Wall Figures in the last century also produced larger supplementary items. Children’s coat racks came, for example, from Mertens, Heller, Kleur&Profiel (Netherlands), and Grossmann. Many producers also made children’s growth charts. One of the most beautiful Mertens growth charts shows children from various nations and historical eras—most of them now politically incorrect: for example, Native American boy, Mayan boy, Eskimo (Inuit) girl, Japanese girl in a kimono, Greek girl in ancient attire, Dutch girl, African girl in a raffia skirt, and a Mexican boy. Dioramas without coat rack function were produced until the 1960s; the greatest variety came from Munich manufacturers—such as a Puss in Boots figure with a fairy tale carriage. Mertens also made very small dioramas with mini-figures, like a Snow White with all the seven dwarfs, mounted on a narrow wooden strip. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

Märchen-Holzbild, Bauernfigur: 1930er Dachauer-Tracht-Frau mit Rosen *

1930er Unbekannt: Füllige Dachauer-Tracht-Frau mit Rosen, Handbemalt 19x19cm [EN] Full Folk Costume Woman with Roses

UNBEKANNTE RUNDRAHMEN-TRACHTEN: Die Figuren zeichnen sich durch einen seltsam-skurrilen Stil aus. Bekannt sind zwei stark füllige weibliche Darstellungen sowie ein weit ausschreitender, rufender Mann mit sichtbar gezeichneter, schwarz umrandeter Zahnreihe und einer Hand in der Hosentasche. Die Figur ist nur noch zur Hälfte vorhanden und ist trotz des grundsätzlich dicken und stabilen Holzes durch äußere Einwirkung abgebrochen. Sämtliche Wandfiguren sind in einen grün gefassten Rundrahmen eingebunden, handbemalt und hochwertig ausgeführt; die Trachten weisen detaillierte, zeichnerisch ausgearbeitete Bezüge zur Region Dachau auf. Stil und Materialität des Holzes sprechen für eine Entstehung in den 1930er Jahren. Vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund des Konzentrationslagers Dachau (1933–1945) lässt sich fragen, ob der teils fast groteske Ausdruck als distanzierende oder kommentierende Bildsprache verstanden werden kann. Es gab traditionell aber auch den Dachauer Bauern in der Karikatur, von daher könnten die Figuren auch eine überspitzte Art der Karikatur sein.

[EN] Unknown Round-Frame Folk Costume Figures: The figures are characterized by a strangely quirky style. Known examples include two markedly full-bodied female figures and a widely striding, calling male figure with a visibly rendered row of black-outlined teeth and one hand in his trouser pocket. This figure survives only in part; despite the generally thick and stable wood, it was broken through external impact. All wall figures are set within a green-painted round frame, hand-painted and of high-quality execution; the costumes display detailed, drawn references to the Dachau region. Stylistic features and the material qualities of the wood suggest an origin in the 1930s. Against the historical background of the Dachau concentration camp (1933–1945), it may be asked whether the almost grotesque expression can be read as a distancing or commenting visual language. Traditionally, the Dachau farmer also appeared in caricature; therefore, these figures may likewise represent an exaggerated, caricature-like form of depiction.

Märchen-Holzbild, Bauernfigur: 1930er Dachauer-Tracht-Frau mit Herz

1930er Unbekannt: Füllige Dachauer-Tracht-Frau mit Lebkuchenherz, Handbemalt 19x19cm [EN] Dachau Folk Woman with Heart

UNBEKANNTE RUNDRAHMEN-TRACHTEN: Die Figuren zeichnen sich durch einen seltsam-skurrilen Stil aus. Bekannt sind zwei stark füllige weibliche Darstellungen sowie ein weit ausschreitender, rufender Mann mit sichtbar gezeichneter, schwarz umrandeter Zahnreihe und einer Hand in der Hosentasche. Die Figur ist nur noch zur Hälfte vorhanden und ist trotz des grundsätzlich dicken und stabilen Holzes durch äußere Einwirkung abgebrochen. Sämtliche Wandfiguren sind in einen grün gefassten Rundrahmen eingebunden, handbemalt und hochwertig ausgeführt; die Trachten weisen detaillierte, zeichnerisch ausgearbeitete Bezüge zur Region Dachau auf. Stil und Materialität des Holzes sprechen für eine Entstehung in den 1930er Jahren. Vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund des Konzentrationslagers Dachau (1933–1945) lässt sich fragen, ob der teils fast groteske Ausdruck als distanzierende oder kommentierende Bildsprache verstanden werden kann. Es gab traditionell aber auch den Dachauer Bauern in der Karikatur, von daher könnten die Figuren auch eine überspitzte Art der Karikatur sein.

[EN] Unknown Round-Frame Folk Costume Figures: The figures are characterized by a strangely quirky style. Known examples include two markedly full-bodied female figures and a widely striding, calling male figure with a visibly rendered row of black-outlined teeth and one hand in his trouser pocket. This figure survives only in part; despite the generally thick and stable wood, it was broken through external impact. All wall figures are set within a green-painted round frame, hand-painted and of high-quality execution; the costumes display detailed, drawn references to the Dachau region. Stylistic features and the material qualities of the wood suggest an origin in the 1930s. Against the historical background of the Dachau concentration camp (1933–1945), it may be asked whether the almost grotesque expression can be read as a distancing or commenting visual language. Traditionally, the Dachau farmer also appeared in caricature; therefore, these figures may likewise represent an exaggerated, caricature-like form of depiction.

Märchen-Holzbild, Bauernfigur: 1930er Skurriler Dachauer-Tracht-Mann

1930er Unbekannt: Skurriler Mann in Dachauer Tracht, Handbemalt 23x23cm [EN] Man in Dachau Folk Costume

UNBEKANNTE RUNDRAHMEN-TRACHTEN: Die Figuren zeichnen sich durch einen seltsam-skurrilen Stil aus. Bekannt sind zwei stark füllige weibliche Darstellungen sowie ein weit ausschreitender, rufender Mann mit sichtbar gezeichneter, schwarz umrandeter Zahnreihe und einer Hand in der Hosentasche. Die Figur ist nur noch zur Hälfte vorhanden und ist trotz des grundsätzlich dicken und stabilen Holzes durch äußere Einwirkung abgebrochen. Sämtliche Wandfiguren sind in einen grün gefassten Rundrahmen eingebunden, handbemalt und hochwertig ausgeführt; die Trachten weisen detaillierte, zeichnerisch ausgearbeitete Bezüge zur Region Dachau auf. Stil und Materialität des Holzes sprechen für eine Entstehung in den 1930er Jahren. Vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund des Konzentrationslagers Dachau (1933–1945) lässt sich fragen, ob der teils fast groteske Ausdruck als distanzierende oder kommentierende Bildsprache verstanden werden kann. Es gab traditionell aber auch den Dachauer Bauern in der Karikatur, von daher könnten die Figuren auch eine überspitzte Art der Karikatur sein.

[EN] Unknown Round-Frame Folk Costume Figures: The figures are characterized by a strangely quirky style. Known examples include two markedly full-bodied female figures and a widely striding, calling male figure with a visibly rendered row of black-outlined teeth and one hand in his trouser pocket. This figure survives only in part; despite the generally thick and stable wood, it was broken through external impact. All wall figures are set within a green-painted round frame, hand-painted and of high-quality execution; the costumes display detailed, drawn references to the Dachau region. Stylistic features and the material qualities of the wood suggest an origin in the 1930s. Against the historical background of the Dachau concentration camp (1933–1945), it may be asked whether the almost grotesque expression can be read as a distancing or commenting visual language. Traditionally, the Dachau farmer also appeared in caricature; therefore, these figures may likewise represent an exaggerated, caricature-like form of depiction.