1940er Märchenholzbild HH, kleiner Däumling, fragil

1940er HH mit Krone: Däumling mit ausgestrecktem Arm, Handbemalt 15x14cm [EN] Little Thumb with Hat in his Hand

KLEINER DÄUMLING: Weil der kleine Däumling von Charles Perrault ein sehr grausames Märchen ist, wurde es im Laufe des letzten Jahrhunderts immer seltener vorgelesen. Auf den Märchen-Holzbildern aus dem letzten Jahrhundert blieb jedoch eine Szene bis in die 1980er-Jahre präsent – wie der kleine Däumling in den Siebenmeilenstiefeln des bösen Ogers (Menschenfressers) reist. Dabei wurde der Titel geändert: Die Figuren hießen nun nicht mehr „Kleiner Däumling“, sondern „Siebenmeilenstiefel“. Nur Ravi behielt den Namen „Däumling“ konsequent bei. Bei Heller trug die Christbaumschmuck-Figur aus den 1930er-Jahren noch ausdrücklich den alten Namen „Däumling“, aber auf der fröhlichen Version aus den 1960er-Jahren (mit dem hübscher Jungen im grauem Cape) steht auf der Rückseite „Siebenmeilenstiefel“. Also: Immer wenn auf einem Märchen-Holzbild ein kleiner Junge in Siebenmeilenstiefeln zu sehen ist, ist eigentlich der kleine Däumling aus der klassischen Märchensammlung von Charles Perrault gemeint. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] LITTLE THUMB: Because Little Thumb (Tom Thumb) by Charles Perrault is a rather gruesome fairy tale, it was read less and less as a bedtime story over the course of the last century. However, one scene continued to appear on German Wall Figures until the 1980s: the moment when Little Thumb travels in the ogre’s (man-eater’s) seven-league boots. The title was changed: The figures were no longer called “Little Thumb” but “Seven-League Boots.” Only Ravi consistently kept the name “Little Thumb.” Heller’s Christmas tree ornament from the 1930s still explicitly bore the name “Little Thumb,” but the cheerful 1960s version (with the gray cape) was labeled “Seven-League Boots” on the back. So, whenever you see a small boy in seven-league boots on an old wood plaque, it is actually Little Thumb from the fairy tale collection by Charles Perrault. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1940er Märchenholzbild Eifelkunst Rattenfänger, spitzer Sockel

1940er Eifelkunst: Früher Rattenfänger mit Dreieckssockel, Handbemalt 27cm [EN] Pied Piper with Grumpy Grey Rats

EIFELKUNST, RÜCKSEITEN: Ilse Schneider hat drei Arten von Logos beziehungsweise Stempeln auf den Rückseiten ihrer Märchen-Holzbilder verwendet. Anfang der 1930er-Jahre waren es drei kaum lesbare, stilisierte Buchstaben: Zwei schräg eingeritzte Buchstaben „E“ und „K“ (für Eifelkunst), dazwischen ein „S“ für Schneider, das fast wie ein „Z“ aussah. Später folgte ein gut lesbares, eingeprägtes „Eifelkunst“ – und schließlich ein einfacher Farbstempel, der nicht mehr ins Holz eingeprägt wurde.

[EN] EIFELKUNST, BACKS: Ilse Schneider used three types of logos or stamps on the backs of her German Wall Figures. In the early 1930s, she carved three barely legible letters into the backs: an “E” and a “K” for Eifelkunst, with an “S” for Schneider in between, which almost looked like a “Z”. Later, there was a clearly legible “Eifelkunst” impressed into the wood, and finally a simple ink stamp that was no longer carved in. (9/25)

1940er Märchenholzbild Eifelkunst Hans im Glück, spitzer Sockel

1940er Eifelkunst: Früher Hans im Glück mit Ferkel, Handbemalt 27cm [EN] Early Hans in Luck with Piglet

EIFELKUNST, PROSPEKTE: Ich kenne bisher drei Broschüren aus den 1930er-Jahren von Ilse Schneider, der Besitzerin und Künstlerin von Eifelkunst. Es handelt sich um zwei einfarbige Faltblätter und eines mit einer bunten Gänseliesel. Die beiden frühen Prospekte enthalten noch keine Telefonnummer. Im dritten Faltblatt, etwa von 1938, steht: „Eifelkunst-Werkstatt Schneider, Daun/Eifel, Inh. Ilse Schneider, Postschließfach 25, Telefon 209.“ In den Prospekten sind insgesamt etwa 20 verschiedene Motive von Märchen-Holzbildern zu sehen. Zu den frühen Wandfiguren gehören zum Beispiel Peterchens Mondfahrt auf der umgedrehten Mondsichel, Hänsel und Gretel im Teenageralter und das Rumpelstilzchen im zweifarbigen Cape.

[EN] EIFELKUNST, BROCHURES: So far, I’ve found three brochures from the 1930s by Ilse Schneider, the owner and artist of Eifelkunst. Two are monochrome leaflets, and one features a colorful Goose Girl. The two earlier brochures don’t include a telephone number. In the third leaflet, probably from around 1938, it says: “Eifelkunst-Werkstatt Schneider, Daun / Eifel, Inh. Ilse Schneider, Postschließfach 25, Telefon 209.” The brochures display around 20 different German Wall Figure designs. Among the early wood plaques are, for example, Little Peter’s Journey to the Moon on an upturned crescent moon, Hansel and Gretel depicted as teenagers, and Rumpelstiltskin in a two-colored cape.

1930er Märchenholzbilder J. Heßberg, Sammlung

1930er J. Heßberg: Sammlung mit drei Figuren, Handbemalt 17-24cm [EN] Antique Hessberg Collection of 3 Figures

HAPTIK: Das hervorstechendste Merkmal der vergangenen Ära der Märchen-Holzbilder ist die Tatsache, dass die Figuren zwar dünn (meist 3 mm), aber dennoch kompakt und solide waren. Auf Holz gemalt oder auf Holz gedruckt, aber in jedem Fall so, dass man etwas Festes in den Händen hielt. Das ist der große Unterschied zu einer Kinderbuch-Illustration, die nur aus Papier besteht. Es ist auch etwas ganz anderes als die modernen Merchandise-Produkte für Kinder, die in der Regel aus Kunststoff bestehen. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] HAPTICS: The most striking feature of the old German Wall Figures era is the fact that they were made of wood. Very thin (mostly 3 mm), but still something solid. That is a big difference to illustrations in children’s books that only consist of paper. The wall figures were wooden products, and that’s one of the reasons they still create such a special nostalgic feeling: This old-fashioned Brothers Grimm “merchandise” didn’t come in plastic. That’s why they appeal to collectors in the new century, too. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1950er Märchenholzbild Eifelkunst Mutter, kniende Madonna

1950er Eifelkunst: Kniende Mutter mit Baby, Handbemalt 21cm [EN] Midcentury Kneeling Madonna “Made in Western Germany” (Kinder-Holzbild, German Wall Figure)

IN DIE USA UND ZURÜCK: Besonders kurz nach dem Zweiten Weltkrieg fanden viele Märchen-Holzbilder den Weg von Deutschland in die USA. Vor allem die alliierten Soldaten aus den Vereinigten Staaten kauften sie gerne als Mitbringsel für die Heimreise oder sie schickten sie nach Hause, für ihre Kinder, Nichten und Neffen. Es waren eben sehr ungewöhnliche, typisch deutsche und oft besonders schöne Mitbringsel. Auch nach der Besatzungszeit wurden viele Wandfiguren in die USA geschickt, viele der großen Manufakturen bekamen Bestellungen aus „Übersee“. Von einigen Figuren weiß ich ganz genau, dass sie in der USA gewesen waren, weil ich sie selbst von dort erworben habe und sie nun wieder in Deutschland sind – vielleicht auch nur vorläufig?

🇬🇧 TO THE USA AND BACK: American soldiers bought many German Wall Figures when they were stationed in Germany after the Second World War. Those beautiful wood plaques made perfect gifts for their kids, nieces and nephews back home, always very special–very often very beautiful. Also in the decades following the 1940s they remained popular in the United States of America. Many German arts and crafts manufacturers got large orders from “Übersee” (overseas). There are several figures of which I definitely know they made the journey to the USA and back: those that I bought from the USA myself. (Buch/25)

1940er Märchenholzbild Wrangell-Kunst Dornröschen, zart

1940er Wrangell-Kunst: Dornröschen im weißen Rosenkleid [EN] Sleeping Beauty in White Dress

WRANGEL/WRANGELL: Karin von Wrangell (geb. 30. Juli 1900 in Alp, Estland – gest. 20. Juni 1979 in Schielberg bei Bad Herrenalb) erhielt 1920/21 ihre Ausbildung als Kindergärtnerin und Werklehrerin im Pestalozzi-Fröbel-Haus in Berlin. Danach gründete sie eine kunstgewerbliche Werkstatt in Berlin, zog 1930 nach Lindau und eröffnete dort eine neue Werkstatt für Märchenfiguren mit mehreren Angestellten. Ihre Schwester Ingeborg übernahm die Vertretung auf der Leipziger Messe und betreute internationale Exporte. Ab 1933 wurden Auslandsaufträge annulliert. 1936 erfolgte der Umzug nach Stuttgart, 1944 wurde die Werkstatt bei einem Luftangriff zerstört. Nach Kriegsende entstand ein Neubeginn in Welzheim unter dem Namen Wrangel-Kunst, mit einem Generalvertreter und neuen Entwürfen von Karin von Wrangell, darunter Märchen-Schachteln „Das kleine Märchenspiel” mit aufstellbaren Holzfiguren. 1948 musste der Betrieb nach Krankheit und wirtschaftlichen Problemen schließen. Karin von Wrangell arbeitete später als Malerin und Porträtkünstlerin weiter. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

🇬🇧 WRANGEL/WRANGELL: Karin von Wrangell (born July 30, 1900, in Alp, Estonia – died June 20, 1979, in Schielberg near Bad Herrenalb) completed her training as a kindergarten and handicraft teacher at the Pestalozzi-Fröbel-Haus in Berlin in 1920/21. She then founded a small arts and crafts workshop in Berlin, moved to Lindau in 1930, and opened a new workshop for fairy-tale figures there with several employees. Her sister Ingeborg represented the company at the Leipzig Trade Fair and managed international exports. From 1933 onward, all foreign orders were canceled. In 1936 the business moved to Stuttgart, and in 1944 the workshop was completely destroyed in an air raid. After the war, production resumed in Welzheim under the name Wrangel-Kunst, with a general representative and new designs by Karin von Wrangell, including fairy-tale boxes “Das kleine Märchenspiel” containing small wooden figures to be set up for display. In 1948 the company closed due to illness and financial difficulties. Karin von Wrangell later continued working as a painter and portrait artist. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1930er Märchenholzbild Eifelkunst, Däumling, Prägestempel

1940er Eifelkunst: Kleiner Däumling mit tief eingeprägtem Stempel, Handbemalt 25cm [EN] Little Thumb Facing Left

EIFELKUNST, ANTIQUARIAT: Im Oktober 2021 war ich zu Besuch in der Eifel, wo einst die inzwischen verstorbene Ilse Schneider lebte und ihre Märchen-Holzbild-Manufaktur Eifel-Kunst betrieb – in der kleinen Stadt Daun (Vulkaneifel), Lindenstraße 11. Dort fand ich ein kleines Antiquariat, in dem ich verschiedene Eifelkunst-Figuren aus der Mitte des letzten Jahrhunderts erwerben konnte – darunter auch einige unvollendete Holzbilder, beispielsweise eine kleine Sammlung von Engeln, denen teilweise noch die darauf vorgesehenen Kerzen fehlten. Der Inhaber des Ladens erzählte mir viel über Eifelkunst und Ilse Schneider, denn er hatte sie noch persönlich gekannt, über viele Jahre hinweg. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] EIFELKUNST, ANTIQUE SHOP: In October 2021, I visited the Eifel region in Germany, where the now-deceased Ilse Schneider once ran her German Wall Figure workshop called Eifelkunst, located in the small town of Daun. There, I found a quaint antique store where I was able to purchase several mid-century Eifelkunst figures—some of them unfinished, such as a small collection of Christmas angels still missing their candles. The store owner also told me a great deal about Eifelkunst and Ilse Schneider, as he had known her personally. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1930er Christbaumschmuck Wrangell-Kunst, Schaf, Tannengrün

1930er Wrangel Wrangell: Schaf auf Tannengrün, Handbemalt 7x6cm [EN] Sheep on Fir Green (Christbaumschmuck, Christmas Tree Decoration)

WRANGEL/WRANGELL, SCHREIBWEISE: Freundlicherweise hat Ingela Storhas, die Großnichte von Karin von Wrangell, mir mehrere E-Mails geschrieben. Damals war sie achtzig Jahre alt. „Liebe Frau Dietz, haben Sie Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an meiner Großtante und Künstlerin Karin von Wrangell. Zunächst: Unsere Familie ist Jahrhunderte alt und hat infolgedessen ein sehr altes und einfaches Wappen. Es stellt eine dreizinnige schwarze Mauer auf silbernem Grund dar. Die Familie stammt aus den ehemaligen deutsch-baltischen Provinzen, noch aus der Kreuzritterzeit. Sie schrieb sich ursprünglich de Wranguele, dann Wrangel; im neunzehnten Jahrhundert wurde es modern, den letzten Buchstaben zu verdoppeln, zu Wrangell. Die Familie spaltete sich in mehrere verschiedene Zweige auf, die sich in Schweden, Russland, Preußen und schließlich in den USA ansiedelten. In der jeweiligen Landessprache war es unbequem, diese Schreibweise beizubehalten. Nur der Familienzweig, der im Baltikum (Estland) blieb, schrieb sich weiterhin Wrangell. Daten: Karin von Wrangell, geb. 30.07.1900 in Alp (Estland), gest. 20.06.1979 in Schielberg bei Bad Herrenalp.“ (E-Mail vom 23.08.2018) (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

🇬🇧 WRANGEL/WRANGELL, SPELLING: Ingela Storhas, the great-niece of Karin von Wrangell, kindly wrote me several emails. She was 80 years old at the time. “Dear Ms. Dietz, thank you for your message and your interest in my great-aunt and artist Karin von Wrangell. First of all: Our family is centuries old and, as a result, has a very old and simple coat of arms. It depicts a three-pronged black wall on a silver background. The family originates from the former German-Baltic provinces, dating back to the time of the Crusaders. It was originally spelled de Wranguele, then Wrangel; in the nineteenth century, it became fashionable to double the last letter to Wrangell. The family split into several different branches, which settled in Sweden, Russia, Prussia, and finally in the USA. It was inconvenient to maintain this spelling in the respective national languages. Only the branch of the family that remained in the Baltics (Estonia) continued to spell itself Wrangell. Data: Karin von Wrangell, born July 30, 1900, in Alp (Estonia), died June 20, 1979, in Schielberg near Bad Herrenalp.” (email from August 23, 2018) (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1930er Märchenholzbild Marianne Fink? Aschenputtel, Heller-Stil

1930er Marianne Fink: Kniendes Aschenputtel im Heller-Stil [EN] Kneeling Cinderella in Heller Style

HELLER, DER BRAUNE STIFT: Ich habe Klaus Heller, einen Sohn von Magda Heller, im neuen Jahrtausend zu seinen Hellerkunst-Erinnerungen befragen dürfen. Dabei ging es häufig darum, ob eine mir unbekannte Figur von seiner Mutter sein könnte, weil der Zeichenstil ähnlich war. Bei einem Holzbild war sich Klaus Heller einmal sehr schnell sicher, dass es keine Magda-Heller-Figur sein konnte, weil die Konturen mit einem schwarzen Stift gezeichnet waren: „Meine Mutter hat immer einen braunen Stift benutzt“, sagte er vehement. Leider wusste er nicht mehr, was für ein Stift es genau gewesen war. Es wäre schön zu wissen, dass es vielleicht ein Faber-Castell-Stift war, in einem bestimmten Braunton, den es auch heute noch gibt. Dann könnte ich den Stift kaufen und darüber meditieren, wie Magda Heller damals mit solch einem Stift die zarten Gesichtszüge von Kindern auf das Holz gezaubert hat.

🇬🇧 HELLER, THE BROWN PENCIL: Klaus Heller, a son of Magda Heller, grew up with the Hellerkunst art. I am very grateful that he shared his memories with me several times in the new century. Very often this was about the question if a wood picture that was unknown to me, might be from his mother, because it had a similar style. One time he was very sure that a figure could not be his mother’s work because the outlines had been drawn with a black pencil. “My mother always used a brown pencil”, he said vehemently. Unfortunately he didn’t remember what exact kind of pencil it was. It would be lovely to know that it was for example a Faber-Castell pencil in a specific shade of brown that was still available today. Then I could buy this pencil and meditate about how Magda Heller once managed to draw those delicate children’s faces onto the wood with such a pencil. (Buch/25)

1940er Märchenholzbild Chrijo Müller Zwerg, Hut in der Hand

1940er Chrijo Müller: Bunter Gartenzwerg mit Hut in der Hand 23cm [EN] Happy Garden Dwarf Waving with His Hat

CHRIJO MÜLLER: Dieser alte Hersteller erinnert mit seinem bunten und humorvollen Stil ein wenig an Comic-Zeichnungen – zum Beispiel bei der Frau Holle mit der Dirndl-Goldmarie, die sich gegenseitig anschauen. Der Rückseiten-Stempel lautet: „Kunstgewerbl. Werkstätten Chrijo Müller Hann. Münden“ (Niedersachsen). Ich vermute, dass Chrijo Müller in den 1930er-Jahren produziert hat, aber eventuell besteht auch ein Zusammenhang mit Ruth Müller, die die Mini-Stadtansichten „Münden in der Schachtel“ aus Holz hergestellt hat. Allerdings kam Ruth Müller erst 1945 (als Ostflüchtling) nach Hann. Münden. Datiert kenne ich bisher nur eine Kopie des Chrijo-Müller-Nachtwächters mit der Widmung „Weihnachten 1945“. Alle Chrijo-Müller-Motive sind einzigartig, originell und aus besonders dickem Holz gefertigt. Einige weitere Beispiele: Das Schneewittchen, das auf sieben Herzen steht und der Zwerg, der mit seiner Zipfelmütze in der Hand winkt. Weiß jemand mehr über Chrijo Müller? Bitte schreiben Sie mir!

[EN] CHRIJO MÜLLER: This old manufacturer’s colorful and humorous style is somewhat reminiscent of comic strip drawings–for example, the Mother Holle with the Golden Mary, who are gazing at each other. The stamp on the back reads: “Kunstgewerbl. Werkstätten Chrijo Müller Hann. Münden” (Lower Saxony). I believe that Chrijo Müller produced his work in the 1930s, but there may also be a connection to Ruth Müller, who created the miniature wooden cityscapes “Münden in a Box”. However, Ruth Müller didn’t arrive in Hann. Münden until 1945 (as a refugee from the East). So far, I know only one dated copy of the Chrijo Müller night watchman, bearing the dedication “Christmas 1945.” All Chrijo Müller motifs are unique, original, and made from particularly thick plywood. Other examples include Snow White standing on seven hearts, and a dwarf waving his stocking cap. Does anyone know more about Chrijo Müller? Please get in touch! (Buch/25)