1940er Märchenholzbild Mertens-Kunst Zwerg, Seifenblasen, groß

1940er Mertens-Kunst: Großer roter Seifenblasen-Zwerg, Handbemalt 30cm [EN] Large Red Soap Bubble Dwarf *

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LIEBLINGE: Es gibt viele Märchen-Holzbilder, die zu meinen Lieblingen gehören. Ich freue mich immer wieder, wenn ich ein neues Motiv entdecke oder sogar einen neuen Liebling. Mir sind bisher mehrere Tausend Motive bekannt, aber ich bin sicher, dass es noch viele Tausend andere gab, die ich noch nicht kenne. Meist ist eine Figur ein Liebling, weil es ein wunderschönes Motiv ist, aber manche sind auch einfach originell oder lustig, oder sie haben eine anrührende Widmung auf der Rückseite. Viele meiner Lieblinge sind noch komplett handbemalte Exemplare aus dem frühen 20. Jahrhundert, oft noch im Art Deco Stil gehalten.

[EN] FAVORITES: There are many German Wall Figures from the last century that belong to my favorites. I’m always happy when I discover a new motif—or even a new favorite. I’ve known thousands of motifs so far, but I’m sure there are many thousands more I haven’t seen yet. Most of the time, a figure is a favorite because of its beautiful motif, but some old children’s wood plaques are simply funny, original, or they have a touching dedication on the back. Many of my most loved wall figures are from the early 20th century—still completely hand-painted, many of them in the Art Deco style. (Buch/25)

1940er Märchenholzbild Mertens-Kunst Prinzessin auf der Erbse, rot

1940er Mertens-Kunst: Schmale rote Prinzessin auf der Erbse, Handbemalt 21cm [EN] Slim Red Princess and the Pea *

ANDERSEN: Das ist der große Unterschied zwischen den Gebrüdern Grimm und Hans Christian Andersen, dass die Andersen-Märchen zum Genre der „Kunstmärchen“ gehören, ausgedacht von Hans Christian Andersen aus Dänemark (1805–1875), während die Brüder-Grimm-Märchen sehr alte Märchen sind; nach neueren Theorien teilweise nicht nur Hunderte, sondern sogar mehrere tausend Jahre alt. Die meisten Märchen-Holzbilder zu Andersen-Märchen stammen von der Manufaktur Asti-Kunst aus Dänemark (letzte Jahrhundertmitte). Einige Beispiele: Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern, Die kleine Meerjungfrau, Des Kaisers neue Kleider, Das Feuerzeug, Die Hirtin und der Schornsteinfeger und Die wilden Schwäne. Andersen-Märchen-Holzbilder von anderen Herstellern: Die Prinzessin auf der Erbse (Mertens und Ravi), Die Prinzessin und der Schweinehirt (Heller, Hilla, Erika Bartels), Däumelinchen (Mertens, Ravi, Eifelkunst) und Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern (Ravi, Hilla).

🇬🇧 ANDERSEN: The major difference between the Brothers Grimm and Hans Christian Andersen is that the Andersen fairy tales are so-called “artistic fairy tales,“ invented by Hans Christian Andersen from Denmark (1805–1875), while the Brothers Grimm fairy tales are very old fairy tales; according to more recent theories, some are not just hundreds, but thousands of years old. Most Wall Figures based on Andersen fairy tales came from Asti in Denmark. Examples include: The Little Match Girl, The Little Mermaid, The Emperor’s New Clothes, The Tinderbox, The Shepherdess and the Chimney Sweep, and The Wild Swans. Andersen motifs from other manufacturers include: The Princess and the Pea (Mertens and Ravi), The Princess and the Swineherd (Heller, Hilla, Erika Bartels), Thumbelina (Mertens, Ravi, Eifelkunst), and The Little Match Girl (Ravi, Hilla). (Buch/25)

1940er Märchenholzbild Mertens-Kunst Zwerg, Gärtner, gelber Sonnenhut

1940er Mertens-Kunst: Nachkriegs-Gärtner mit gelbem Sonnenhut, Handbemalt 24cm [EN] Post-War Gardener in Bright Colors *

MERTENS, FARBEXPLOSION: Die Manufaktur von Alfred Mertens hatte während des Zweiten Weltkriegs besonders stark – so sehr wie kein anderer der großen Hersteller von Märchen-Holzbildern – unter dem Materialmangel gelitten. Die Figuren aus den Kriegsjahren waren klein, blass und matt, denn besonders der Schutzlack (Firnis) war nicht mehr verfügbar gewesen. Das ist der Grund, warum die Mertens-Holzbilder der ersten Nachkriegsjahre extrem hervorstechen: Alle Farben waren wieder verfügbar, auch der Schutzlack, der die Figuren erst richtig zum Leuchten brachte. Das Kriegsende scheint dem Mertens-Team besonderen Mut gemacht zu haben, denn neben der „Farbexplosion“ (bunter als je zuvor!) gab es auch viele neue, außergewöhnlich schöne Motive!

[EN] MERTENS, COLOR EXPLOSION: The wonderful woodcraft manufacturer Alfred Mertens suffered particularly severely from material shortages during the Second World War—more than any other major producer of German Wall Figures. The Mertens wartime wood plaques were small, pale, and dull, especially because the protective varnish was no longer available. That is why the Mertens wood pictures from the early postwar years stand out so vividly: All colors were available again, including the varnish that made the figures truly shine. The end of the war also seems to have given the Mertens team new courage—besides the “color explosion” (more colorful than ever before!), there were also many new and exceptionally beautiful designs. (Buch/25)

1930er Märchenholzbild Mertens-Kunst Till Eulenspiegel, fragil

1930er Mertens-Kunst: Till Eulenspiegel mit knielanger Narrenkappe, Handbemalt 25cm [EN] Till Eulenspiegel with Knee-Long Jester’s Cap *

TILL EULENSPIEGEL: Der meist im Narrenkostüm (Hofnarr) dargestellte Till Eulenspiegel lebte vor etwa 700 Jahren. In der Stadt Mölln finden regelmäßig die Eulenspiegel-Festspiele statt, die an seine Streiche und seine Klugheit erinnern. Auf den Wandfiguren des 20. Jahrhunderts findet man ihn eher selten. Das schönste Till-Eulenspiegel-Holzbild stammt von Mertens: Es ist eine Art Deco Figur mit sehr langer, filigran ausgesägter Narrenkappe, die ihm fast bis zu den Knien reicht. Da kommt Till Eulenspiegel sogar ohne seine beiden Attribute aus (Eule und Spiegel) und man erkennt ihn trotzdem.

[EN] TILL OWLGLASS: “Till Eulenspiegel” was a very clever jester who lived about 700 years ago in the German town of Mölln. He is most often shown in his jester costume with cap and bells, usually accompanied by an owl and a hand mirror. You’ll not find many German Wall Figures from the last century with this motif, but there are some. The most beautiful one is early Mertens: An Art Deco wood plaque with a delicate jester’s cap that is so long it almost reaches his knees. It’s one of my favorite wall figures! (Buch/25)

1940er Aufsteckfiguren für Geburtstagskranz, Zwerge, beidseitig bemalt

1940er Mertens-Kunst: Geburtstagsring-Figuren mit Musikzwergen, Handbemalt 9cm [EN] Midcentury Birthday Ring Figures with Miniature Music Gnomes *

MINI-FIGUREN: Einige der größeren Märchen-Holzbild-Manufakturen stellten im letzten Jahrhundert auch Figuren in Minigrößen her. Diese Mini-Größen wurden vor allem für die Weihnachtsdekoration hergestellt, als Christbaumschmuck. Man verwendete die teilweise winzigen Größen aber auch für Mobiles, Kinder-Messlatten, Wanduhren, kleine Dioramen, Kerzenhalter, Tischkartenhalter und Ähnliches.

🇬🇧 MINI FIGURES: Many of the large German Wall Figure manufacturers also produced miniature figures in the last century. These were primarily made for Christmas decorations, such as Christmas tree ornaments. These sometimes very tiny figures were also used for mobiles, measuring sticks, wall clocks, small dioramas, candle holders, place card holders, and similar items. (Buch/25)

1940er Märchenholzbild Mertens-Kunst Zwerg, frühes grünes Leuchtmännlein

1940er Mertens-Kunst: Grünes Leuchtmännlein mit Kerzenaura, Handbemalt 23cm [EN] Green Lantern Dwarf with Candle Aura *

MERTENS, ÜBERSICHT: Mertens-Kunst hat über sechs Jahrzehnte lang Märchen-Holzbilder hergestellt, von den frühen 1930er- bis zu den späten 1980er-Jahren. Alfred Mertens wurde am 21.3.1898 in Wiesbaden geboren und starb am 29. Juni 1987 in Hallwangen/Dornstetten. Die ersten Kinder-Wandfiguren von Alfred Mertens entstanden Anfang der 1930er-Jahre in Reutlingen, im „Reutlinger Werkhaus“, einem Kunstgewerbegeschäft, das Alfred Mertens mit seiner Frau Maria Mertens 1928 gegründet hatte. Am 5.10.1936 meldete Alfred Mertens seine Werkstatt im nahe gelegenen Pfullingen an: zunächst Panoramastraße 20, später Bergstraße 15 und ab 1971 Carl-Zeiss-Straße 7. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] MERTENS, OVERVIEW: Mertens-Kunst produced German Wall Figures for more than six decades, from the early 1930s to the late 1980s. Alfred Mertens was born on March 21, 1898, in Wiesbaden and died on June 29, 1987 in Hallwangen/Dornstetten. The first fairy-tale wood pictures by Alfred Mertens were created in the early 1930s in Reutlingen, in the “Reutlinger Werkhaus,” a crafts store founded by Alfred and his wife Maria Mertens in 1928. On October 5, 1936, Alfred Mertens registered his workshop in nearby Pfullingen: first at Panoramastraße 20, later at Bergstraße 15, and from 1971 at Carl-Zeiss-Straße 7. (From the book: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

1940er Märchenholzbild Mertens-Kunst, Küssendes Brüderchen Schwesterchen, grün

1940er Mertens-Kunst: Küssendes Brüderchen und Schwesterchen ,grünes Kleid, Handbemalt 15×17cm [EN] Kissing Little Brother and Little Sister *

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BRÜDER GRIMM ZUM ANFASSEN: Es waren vor allem die Helden der Brüder Grimm, die damals auf den Märchen-Holzbildern verewigt wurden. So ein Geschenk gab einem Kind etwas Solides in die Hand – eine hölzerne Verkörperung seiner Gutenachtgeschichten. Jetzt, im neuen Jahrtausend, gibt es viele Erwachsene, die diese Figuren (wieder) sammeln. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass im heutigen digitalen Zeitalter etwas Festes, etwas Solides, etwas aus dem Natur- und Urmaterial Holz wieder neu geschätzt wird; besonders, wenn es auch noch Kindheitserinnerungen weckt. Erstaunlich ist, dass das selbst bei jenen der Fall ist, die damals gar keine Märchen-Holzbilder von hochwertigen Manufakturen wie Heller, Mertens oder Ravi kannten oder besaßen. Zu Letzteren gehöre ich selbst: Ich habe 2014 zum ersten Mal eine solche Figur in den Händen gehalten, obwohl ich 1963 geboren wurde.

[EN] BROTHERS GRIMM TO HOLD: It was primarily the Brothers Grimm heroes who were immortalized on the German Wall Figures back then. Such a gift gave a child something solid to hold–a wooden embodiment of their bedtime stories. Now, in the new millennium, many adults are collecting these figures again. This is certainly also due to the fact that in today’s digital age, something tangible, something stable, something made from the primal material of wood is newly appreciated–especially when it brings back childhood memories. Strangely enough, this is also true for those who, as children, never knew or owned any of these wood pictures from high-quality manufacturers such as Heller, Mertens or Ravi. I am one of them: I held such a figure in my hands for the first time in 2014, although I was born back in 1963. (Buch/25)

1940er Märchenholzbild Mertens-Kunst Froschkönig, türkis, Wasserfallhaare

1940er Mertens-Kunst: Türkise Froschkönig-Prinzessin mit Wasserfallhaaren, Sperrholz, handbemalt 23cm [EN] Turquoise Frog Princess *

BRÜNHILD SCHLÖTTER: Es könnte sein, dass die berühmte Kinderbuch-Illustratorin Brünhild Schlötter in den 1930er-Jahren einige Entwürfe für Alfred Mertens gemacht hat. Die Ähnlichkeit einiger Märchen-Holzbilder von Alfred Mertens mit den wunderschönen ätherischen Figuren aus Brünhild Schlötters Märchenbüchern ist frappierend – die zarten Linien, das lange Wasserfall-Haar. Weiß jemand mehr darüber? Von Brünhild Schlötter weiß ich bisher nur, dass sie wohl 1911 in München geboren wurde und in den 1930er-Jahren Malerei studiert hat.

[EN] BRUENHILD SCHLÖTTER: It’s possible that the famous children’s book illustrator Brünhild Schlötter created some designs for Alfred Mertens in the 1930s. The resemblance between some of Mertens’s German Wall Figures and the ethereal characters in Brünhild Schlötter’s fairy tale books is striking–the delicate lines, the long, waterfall-like hair. Does anyone know more about this? So far, all I know about Brünhild Schlötter is that she was probably born in Munich in 1911 and studied painting during the 1930s. (Buch/25)

1930er Märchenholzbild Mertens-Kunst, frühes Brüderchen Schwesterchen, rot

1930er Mertens-Kunst: Frühes Brüderchen und Schwesterchen im roten Kleid, Handbemalt 23cm [EN] Little Brother and Little Sister, Red Dress Version *

MERTENS, EPOCHEN: Man kann die Holzbilder von Alfred Mertens in Antik, Jahrhundertmitte und Vintage einteilen. Die antiken Figuren aus den 1930er-Jahren waren komplett handbemalt und hatten teilweise noch Elemente vom Jugendstil oder auch Art Deco Stil. Beispiel: das frühe Sieben-Raben-Schwesterchen mit Haarreif. In der Jahrhundertmitte wurden die Figuren kleiner, was mit dem Materialmangel im Zweiten Weltkrieg zusammenhing und später beibehalten wurde. Die Figuren aus den 1940er-Jahren sind zum größten Teil noch handbemalt, aber spätestens in den 1950er-Jahren begann Mertens-Kunst, die schmalen Grundformen (Gesichter, Hände, Umrisse) aufzudrucken, während der Rest der Figur noch handbemalt wurde – auch die Seitenränder. Zu den Vintage-Figuren zählen all die Holzbilder, die schon vollständig im Siebdruckverfahren hergestellt worden sind – ungefähr ab den 1960er- bis zu den 1980er-Jahren, als schließlich die allerletzten Kinder-Wandfiguren von Mertens erschienen.

[EN] MERTENS, ERAS: You can divide the German Wall Figures by Alfred Mertens into antique, mid-century, and vintage. The antique wood plaques are from the 1930s and completely hand-painted. Some of them also include elements of Art Nouveau and Art Deco style—for example, the early Seven Ravens sister with the hairband. Around the middle of the last century, the figures became smaller due to the material shortages during the Second World War. Most of the 1940s wood plaques were still entirely hand-painted. By the 1950s, however, Mertens-Kunst began printing the slim base shapes—faces, hands, and outlines—while the rest of the figure was still painted by hand, including the edges. The vintage wall figures were fully screen-printed, roughly from the 1960s to the 1980s, when the very last fairy tale motifs were designed by Mertens-Kunst. (Buch/25)

1930er Märchenholzbild Mertens-Kunst, Jugendstil-Mutter mit nacktem Baby

1930er Mertens-Kunst: Jugendstil-Mutter mit nacktem Baby, Handbemalt 20×19cm [EN] Kneeling Mother with Naked Baby *

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AUFHÄNGUNG, NACHTRÄGLICH: Bei vielen der alten Märchen-Holzbildern fehlt inzwischen der Aufhänger. Ich habe schon viele nachträglich verwendete Aufhänge-Methoden gesehen, zum Beispiel ein Lederstreifen mit Loch, kleine Metallplatten mit zwei Nägelchen und einem Metalldreieck, ein einfaches Nagelloch im Holz, mit Pflaster oder sogar Briefmarken aufgeklebte Wolle, Klebemasse von einer Heißklebepistole mit Draht, breite Streifen von doppelseitigem Klebeband oder wiederverwendbare dicke Klebepunkte. Ich selbst benutze den Klassiker – die runden, gummierten Stoffaufhänger mit Metalldreieck von Herma. Nach dem Trocknen stellt man allerdings häufig fest: Das Bild hängt schief. Also präpariere ich die Aufhänger, indem ich sie auf besonders stark klebendes doppelseitiges Klebeband klebe („Tesa, extra strong“) und dann außen das überstehende Klebeband abschneide. Dann hat man einen Aufhänger, den man vorsichtig an einem Nagel testen kann, bis die Figur gerade hängt. Erst dann drücke ich den Aufhänger ganz fest an.

[EN] HANGING, MAKESHIFT: Many old German Wall Figures are now missing their hangers. I’ve seen many makeshift hanging methods: for example, leather strips with a hole; small metal plates with two tiny nails and a metal triangle; simply a nail hole in the wood; wool glued on with a plaster or a postage stamp; glue from a hot glue gun with wire; wide strips of double-sided tape; or reusable thick sticky pads. I personally use the classic method: the round, fabric hangers with the metal triangle from Herma. However, after they’ve dried, you often find the picture hangs crooked. So I prepare the hangers by sticking them onto extra-strong double-sided tape (“Tesa, extra strong”) and then trimming off the excess tape around the edges. This gives you a hanger that you can carefully test on a nail until the figure hangs straight. Only then do I press it down firmly. (Buch/25)