1950er Hellerkunst: Kleiner Hans im Glück mit langer gelber Feder 17cm [EN] Midcentury Small Hans in Luck with Long Yellow Feather (Märchen-Holzbild, German Wall Figure)

HELLER, ÜBERSICHT: Hellerkunst wurde von Magda und Georg Heller 1927 gegründet. In den frühen 1930er Jahren erfolgte der Umzug von Wuppertal nach Dreis in der Eifel. Ab 1966 übernahm der Sohn Ralf Heller die Leitung der Firma. Inzwischen wird die Manufaktur, jetzt „Heller“ genannt, in dritter Generation von Jan Heller geführt, einem Enkel des Gründerpaares. So spannt sich die Hellerkunst-Ära inzwischen über rund hundert Jahre, so lange wie bei keinem anderen Hersteller von Märchen-Holzbildern. Heller war quasi der Erfinder der professionell hergestellten Märchen-Holzbilder: Es wurde eine Ära begründet, die viele Jahrzehnte anhalten sollte.

🇬🇧 HELLER, OVERVIEW: This wonderful manufacturer of German Wall Figures was founded in 1927 by Magda and Georg Heller. In the early 1930s they moved from Wuppertal to Dreis in the Eifel. In 1966, Ralf Heller, a son of the founding couple, took over the management. Hellerkunst is now led by Jan Heller (as of 2025), a grandson of the founders. The name of the workshop was changed to “Heller”. So Hellerkunst has lasted for about 100 years. That is much longer than any other producer of children’s wood plaques. And you can say that Heller was the inventor of the German Wall Figures: They started what became an era that lasted for a great many decades. (Buch/25)

1930er Hellerkunst: Hans im Glück mit Pagenschnitt 26cm [EN] Early Hans in Luck with Pageboy Cut

HELLER, STALLGERUCH: Auf der Website der Manufaktur Heller (vormals Hellerkunst) findet sich im Bereich „Über uns“ ein Hinweis auf die frühen Anfänge des Unternehmens (Stand 12/2025): „Anfang der 1930er-Jahre, mit dem Umzug nach Dreis-Brück in der Eifel in ein altes Bauernhaus, begann Georg Heller dessen kleinen Ziegenstall in eine Werkstatt umzubauen.“ Frühe Hellerkunst-Figuren weisen daher nicht selten einen wahrnehmbaren, unterschiedlich stark ausgeprägten Stallgeruch auf. Dieser ist nicht als Mangel zu verstehen, sondern vielmehr als material- und zeittypisches Merkmal, das auf eine frühe Herstellung und die handwerklichen Produktionsbedingungen der 1930er Jahre verweist.

[EN] Heller, Stable Odor: On the website of the Heller manufactory (formerly Hellerkunst), the section “About Us” includes a note on the early history of the workshop (as of December 2025): “In the early 1930s, with the move to Dreis-Brück in the Eifel into an old farmhouse, Georg Heller began converting its small goat stable into a workshop.” As a result, the earliest Hellerkunst figures often retain a perceptible stable odor, varying in intensity. This should not be regarded as a flaw but rather as a material- and period-specific characteristic, pointing to early production and the craft-based working conditions of the 1930s. (12/5)

1930er Hellerkunst: Leuchtmännlein mit verdeckten Augen, Handbemalt 26cm [EN] Antique Lantern Gnome with Covered Eyes

HELLER, LEUCHTMÄNNLEIN: Das „Leuchtmännlein“ war eines der langlebigsten und bekanntesten Hellerkunst-Motive. Es wurde noch bis Ende des letzten Jahrhunderts hergestellt, da war allerdings aus dem ehemaligen Nacktknie-Zwerg inzwischen ein Hosenzwerg geworden. Somit umspannt die Lebensdauer des roten Heller-Wichtels rund siebzig Jahre. Typisch für diese (tausendfach von späteren Manufakturen und Hobbykünstlern kopierte) Figur ist die erhobene entzündete Laterne. Man findet dieses Märchen-Holzbild schon im allerersten Heller-Katalog aus den 1920er Jahren, da hatte der Sockel unten noch ganz gerade Linien. Später gab es zwei Varianten: Die Augen waren entweder sichtbar oder verdeckt. Die späte Siebdruck-Version hatte keinen Sockel mehr, die Augen waren größer und der Bart war länger geworden.

🇬🇧 HELLER, LITTLE LANTERN DWARF: The Leuchtmännlein is one of the most known German Wall Figures by Hellerkunst. It was still produced by the end of the last century, even when the motif had changed a bit: The former Naked Knees Gnome had become a trousers dwarf. The style change is not surprising when you think about the fact that this motif was produced for more than seven decades. The “Little Lighting Guy” (Leuchtmännlein) was copied thousands of times by later manufacturers as well as hobby crafters. Typical of this red German Wall Figure is the raised lit lantern. It was already shown in the very first Heller catalog in the late 1920s, back then with straight sides at the base. One decade later there were two versions: with visible or with covered eyes. The last “Leuchtmännlein” did not have a base anymore, it was screen-printed, the eyes had become larger and the beard longer. (Buch/25)

1930er Hellerkunst: Winziger Tulpenzwerg und Hans im Glück, Handbemalt, 6cm [EN] Tiny Tulip Dwarf and Hans in Luck

MINI-FIGUREN: Einige der größeren Märchen-Holzbild-Manufakturen stellten im letzten Jahrhundert auch Figuren in Minigrößen her. Diese Mini-Größen wurden vor allem für die Weihnachtsdekoration hergestellt, als Christbaumschmuck. Man verwendete die teilweise winzigen Größen aber auch für Mobiles, Kinder-Messlatten, Wanduhren, kleine Dioramen, Kerzenhalter, Tischkartenhalter und Ähnliches.

[EN] MINI FIGURES: Many of the large German Wall Figure manufacturers also produced miniature figures in the last century. These were primarily made for Christmas decorations, such as Christmas tree ornaments. These sometimes very tiny figures were also used for mobiles, measuring sticks, wall clocks, small dioramas, candle holders, place card holders, and similar items. (Buch/25)

1950er Hellerkunst: Engel „Dezember“ mit kleinem Christbaum, Handbemalt 21cm [EN] Christmas Angel with Tree

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HELLER, FIRMENNAMEN-ERFINDER: Magda und Georg Heller als Hersteller der allerersten Märchen-Holzbilder haben auch den ersten Namen für eine solche Manufaktur erdacht, mit dem Wort „Kunst“ am Ende: Hellerkunst! Wer das später im 20. Jahrhundert alles nachgemacht hat? Sehr viele Hersteller, der berühmteste unter ihnen Alfred Mertens mit Mertens-Kunst. Welche Manufakturen noch das Wort „Kunst“ an ihren Namen gehängt haben? Hier jeweils der Anfang der jeweiligen Namen: Münchner, Eifel, Niedersachsen, Holsten, Ravi, Weha, Asti, Wrangel, Noah und noch viele andere.

[EN] HELLER, BUSINESS NAME INVENTORS: The married couple Magda and Georg Heller, inventors of the very first German Wall Figures, also created the first company name of its kind: Hellerkunst! They added the word “Kunst” (meaning “art” in German) to their name. Who copied this naming idea later in the 20th century? Many manufacturers, the most famous being Alfred Mertens with Mertens-Kunst. Other makers also added “Kunst” to their names: Münchner, Eifel, Niedersachsen, Holsten, Ravi, Weha, Asti, Wrangel, Noah, and many more. (Buch/25)

1940er Hellerkunst: Herbstblatt-Elfe „Gilbhard“, Handbemalt 14×20cm [EN] Blue Fairy on Autumn Leaf

HELLER, HERBSTBLATT-ELFE: Eines der allerschönsten Märchen-Holzbilder von Magda Heller ist die auf einem Herbstblatt schwebende kleine Elfe im kurzen Hoodiekleid. Sie taucht erstmalig im 1930er Hellerkunst-Katalog auf, wo sie den Namen „Gilbhard“ trägt; eine altdeutsche Bezeichnung für den Monat Oktober. Normalerweise hat das kurze Kapuzenkleid der Elfe ein kräftiges Blau, ein Royalblau, aber ich kenne auch eine Variante mit einem helleren Blau. Außerdem gibt es eine winzige Miniversion als Christbaumschmuck, mit roten Wangen und beidseitig bemalt. Die wunderschöne Hellerkunst-Herbstblatt-Elfe wurde häufig kopiert; man sieht die Kopien manchmal mit einem roten Kleidchen.

[EN] HELLER, LEAF FAIRY: One of Magda Heller’s most beautiful German Wall Figures is the little elf child in a short hoodie dress, floating on an autumn leaf. It appears for the first time in the 1930 Hellerkunst catalog, where it bears the name “Gilbhard”; an old German name for the autumn month of October. Normally the short hooded dress has a strong blue, a royal blue, but I also know a version with a lighter blue. There is also a tiny version as a Christmas tree decoration, with red cheeks and painted on both sides. The beautiful Hellerkunst Autumn Leaf Fairy was often copied; you sometimes see the copies with a red dress. (Buch/25)

1940er Hellerkunst: Stehende Sieben-Raben-Schwester mit dicken Zöpfen, Handbemalt 25cm [EN] 7 Ravens Sister with Thick Braids

HELLER, DIE SIEBEN RABEN: Ich kenne bisher genau vier verschiedene Hellerkunst-Wandfiguren zu diesem Märchen. Eines der Holzbilder ist blau, die drei anderen sind rot. Die blaue Figur findet sich im ersten Heller-Katalog aus den 1920er Jahren und zeigt das kniende Schwesterchen. Im Katalog sind alle Motive in schwarz-weiß abgebildet, aber ich habe bisher zwei Exemplare dieser frühen Auflage in den Händen gehalten, und sie sind beide hellblau. Die zweite Sieben-Raben-Schwester aus den 1930er Jahren ist stehend und rot, eine sehr schmale Figur. Um 1950 herum wurde diese Figur überarbeitet: Das Mädchen bekam dickere Zöpfe, der Sockel wurde weiß und die Augen der Raben grün. Etwa in den 1970er Jahren gab es eine neu bearbeitete Version, vermutlich von Ralf Heller entworfen, wo das Schwesterchen wieder kniet wie bei der allerersten Figur, aber weiterhin ein rot-oranges Kleid trägt und zwei ihrer Rabenbrüder auf Hand und Schulter hält, wie es auch bei der zweiten und dritten Variante der Fall war.

[EN]  HELLER, THE SEVEN RAVENS: I’ve known of four different Hellerkunst wood pictures of this fairy tale. One of the wall figures is blue, the other ones red. The blue figure is shown in the 1920s Heller catalog and you see the little sister kneeling. The catalog is in black and white, but I’ve held two of those first figures in my hands and they are both light blue. The second Seven-Ravens-Sister is from the 1930s, the girl is standing and red, a very slim figure. Around 1950 this wood plaque got a little makeover with thicker braids, green eyed ravens and a white base. In the 1970s there was a new version, most likely designed by Ralf Heller, and there the little sister is kneeling again like in the very first figure, but still with a red-orange dress and two of her raven brothers on her shoulder and her hand, like in the second and third version. (Buch/25)

1940er Hellerkunst: Sonderanfertigung großer Flötenjunge mit Spatz, Handbemalt 23×23cm [EN] Special Order Item Flute Boy

SCHAUFENSTERDEKO, SONDERANFERTIGUNGEN: Einige Manufakturen haben um die letzte Jahrhundertmitte herum auch Sonderaufträge angenommen; oft ging es dabei um besonders große Märchen-Holzbilder für die Schaufenster von Spielzeugläden, oft aus dickerem Holz. Von Mertens gab es zum Beispiel die Frau Holle mit Goldmarie und Pechmarie; von Heller stammen unter anderem der riesige Rattenfänger, das schwangere Schneewittchen mit der Zwergenhand auf dem Bauch sowie ein großer weihnachtlicher Lebkuchen-Zwerg. Heller hat auch viele Aushängeschilder für Geschäfte und Hinweisschilder angefertigt, unter anderem für Apotheke, Schwimmbad und Wanderwege. Auch Wandfiguren für Ärzte kenne ich, zum Beispiel eines mit einer Kinderärztin und eines mit Kranken, die gerade nach dem Weg zum Dorfarzt fragen – beides große Sonderanfertigungen. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] SHOP WINDOW DECORATIONS: Some manufacturers of German Wall Figures also took special orders around the middle of the last century, often involving large figures for toy store windows, usually made from thicker wood. For example, Mertens produced figures like Mother Holle/Hulda with Golden Mary and Pitch Mary; Heller’s works include a giant Pied Piper, a Snow White with a dwarf’s hand on her baby belly, and a dwarf with a large gingerbread heart. Heller also created many store signs and informational plaques, for example for pharmacies, public swimming pools, and hiking trails. I also know of wall figures for doctors, such as one with a pediatrician and another featuring sick people asking for directions to the village doctor. (From the book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

1930er Hellerkunst: Schmales Schneewittchen mit hochgesteckten Haaren, Handbemalt 28cm [EN] Slim Snow White with Updo

HELLER, LOGOS: Bei einigen Hellerkunst-Holzbildern aus den 1920er Jahren sind auf der Rückseite die stilisierten Initialen „GH“ eingraviert. Sie stehen für Georg Heller, den Mann von Magda Heller, der ebenfalls ein ausgebildeter Künstler gewesen war. Klaus Heller, ein Sohn von Georg und Magda Heller hat mir bestätigt, dass sein Vater bei seinen sehr frühen Arbeiten diese Signatur mit seinen Initialen GH verwendet hat. Danach kam der silberne Aufkleber mit dem winzigen Schriftzug „Heller-Kunst“. In den 1930er Jahren ging man dann zu dem gebogenen Wort „Hellerkunst“ über und es kamen die berühmten beiden sich überlappenden Tannen dazu, zunächst eingebrannt, später nur noch eingeprägt. Später wurde der Name auf „Heller“ verkürzt und zeitweise ein Papieraufkleber verwendet, mit dem Namen und nur noch einer Tanne darauf. Um die Jahrtausendwende herum kam noch eine Änderung, denn seitdem verzichtet Heller komplett auf eine Kennzeichnung auf den Rückseiten der Märchenfiguren.

🇬🇧 HELLER, LOGOS: Some early Heller wood plaques from the 1920s have the carved initials “GH” on the back. These stand for Georg Heller, husband of Magda Heller, who was also a trained artist. Klaus Heller, their son, confirmed that his father used this “GH” signature on his earliest works. Later came a slim silver sticker with the small label “Heller-Kunst”. In the 1930s, the name “Hellerkunst” appeared in a curved layout, accompanied by the now-famous two overlapping fir trees—first burned into the wood, later just embossed. Eventually, the name was shortened to “Heller” with a paper sticker showing the name and only one tree. Around the turn of the millennium, Heller stopped marking the backs of their wall figures altogether. (Buch/25)

1930er Hellerkunst: Trachtenkinder mit Blumenkranz, “Wonnemond”, Handbemalt 22cm [EN] Tradional Costume Children “May” with Flower Crown

HELLER, STALLGERUCH: Auf der Website der Manufaktur Heller (vormals Hellerkunst) findet sich im Bereich „Über uns“ ein Hinweis auf die frühen Anfänge des Unternehmens (Stand 12/2025): „Anfang der 1930er-Jahre, mit dem Umzug nach Dreis-Brück in der Eifel in ein altes Bauernhaus, begann Georg Heller dessen kleinen Ziegenstall in eine Werkstatt umzubauen.“ Frühe Hellerkunst-Figuren weisen daher nicht selten einen wahrnehmbaren, unterschiedlich stark ausgeprägten Stallgeruch auf. Dieser ist nicht als Mangel zu verstehen, sondern vielmehr als material- und zeittypisches Merkmal, das auf eine frühe Herstellung und die handwerklichen Produktionsbedingungen der 1930er Jahre verweist.

[EN] Heller, Stable Odor: On the website of the Heller manufactory (formerly Hellerkunst), the section “About Us” includes a note on the early history of the workshop (as of December 2025): “In the early 1930s, with the move to Dreis-Brück in the Eifel into an old farmhouse, Georg Heller began converting its small goat stable into a workshop.” As a result, the earliest Hellerkunst figures often retain a perceptible stable odor, varying in intensity. This should not be regarded as a flaw but rather as a material- and period-specific characteristic, pointing to early production and the craft-based working conditions of the 1930s. (12/5)