1950er Hellerkunst: Großer Bäcker-Zwerg mit Brezel und Kuchen, Aushängeschild für Bäckerei, dickes Holz, Handbemalt, 27 × 34 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s Hellerkunst: Large Baker Dwarf with Pretzel and Cake, Bakery Shop Sign, Custom-Made, Hand-painted, 27 × 34 cm, German Wall Figure

WERBEFIGUREN: Viele Hersteller von Märchen-Holzbildern haben Sonderaufträge für Werbung angenommen. Mertens stellte unter anderem Werbeexemplare für folgende Firmen her: Humana, Glücksklee Babykost, Irisette Bettwäsche und das ehemalige Spielwarengeschäft „Spielwaren-Kurtz“ in Stuttgart. Heller hat große Werbeschilder für Geschäfte hergestellt (zum Beispiel Apotheken und Bäcker), aber es gab auch spezielle Auflagen von kleinen Figuren wie beispielsweise eine Mini-Froschprinzessin mit der Aufschrift „75 Jahre Kinderparadies“: Das war vermutlich ein historisches Spielzeuggeschäft oder ein Fachgeschäft für Kinderbekleidung. Von Original Bergischer Engel kenne ich einen alten Schornsteinfeger-Hampelmann mit dem Aufdruck „75 Jahre Spielwaren Roskothen“. Von dieser speziellen Schornsteinfegerin besaß ich ein Exemplar, aber ich habe es Johanna Gruner-Witkop (Gründerin und Künstlerin des Bergischen Engels) bei einem Besuch in Solingen-Wald als Geschenk mitgebracht – es weckte viele Erinnerungen bei ihr.

🇬🇧 FIGURES FOR ADVERTISING: Many producers of German Wall Figures also designed advertising items for other companies. Mertens made advertising for Humana, Glücksklee Babykost, Irisette bed sheets, and the historic toy store “Spielwaren-Kurtz”, among others. Heller fashioned large wooden signs for individual stores, for example bakers and pharmacies. I’ve also known a small Frog Prince princess by Heller that had “75 Jahre Kinderparadies” written on it: Kinderparadies (Children’s Paradise) might have been the name of a mid-century toy store or children’s clothing store. Original Bergischer Engel made hundreds of sweep girl jumping jack toys for “Spielwaren Roskothen”, an old toy store that celebrated 75 years in mid-century: So that store must have been founded before 1900. I had a copy of this sweep girl, but I gave it to Johanna Gruner-Witkop (the founder and artist of the manufacturer Original Bergischer Engel) as a present when I visited her in the new century. (Buch/25)

1940er Hellerkunst: Große hübsche Gänsemagd mit Schürze auf braunem Sockel, Handbemalt, 32 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1940s Hellerkunst: Large Pretty Goose Girl with Apron on Brown Base, Hand-painted, 32 cm, German Wall Figure

HELLER, FIRMENNAMEN-ERFINDER: Magda und Georg Heller als Hersteller der allerersten Märchen-Holzbilder haben auch den ersten Namen für eine solche Manufaktur erdacht, mit dem Wort „Kunst“ am Ende: Hellerkunst! Wer das später im 20. Jahrhundert alles nachgemacht hat? Sehr viele Hersteller, der berühmteste unter ihnen Alfred Mertens mit Mertens-Kunst. Welche Manufakturen noch das Wort „Kunst“ an ihren Namen gehängt haben? Hier jeweils der Anfang der jeweiligen Namen: Münchner, Eifel, Niedersachsen, Holsten, Ravi, Weha, Asti, Wrangel, Noah und noch viele andere.

🇬🇧 HELLER, BUSINESS NAME INVENTORS: The married couple Magda and Georg Heller, inventors of the very first German Wall Figures, also created the first company name of its kind: Hellerkunst! They added the word “Kunst” (meaning “art” in German) to their name. Who copied this naming idea later in the 20th century? Many manufacturers, the most famous being Alfred Mertens with Mertens-Kunst. Other makers also added “Kunst” to their names: Münchner, Eifel, Niedersachsen, Holsten, Ravi, Weha, Asti, Wrangel, Noah, and many more. (Buch/25)

1940er Hellerkunst: „Tischlein deck dich“ mit Sockel, Handbemalt, 27 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1940s Hellerkunst: “The Wishing Table,” Base, Hand-painted, 27 cm, German Wall Figure

TISCHLEIN DECK DICH: Das Brüder-Grimm-Märchen „Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack“ bedient drei menschliche Grundbedürfnisse. Alle drei ergeben, was jeder sich wünscht: 1. Immer genug zu Essen (der Tisch) 2. Immer genug Geld (der Goldesel) 3. Immer genug Schutz gegen böse Menschen (der Knüppel aus dem Sack). Man findet die drei Motive als Hobbyarbeiten (Laubsägearbeiten zum Beispiel nach Vorlagen von Graupner und Dullien). Die Dullien-Vorlage ist ein sehr hohes Holzbrettchen mit dem „Tischlein“ unter einem großen Baum. Als Manufakturen-Arbeiten erschienen die Motive zum Beispiel von Heller und Ravi. Heller hat gleich zwei Figuren zum „Tischlein“ entworfen: Auf beiden sieht man den ältesten Schneidersohn, aber nur auf einem der beiden Tischchen steht eine Weinflasche, und zwar bei der späteren Variante. Insgesamt ist das Motiv aber eher selten auf den Märchen-Holzbildern aus dem letzten Jahrhundert zu finden.

🇬🇧 THE WISHING-TABLE: The Brothers Grimm fairy tale “The Wishing Table, the Gold-Ass, and the Cudgel in the Sack” serves three basic human needs. All three result in what everyone desires: 1. Always enough food (the table) 2. Always enough money (the Gold-Ass) 3. Always enough protection against evil people (the cudgel in the sack). These three motifs can be found as hobby craft figures: The templates came, for example, from Graupner and Dullien. The Dullien template is a very tall wooden board with the „Table“ under a large tree. The motifs appeared as manufacturer-made figures by Hellerkunst and Ravi-Kunst, for example. Heller designed two figures showing the Wishing Table: Both depict the tailor’s eldest son, but only one of the two tables has a wine bottle on it, and that is the later version. Overall, the motif is rather rare on the German Wall Figures from the last century. (Buch/25)

1930er Hellerkunst: Kleiner Sämann auf Feldsockel, Lenzing, Handbemalt 22cm [EN] Little Sower Boy

MONATE-SERIEN: Es gibt mehrere alte Hersteller von Holzbildern, die jeweils eine Wandfigur zu jedem Monat gestaltet haben – teilweise sogar mit wechselnden Motiven über die Jahrzehnte hinweg. Magda und Georg Heller gaben ihren Figuren in den 1930er-Jahren die historischen Monate-Namen, zum Beispiel „Lenzing“ für den März, „Heumond“ für den Juli oder „Neblung“ für den November. Als Motive wurden meistens Kinder gezeigt. Besonders schön ist auch eine Figur von Ravi: das strickende November-Mädchen mit Kerzenschein aus den 1950er-Jahren.

🇬🇧 MONTHS SERIES: Many of the old manufacturers of German Wall Figures created one figure for each month of the year—sometimes even in changing designs over several decades. In the 1930s, Magda and Georg Heller gave their monthly figures the traditional historical month names. Today, even most German people would have to look them up: “Lenzing” means March, “Heumond” is July, and “Neblung” is November. Most of these month figures depict children. A particularly lovely example is by Ravi: the little knitting November girl with the wonderful candlelight from the 1950s. (Buch/25)

1930er Hellerkunst: Verbissener Zwerg beim Hasenrennen, Handbemalt 21x24cm 🇬🇧 Early Bunny Race Dwarf (Märchen-Holzbild, German Wall Figure) *

HELLERKUNST, EPOCHEN: Man kann die Hellerkunst-Figuren in drei Epochen unterteilen; Antik, Jahrhundertmitte und Vintage. Antike Hellerkunst stammt aus den 1920er und 1930er Jahren. Die ganz frühen Bilder hatten meist einen Sockel mit geraden Seiten und spitzen Kanten. Die Heller-Märchen-Holzbilder der Jahrhundertmitte hatten den abgerundeten Sockel und waren bis um 1960 herum noch komplett handbemalt. Dann folgte eine Übergangszeit von Siebdruck plus Handbemalung. Zur Vintage Hellerkunst gehören die späten Siebdruckfiguren Ende des letzten Jahrhunderts: Sie weisen gar keine Handbemalung mehr auf.

🇬🇧 HELLER, ERAS: You can divide the Hellerkunst wood pictures into three eras: antique, mid-century, and vintage. The antique figures are from the 1920s and 1930s, with the very early ones often having a base with straight sides and sharp edges. The mid-century Heller wall figures had rounded bases and were completely hand-painted until about 1960, after which came a transitional period with screen printing plus additional hand-painting. The vintage Hellerkunst figures from the late 20th century were screen-printed only, with no more hand-painting. (Buch/25)

1940er Hellerkunst: Laufender Tulpen-Zwerg, Version mit sichtbaren Augen, handbemalt, 23 cm Handbemalt

MAGDA-HELLER-AUGEN: Das Zeichnen der Gesichter auf den Märchen-Holzbildern aus dem letzten Jahrhundert, besonders das Zeichnen der Augen, war immer das Schwierigste. Magda Heller, die unübertroffene Hellerkunst-Künstlerin, hat diesen Teil der Arbeit meist selbst übernommen. Das Anmalen der Figuren hingegen konnte von den (oft ungefähr dreißig) „Malmädchen“ ausgeführt werden. Selbst in der frühen Siebdruckzeit wurden die Augen (und auch die Hände) bei Hellerkunst noch handbemalt, meist auch noch von Magda Heller persönlich, wie mir ihr Sohn Klaus Heller im neuen Jahrtausend erzählte.

🇬🇧 MAGDA HELLER EYES: Drawing the faces on the German Wall Figures from the last century, especially the eyes, was always the most difficult part. Magda Heller, the unsurpassed Hellerkunst artist, usually handled this part of the work herself. The rest of the painting of the figures, however, could be done by the (often around 30) “painting girls.” Even in the early days of screen printing, the eyes (and hands) were still hand-painted at Hellerkunst, usually by Magda Heller herself, as her son Klaus Heller told me in the new millennium. (Buch/25)

1930er Hellerkunst: Kleinkind-Rotkäppchen im roten Mantelkleid, Handbemalt 23cm 🇬🇧 Little Red Riding Hood in Coat Dress, Antique Bestseller (Märchen-Holzbild, German Wall Figure)

MAGDA-HELLER-AUGEN: Das Zeichnen der Gesichter auf den Märchen-Holzbildern aus dem letzten Jahrhundert, besonders das Zeichnen der Augen, war immer das Schwierigste. Magda Heller, die unübertroffene Hellerkunst-Künstlerin, hat diesen Teil der Arbeit meist selbst übernommen. Das Anmalen der Figuren hingegen konnte von den (oft ungefähr dreißig) „Malmädchen“ ausgeführt werden. Selbst in der frühen Siebdruckzeit wurden die Augen (und auch die Hände) bei Hellerkunst noch handbemalt, meist auch noch von Magda Heller persönlich, wie mir ihr Sohn Klaus Heller im neuen Jahrtausend erzählte.

🇬🇧 MAGDA HELLER EYES: Drawing the faces on the German Wall Figures from the last century, especially the eyes, was always the most difficult part. Magda Heller, the unsurpassed Hellerkunst artist, usually handled this part of the work herself. The rest of the painting of the figures, however, could be done by the (often around 30) “painting girls.” Even in the early days of screen printing, the eyes (and hands) were still hand-painted at Hellerkunst, usually by Magda Heller herself, as her son Klaus Heller told me in the new millennium. (Buch/25)

1930er Hellerkunst: Kleinkind-Rotkäppchen auf gelbem Sockel, Handbemalt 23cm 🇬🇧 Little Red Riding Hood on Flower Base (Märchen-Holzbild, German Wall Figure)

MAGDA-HELLER-AUGEN: Das Zeichnen der Gesichter auf den Märchen-Holzbildern aus dem letzten Jahrhundert, besonders das Zeichnen der Augen, war immer das Schwierigste. Magda Heller, die unübertroffene Hellerkunst-Künstlerin, hat diesen Teil der Arbeit meist selbst übernommen. Das Anmalen der Figuren hingegen konnte von den (oft ungefähr dreißig) „Malmädchen“ ausgeführt werden. Selbst in der frühen Siebdruckzeit wurden die Augen (und auch die Hände) bei Hellerkunst noch handbemalt, meist auch noch von Magda Heller persönlich, wie mir ihr Sohn Klaus Heller im neuen Jahrtausend erzählte.

🇬🇧 MAGDA HELLER EYES: Drawing the faces on the German Wall Figures from the last century, especially the eyes, was always the most difficult part. Magda Heller, the unsurpassed Hellerkunst artist, usually handled this part of the work herself. The rest of the painting of the figures, however, could be done by the (often around 30) “painting girls.” Even in the early days of screen printing, the eyes (and hands) were still hand-painted at Hellerkunst, usually by Magda Heller herself, as her son Klaus Heller told me in the new millennium. (Buch/25)

1940er Hellerkunst: Filigrane kleine Gänsemagd mit filigranem Zweig, Handbemalt, 15 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1940s Hellerkunst: Delicate Small Goose Girl with Delicate Branch, Hand-painted, 15 cm, German Wall Figure

HELLER, ÜBERSICHT: Hellerkunst wurde von Magda und Georg Heller 1927 gegründet. In den frühen 1930er Jahren erfolgte der Umzug von Wuppertal nach Dreis in der Eifel. Ab 1966 übernahm der Sohn Ralf Heller die Leitung der Firma. Inzwischen wird die Manufaktur, jetzt „Heller“ genannt, in dritter Generation von Jan Heller geführt, einem Enkel des Gründerpaares. So spannt sich die Hellerkunst-Ära inzwischen über rund hundert Jahre, so lange wie bei keinem anderen Hersteller von Märchen-Holzbildern. Heller war quasi der Erfinder der professionell hergestellten Märchen-Holzbilder: Es wurde eine Ära begründet, die viele Jahrzehnte anhalten sollte.

🇬🇧 HELLER, OVERVIEW: This wonderful manufacturer of German Wall Figures was founded in 1927 by Magda and Georg Heller. In the early 1930s they moved from Wuppertal to Dreis in the Eifel. In 1966, Ralf Heller, a son of the founding couple, took over the management. Hellerkunst is now led by Jan Heller (as of 2025), a grandson of the founders. The name of the workshop was changed to “Heller”. So Hellerkunst has lasted for about 100 years. That is much longer than any other producer of children’s wood plaques. And you can say that Heller was the inventor of the German Wall Figures: They started what became an era that lasted for a great many decades. (Buch/25)

1930er Hellerkunst: Winziges Kind mit Kappe auf goldenem Halbmond, Handbemalt, 3×3 cm 🇬🇧 1930s Hellerkunst: Tiny Child with Cap on Golden Crescent Moon, Hand-painted, 3×3 cm (Christbaumschmuck, Christmas Tree Decoration)

MINI-FIGUREN: Einige der größeren Märchen-Holzbild-Manufakturen stellten im letzten Jahrhundert auch Figuren in Minigrößen her. Diese Mini-Größen wurden vor allem für die Weihnachtsdekoration hergestellt, als Christbaumschmuck. Man verwendete die teilweise winzigen Größen aber auch für Mobiles, Kinder-Messlatten, Wanduhren, kleine Dioramen, Kerzenhalter, Tischkartenhalter und Ähnliches.

🇬🇧 MINI FIGURES: Many of the large German Wall Figure manufacturers also produced miniature figures in the last century. These were primarily made for Christmas decorations, such as Christmas tree ornaments. These sometimes very tiny figures were also used for mobiles, measuring sticks, wall clocks, small dioramas, candle holders, place card holders, and similar items. (Buch/25)