1950er Mertens-Kunst: Wiegenkind „Eia Popeia“ mit Schwesterchen Mädchen 25 cm
1950s Mertens-Kunst: Cradle Child “Eia Popeia” with Little Sister | German Wall Figure Märchen-Holzbild


1950s Mertens-Kunst: Cradle Child “Eia Popeia” with Little Sister | German Wall Figure Märchen-Holzbild


1950er EW-Figuren: Struwwelpeter mit schwarzen Fingernägeln, Handbemalt 22cm [EN] Shockheaded Peter with Black Finger Nails


EW-FIGUREN: Typisch für diesen Hersteller von Märchen-Holzbildern aus der Mitte des letzten Jahrhunderts sind die wunderschönen großen Augen und der Comic-Stil. Die Entwürfe sind äußerst originell, vermutlich einzigartig, denn ich kenne sie bisher von keiner anderen Manufaktur. Häufig werden Kinder aus Brüder-Grimm-Märchen dargestellt, aber es gibt zum Beispiel auch ein großes Kerzenkind mit einem kleinen Sack-Zwerg, der vermutlich den Sandmann darstellen soll. Besonders ungewöhnlich und sehr auffallend ist der Struwwelpeter mit schwarzen Fingernägeln. Einige Figuren tragen einen DDR-Preisaufkleber, was auf eine Herkunft aus Ostdeutschland hinweist. Wofür steht das Kürzel „EW“? Weiß jemand mehr über diese fast vergessene Manufaktur? Bitte schreiben Sie mir!
[EN] EW FIGURES: The beautifully large eyes and the comic style are typical of the “EW Figures,” who produced German Wall Figures in the middle of the last century. Their designs are extremely original, probably unique, as I have not seen them from any other manufacturer. The Brothers Grimm fairy tale children are often depicted, but there is also a large candle child with a small sack dwarf, likely representing the Sandman. Particularly unusual and striking is the Struwwelpeter with black fingernails. Some figures bear a GDR price sticker, suggesting an East German origin. What does “EW” stand for? Does anyone know more about this great and almost forgotten decorative arts manufacturer? Please contact me! (Buch/25)
1940er Ravi-Kunst: Filigrane Gänsemagd mit Andeutung der ursprünglichen leuchtenden hellblauen Farbe unter der verblassten Patina 22cm [EN] Delicate Goose Girl with Traces of the Original Bright Light Blue Color beneath the Faded Patina


1950er Eva Günther: Frau Holle am Wolkenfenster, Handbemalt, 17 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s Eva Günther: Mother Hulda at Cloud Window, Hand-painted, 17 cm, German Wall Figure


EVA GÜNTHER, OLBERNHAU-IRRTUM: Die Märchen-Holzbilder von Eva Günther trugen auf der Rückseite fast immer das Logo mit den drei Tannen und dem Buchstaben G darunter. Deshalb nenne ich die Manufaktur auch „Drei Tannen G“. Es gibt zwei verschiedene Varianten dieses Stempels. Die häufigere ist sehr detailliert: Die Tannen sind klar erkennbar, und der Waldboden ist durch Schraffur angedeutet. Der zweite Stempel zeigt die drei Tannen stark vereinfacht und stilisiert. Wie ich seit 2024 weiß, steht das „G“ im Stempel für den Nachnamen der Künstlerin, also Günther. Früher hatte ich vermutet, dass die Figuren aus Olbernhau stammen könnten, denn drei Tannen erscheinen im Stadtwappen der Stadt Olbernhau im Erzgebirge (Sachsen). Tatsächlich aber lebte die inzwischen verstorbene Künstlerin in Erfurt, im Bundesland Thüringen.
🇬🇧 EVA GUENTHER, OLBERNHAU MISTAKE: Eva Günther’s German Wall Figures almost always featured a stamp on the back showing three fir trees with a letter G underneath. Because of that, I’ve also referred to her studio as “Three Pines G.” There are two different versions of this stamp. The more common one is very detailed: the trees are clearly recognizable, and the forest floor is indicated by cross-hatching. The second version is much more simplified and stylized. As I learned in 2024, the “G” stands for the artist’s surname, Günther. Previously, I had assumed these figures came from Olbernhau, since this town’s coat of arms in Saxony’s Ore Mountains also shows three fir trees. But in fact, the late artist lived in Erfurt, in the federal state of Thuringia. (Buch/25)
1930er Hosenmatz: Erschrockenes Ski-Mädchen bei der Abfahrt, Handbemalt 13x19cm [EN] Shocked Ski Girl


HOSENMATZ: Von Hosenmatz stammt zum Beispiel die markante rote Raben-Elfe auf dem Ast. Diese Märchen-Holzbilder wirken sehr alt und sind vermutlich aus den 1930er Jahren. Auf den meisten Rückseiten steht: „Original Handarbeit, Hosenmatz, gesch.“ (geschützt). Dieser Kunstgewerbehersteller hatte nicht nur den originellen Namen Hosenmatz, sondern auch sehr originelle Motive, oft mit einem leicht dunklen Rot. Bisher kenne ich keine Brüder-Grimm-Figuren von Hosenmatz; es sind vor allem Kinder und Erwachsene. Beispiele: Die erschrockene rasante Skifahrerin, das Mädchen im gelben Tulpenrock mit kleinen Blümchen, der kleine Enzian-Engel mit den weit ausgestellten Hosen, ein Tanzpaar in Tracht, das tänzelnde Mädchen mit Riesen-Blumenstrauß und der „Partyzwerg“ mit der Glocke. Weiß jemand mehr über diesen schönen alten Hersteller? Bitte schreiben Sie mir!
[EN] HOSENMATZ: A striking figure by Hosenmatz is the red raven elf sitting on a branch. The German Wall Figures by Hosenmatz look very old and probably date from the 1930s. On most of the backs it says: “Original Handarbeit, Hosenmatz, gesch.” (geschützt for protected). This manufacturer had the funny German name “Hosenmatz” which actually means “tiny tot”–and their motifs were rather original, too. The figures show mostly children, teenagers and adults; I haven’t seen the classic Brothers Grimm themes so far. Hosenmatz often uses the color red, in a bright, dark hue. Examples: The fast and frightened ski girl, the girl in the yellow tulip skirt with lots of little flowers, the little gentian angel with bell-bottoms, the dancing couple in traditional costumes, the dancing girl with the giant bouquet of flowers and the party gnome with the bell. Does anyone know more about Hosenmatz? Please get in touch! (Buch/25)
1930er Eifelkunst: Antikes Rotkäppchen als älteres Kind mit weißer Schürze, Handbemalt, 24 cm 🇬🇧 1930s Eifelkunst: Antique Little Red Riding Hood as an Older Child with White Apron, Hand-painted, 24 cm, German Wall Figure


EIFELKUNST, RÜCKSEITEN: Ilse Schneider hat drei Arten von Logos beziehungsweise Stempeln auf den Rückseiten ihrer Märchen-Holzbilder verwendet. Anfang der 1930er-Jahre waren es drei kaum lesbare, stilisierte Buchstaben: Zwei schräg eingeritzte Buchstaben „E“ und „K“ (für Eifelkunst), dazwischen ein „S“ für Schneider, das fast wie ein „Z“ aussah. Später folgte ein gut lesbares, eingeprägtes „Eifelkunst“ – und schließlich ein einfacher Farbstempel, der nicht mehr ins Holz eingeprägt wurde.
🇬🇧 EIFELKUNST, BACKS: Ilse Schneider used three types of logos or stamps on the backs of her German Wall Figures. In the early 1930s, she carved three barely legible letters into the backs: an “E” and a “K” for Eifelkunst, with an “S” for Schneider in between, which almost looked like a “Z”. Later, there was a clearly legible “Eifelkunst” impressed into the wood, and finally a simple ink stamp that was no longer carved in. (9/25)
1930s Alfred Mertens Titelstempel: Early Mother/Madonna with Metal Halo | German Wall Figure Märchen-Holzbild


1960er Weha-Kunst: Wunderschönes Dornröschen mit rosa Mantelkleid und Blumenkranz, Erzgebirge, Siebdruck, 26 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1960s Weha-Kunst: Beautiful Sleeping Beauty with Pink Coat Dress and Flower Crown, Ore Mountains, Screen-printed, 26 cm, German Wall Figure


WEHA, ÜBERSICHT: „Weha“ steht für WEerkstätten HAupt. Diese Kunstgewerbe-Manufaktur wurde 1946, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, offiziell angemeldet. Dresden war zerstört, und der Architekt Fritz Haupt (Geburtsjahr 1913) konnte nicht mehr an seiner Hochschule unterrichten. So gründete er Weha-Kunst, später in Dippoldiswalde (Erzgebirge) ansässig. Weha ist berühmt für die kleinen Blumenkinder, aber es entstanden auch Märchen-Holzbilder. Die ersten Wandfiguren waren noch komplett handbemalt. Später ging man zum Siebdruck über. Einige der sehr frühen Märchen-Holzbilder entstanden eventuell auch schon vor der offiziellen Anmeldung 1946: Sie sollten in einem Kolonialwarenladen im zweiten Weltkrieg verkauft worden sein. Weiß jemand vielleicht mehr darüber? In der DDR war Weha enteignet worden. Der nach dem Mauerfall wiederaufgenommene Betrieb wurde im Frühling 2022 schließlich eingestellt.
🇬🇧 WEHA, OVERVIEW: “Weha” stands for WEerkstätten HAupt. Mr Fritz Haupt (born 1913) was an architect who had lost his job after the Second World War. He had worked at a Dresden University that was destroyed during the war. So he founded his famous workshop in Dippoldiswalde in the Ore Mountains, in 1946. Weha is most famous for their tiny flower girl figures, but they also produced German Wall Figures. The first wood plaques had still been hand-painted; later they switched to screen-printing. In the years that followed the workshop belonged to the communist GDR for several decades. Later the family got the rights of their company back but the business was finally closed down in 2022. (Buch/25)
1930s Alfred Mertens Titelstempel: Hansel und Gretel with black strap bodice | German Wall Figure Märchen-Holzbild


1930er Eifelkunst: Antike sehr große schmale Art Froschkönig-Prinzessin im hellblauen Kleid, Handbemalt, 30 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1930s Eifelkunst: Antique Very Large Slim Frog Prince Princess in Light Blue Dress, Hand-painted, 30 cm, German Wall Figure


ÜBERGRÖSSE: Ungewöhnlich große Figuren wurden eher in den frühen Jahrzehnten der Märchen-Holzbild-Ära hergestellt und sind selbst in dieser Zeit eher selten. Alle Manufakturen gingen schließlich zu den kleineren Versionen über. Beispiel: Von Heller gab es in den 1930er Jahren das sehr große Dornröschen mit dem Thron-Kissen. Um 1960 herum erschien die viel kleinere und schmalere Version: Das Blumenkleid-Dornröschen.
🇬🇧 OVERSIZED FIGURES: Most of the very large and wide wood pictures were produced in the early decades of the German Wall Figures era. Even then, they were rare. All the manufacturers eventually switched to smaller versions. An example: In the 1930s, Heller produced the very large Sleeping Beauty with the throne cushion. Around 1960, Heller made the smaller and slimmer version: The Sleeping Beauty with the flower dress. (Buch/25)