1950er Märchenholzbild German Wall Figure Münchner-Kunst Gestiefelter Kater 26 cm

1950er Münchner-Kunst: Großer Gestiefelter Kater im gelben Cape, Siebdruck, 26 cm Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s Münchner-Kunst: Large Puss in Boots in Yellow Cape, Screen-printed, 26 cm German Wall Figure

WIE HEISSEN DIE DENN JETZT? Die Märchen-Holzbilder aus dem letzten Jahrhundert haben viele Namen; so viele, dass sie eigentlich keinen haben. Ich habe den Genre-Namen „Märchen-Holzbilder“ geprägt, denn es sind Bilder aus Holz, meist mit klassischem Märchenmotiv. Mein englischer Genre-Name beschreibt die zusätzlichen Eigenschaften der „German Wall Figures“: Sie stammen zu 99 % aus Deutschland und sind Figuren, die man an die Wand hängt. Selbst die Hersteller hatten damals unterschiedliche Bezeichnungen für die Figuren. Sie nannten sie damals „Wandfiguren“ (Mertens), „Märchenfiguren“ (Heller), „Märchen-Wandfriese“ (Ravi) oder auch „Kinder-Wandbilder“ (Münchner).

🇬🇧 WHAT ARE THEY CALLED, NOW? The German Wall Figures from the last century have many names—so many that they basically have none. I coined two genre names: The German one is “Märchen-Holzbilder”, which translates to fairy tale wood pictures. The English genre name describes their other key features: “German Wall Figures.” 99% of them (millions, actually) were made in Germany and meant to be hung on the wall. Even the manufacturers used different terms back then: “Wandfiguren” (Mertens), “Märchenfiguren” (Heller), “Märchen-Wandfriese” (Ravi), or “Kinder-Wandbilder” (Münchner). (Buch/25)

1950er Märchenholzbild German Wall Figure Kurt Süß Zwerg 17 cm

1950er Kurt Süß: Gartenzwerg mit Gießkanne und Enzian, Handbemalt, 17 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s Kurt Süß: Gardener Dwarf with Watering Can and Gentian, Hand-painted, 17 cm, German Wall Figure

KURT SÜSS, VOR DER ENTEIGNUNG: Für die historische Kunstgewerbe-Manufaktur von Kurt Süß gab es zwei Phasen, und zwar vor und nach der Enteignung im letzten Jahrhundert durch die DDR. Die frühen Figuren (etwa bis zum Ende der 1950er-Jahre) tragen noch den echten Namen des Eigentümers auf der Rückseite: Kurt Süß, manchmal auch „Kurt Süss“ geschrieben. Nach der Umwandlung in einen VEB tauchte der Name des ehemaligen Inhabers auf den Rückseiten nicht mehr auf. Ein interessanter Aspekt ist jedoch dies: Kurt Süß hat in seiner frühen Phase nicht jedes seiner Märchen-Holzbilder mit einem Stempel versehen. Da die DDR auch die Lagerware von Kurt Süß übernommen hat, könnte es sein, dass eine der alten Figuren später einen VEB-Stempel bekommen hat, obwohl das Holzbild aus der frühen Phase stammte.

🇬🇧 KURT SÜSS, BEFORE THE EXPROPRIATION: There were two phases of the Kurt Süß wood plaques from Meissen; they were either from before or after the expropriation of his workshop by the communist GDR regime in the last century. His early wall figures (roughly up to the end of the 1950s) still carried his name on the back: Kurt Süß, sometimes also spelled “Kurt Süss.” Both would be written “Kurt Suess” without the umlauts. After the expropriation of the company by the GDR, the former owner’s name no longer appeared on the backs. The manufacturer became a so-called “VEB,” a state-owned enterprise. There is an interesting aspect though: even in the first phase, Kurt Süß did not stamp all of his wood pictures. When the GDR took possession of his old stock, they may have added their “VEB” stamp to older figures that had actually been produced before the expropriation of the Kurt Süß company. (Buch/25)

1960er Presspappefigur German Wall Figure Unbekannt DDR? Dornröschen 24 cm

1960er Unbekannt DDR (?): Rosenbogen-Dornröschen als Pressspan-Figur, Handbemalt, 24 cm 🇬🇧 1960s Unknown GDR (?): Rose Arch Sleeping Beauty as Pressboard Figure, Hand-painted, 24 cm

HARTFASER-FIGUREN: Es gibt einige Wandfiguren aus dem letzten Jahrhundert, die nicht aus Holz gearbeitet sind, sondern aus dem Material Hartfaser, manchmal auch Pressspan oder Presspappe genannt. Diese Figuren sind aus Holz, Klebstoff sowie unterschiedlichen Zusatzstoffen zusammengesetzt und haben meist eine geriffelte Rückseite. Ich kenne zum Beispiel zwei Serien von Presspappe-Bildern, die aus der ehemaligen DDR stammen sollen: Die eine Serie besteht aus Märchenmotiven, die andere aus 1970er-Kindern, beispielsweise mit Rollschuhen oder Strickzeug.

🇬🇧 MASONITE FIGURES: There are a few wall figures from the last century that are not made of wood but masonite hardboard. That is a kind of thin pressboard made from pressed wood with glue plus other materials. The figures have a rippled back. There are two series of wall figures made of masonite that are said to be from the former GDR: One series shows the classic Brothers Grimm fairy tales, the other one features children from the Seventies, with roller skates or knitting things. (9/5)

1940er/60er Märchenholzbilder Münchner Kinder-Wandbilder Rie-Bilder Aschenputtel 24+25 cm

1940er/1960er Münchner-Kunst-Vergleich: Küchenfliesen-Aschenputtel, rechts als Rie-Bilder, Handbemalt, 25 + 24 cm, Märchen-Holzbilder 🇬🇧 1940s/1960s Münchner-Kunst Comparison: Kitchen-Tile Cinderella, Right One as Rie-Bilder, Hand-painted, 25 + 24 cm, German Wall Figures

FEUERHOLZ: Wo sind all die alten Märchen-Holzbilder geblieben, wenn sie doch millionenfach hergestellt wurden? Viele wurden natürlich „verspielt“, denn die Figuren waren in erster Linie als Spielzeug gedacht – und wenn sie von Kindern zu sehr beschädigt waren, wurden sie weggeworfen, zum Beispiel beim Aussortieren vor einem Umzug. Und dann war da der eisige Hungerwinter 1946/47 (nach dem Zweiten Weltkrieg), mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad: Es ging ums nackte Überleben, und alles, was brennbar war, wurde als Feuerholz genutzt – auch die schönen Märchen-Holzbilder.

🇬🇧 FIRE WOOD: Where have they all gone, the old German Wall Figures that were once produced by the millions? Many were, of course, worn out through play — after all, they were meant to be children’s toys. So when people moved house, they often threw them away. And then there was the bitterly cold starvation winter of 1946/47 (after the Second World War), with temperatures as low as minus 20 degrees Celsius. It was a matter of survival, and anything that could burn was used for firewood — even the beautiful German Wall Figures. (Buch/25)

1960er Märchenholzbild German Wall Figure Rie-Bilder Aschenputtel 24 cm

1960er Rie-Bilder/Münchner-Kunst: Aschenputtel auf Küchenfliesen, Handbemalt, 24 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1960s Rie-Bilder/Münchner-Kunst: Cinderella on Kitchen Tiles, Hand-painted, 24 cm, German Wall Figure

RIE-BILDER: Die „Rie-Bilder“ waren vermutlich späte Figuren der Münchner-Kunst, aus den 1960er und 1970er Jahren. Sie sind größer, aus dickerem Holz und haben eine geweißte Rückseite. Auf einigen findet man folgenden Stempel: „Rie-Bilder ges. gesch.“ Manche Motive sind fast gleich, zum Beispiel die rote Froschkönig-Prinzessin auf blauem Herz-Sockel: In den 1950er-Jahren 17 cm klein, als Rie-Bilder 27 cm groß. Die Größe, das dicke Holz sowie der halbrunde Wiesen-Sockel erinnern an die frühen „Münchner Kinder-Wandbilder“ aus den 1930er-Jahren. War es ein „Back to the Roots“? Der Name „Rie-Bilder“ könnte von „Riederer“ kommen; die Manufaktur wurde in den 1950er und 1960er Jahren von Gerhard Jaeger und Josef Riederer geführt. Die späteren Besitzer der Münchner-Kunst hießen anders: Emil Knies und danach E. Hübner. Die Abmeldung war am 4.12.1981. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

[EN] RIE-BILDER: The “Rie-Bilder” from the 1960s and 1970s seem to be successors of the Münchner-Kunst. Rie-Bilder are larger, made of thicker wood, and have whitened backs. Sometimes, you can find the stamp on the back: “Rie-Bilder ges. gesch.” Some of the motifs are almost identical, for example the red Frog Prince princess on a blue heart base, which used to be 17 cm tall but became 27 cm as a Rie-Bilder figure. The larger size, thicker wood, and meadow base strongly resemble the early “Munich Art” figures from the 1930s. Could it have been a “back to the roots” approach? The name Rie-Bilder might come from “Riederer,” because the company Münchner-Kunst was managed by Gerhard Jaeger and Josef Riederer in the 1950s and 1960s. However, their successors had very different names: Emil Knies and later E. Hübner. The deregistration was on December 4th, 1981. Does anyone know more about Rie-Bilder (Rie-Pictures) or the Münchner-Kunst? I’d be glad to learn more about them. (From the Book: Vintage German Wall Figures, Die Ära der Märchen-Holzbilder, 2025, Christiane Dietz)

Datum Weihnachten 1941 Märchenholzbild Münchner Kinder-Wandbilder Aschenputtel 25 cm

Münchner-Kinder-Wandbilder mit Datum Weihnachten 1941: Aschenputtel auf Küchenfliesen, Handbemalt, 25 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 Münchner-Kunst with Date Christmas 1941: Cinderella on Kitchen Tiles, Hand-painted, 25 cm, German Wall Figure

MÜNCHNER KINDER-WANDBILDER: „Münchner Kinder-Wandbilder“ war der Name der frühen Münchner-Kunst. Die Sockel waren meist abgerundet und zeigen ein Wiesenmotiv. Diese Märchen-Holzbilder waren recht groß und wurden aus besonders dickem Sperrholz gefertigt. Die meisten stammen aus den 1930er-Jahren; einige Pappe-Figuren vermutlich auch aus den Kriegsjahren: Im Zweiten Weltkrieg war häufig auch das Holz von der Materialknappheit betroffen.

🇬🇧 MÜNCHNER KINDER-WANDBILDER: That was the name of the early Münchner-Kunst. You often found a rounded meadow base and the added word “Handmalerei” (hand-painted) on the back. The pictures were large and made from especially thick plywood. They were produced primarily in the 1930s, but presumably also during the war years, as some wall figures were made of cardboard. During the Second World War, materials often became scarce—in this case, plywood. (Buch/25)

1950er Märchenholzbild German Wall Figure Münchner-Kunst Dornröschen 17 cm

1950er Münchner-Kunst: Kleines schlafendes rosa Dornröschen auf blauem Herzsockel, 17 cm, Märchen-Holzbilder 🇬🇧 1950s Münchner-Kunst: Small Sleeping Pink Sleeping Beauty on Blue Heart Base, 17 cm, German Wall Figure

MÜNCHNER, ERKENNUNGSZEICHEN: Bei den meisten Münchner-Kunst-Figuren (1930er- bis 1970er-Jahre) fehlt der Herstellername auf der Rückseite. Es gab aber ganz typische Sockel bei dieser Kunstgewerbe-Manufaktur: Die großen Figuren hatten oft den unten abgerundeten Wiesen-Sockel (1930er- und frühe 1940er-Jahre; dann erst wieder in den späten 1970er-Jahren). Die (meist kleineren) 1950er- und 1960er-Figuren mit dem typischen Herz-Sockel hatten wohl die höchsten Auflagen; dazu gehören auch die einzelnen Märchen-Holzbilder von Hänsel und Gretel mit dem Lebkuchen-Sockel, ebenfalls eine Spezialität der Münchner-Kunst. Und schauen Sie sich den typischen Stil dieser Manufaktur einmal genauer an: Auch daran erkennt man diesen Hersteller. Ein weiteres Erkennungszeichen: Häufig, wirklich sehr häufig, haben die Holzbilder aus München einen dreistelligen Zahlenstempel auf der Rückseite.

🇬🇧 MUENCHNER, IDENTIFYING MARKS: Most of the 1930s to 1970s German Wall Figures by Münchner-Kunst don’t have the producer’s name on the back. But the bases of the “Munich Art” are very typical and help identify this manufacturer: The large figures often had the meadow base with the rounded bottom (1930s and early 1940s; then again in the late 1970s). The 1950s and 1960s figures with the typical heart base were the greatest bestsellers; this also includes Hansel and Gretel with their gingerbread heart base, another specialty of Münchner-Kunst. What also helps is taking a closer look at the typical drawing style of this manufacturer—that’s another way to recognize them. And very important: often—really very often—the German Wall Figures from Munich have a three-digit number stamp on the back. (Buch/25)

1950er Märchenholzbild German Wall Figure Münchner-Kunst Hänsel Gretel Hexe 22 × 24 cm

1950er Münchner-Kunst: Hänsel und Gretel mit Hexe und großer Tanne, 24×22 cm, Handbemalt, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s Münchner-Kunst: Hansel and Gretel with Witch and Large Tree, Hand-painted, 24×22 cm, German Wall Figure

ÜBERGRÖSSE: Ungewöhnlich große Figuren wurden eher in den frühen Jahrzehnten der Märchen-Holzbild-Ära hergestellt und sind selbst in dieser Zeit eher selten. Alle Manufakturen gingen schließlich zu den kleineren Versionen über. Beispiel: Von Heller gab es in den 1930er Jahren das sehr große Dornröschen mit dem Thron-Kissen. Um 1960 herum erschien die viel kleinere und schmalere Version: Das Blumenkleid-Dornröschen.

🇬🇧 OVERSIZED FIGURES: Most of the very large and wide wood pictures were produced in the early decades of the German Wall Figures era. Even then, they were rare. All the manufacturers eventually switched to smaller versions. An example: In the 1930s, Heller produced the very large Sleeping Beauty with the throne cushion. Around 1960, Heller made the smaller and slimmer version: The Sleeping Beauty with the flower dress. (Buch/25)

1950er Märchenholzbild German Wall Figure Münchner-Kunst Aschenputtel 26 cm

1950er Münchner-Kunst: Pastellfarbenes Aschenputtel auf gelbem Sockel, 26 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s Münchner-Kunst: Pastel-Colored Cinderella on Yellow Base, 26 cm, German Wall Figure

MÜNCHNER, ÜBERSICHT: Der Hersteller „Münchner-Kunst“ existierte etwa ein halbes Jahrhundert lang, von den 1930er- bis 1970er-Jahren, mit mehreren Besitzern. Deshalb verwende ich auch den Genre-Namen „Münchner-Kunst“ für diese Figuren. Auf den frühen Märchen-Holzbildern stand auf der Rückseite häufig „Münchner Kinder-Wandbilder, Handmalerei“. Später gab es manchmal folgende Rückseiten-Namen: „Münchner Kunst und Handwerk“, „Jaeger & Riederer“ sowie „Rie-Bilder ges. gesch.“ Eines der Erkennungszeichen für die Münchner-Kunst der Jahrhundertmitte ist auch folgendes: ein größerer Stempel mit einer dreistelligen Zahl, zum Beispiel „133“ oder „375“.

🇬🇧 MUENCHNER, OVERVIEW: The “Münchner-Kunst” (Munich Art) existed for about half a century, from the 1930s to the 1970s, under several different owners. That’s why I use the genre name “Münchner-Kunst” for these figures. On many early German Wall Figures (fairy tale wood pictures), the back often read: “Münchner Kinder-Wandbilder Handmalerei.” Later on, although more rarely, the following names appeared: “Münchner Kunst und Handwerk,” “Jaeger & Riederer,” and “Rie-Bilder ges. gesch.” A typical mark of Münchner-Kunst around midcentury was also this: a rather large stamp with a three-digit number such as “133” or “375.” (Buch/25)

1950er Märchenholzbild German Wall Figure Paul May Hänsel Gretel 23 cm

1950er Paul May: Pastellfarbene schmale Hänsel und Gretel auf grauem Sockel, 23 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s Paul May: Pastel-Colored Slim Hansel and Gretel on Gray Base, 23 cm, German Wall Figure

PAUL MAY: Die Märchen-Holzbilder von Paul May stammen vermutlich aus den 1950er und 1960er Jahren. Sie fallen oft durch ihre Pastellfarben auf und durch ihre eigenen Motive, zum Beispiel das Schneewittchen mit dem rosa Leibchen, das beide Hände von einem Zwerg hält oder der Kopfwehzwerg unter einem großen Fliegenpilz. Man findet leider nur selten einen Firmen-Hinweis auf der Rückseite. Ich kenne allerdings einen geprägten roten Aufkleber. Auf der kleinen runden Fläche ist viel Text untergebracht: „Paul May Inh. Friedrich May Drechslermstr. [sic] Gegr. 1902 Holzkunst-Werkstatt – Naumburg/S. Neustr. 41“. Die Stadt Naumburg an der Saale liegt im Bundesland Sachsen-Anhalt. Weiß jemand mehr über diesen historischen Hersteller von Märchen-Holzbildern? Bitte schreiben Sie mir!

🇬🇧 PAUL MAY: This producer’s German Wall Figures are most likely from the 1950s and 1960s. They often stand out for their pastel colors and their unique motifs, for example the Snow White in the pink bodice holding both hands of a gnome or the headache dwarf under a large toadstool. Unfortunately, the company’s name is rarely found on the backs of the figures, but I know an embossed red sticker. This small and round sticker contains a great deal of text: „Paul May, Owner: Friedrich May, Drechslermstr. [sic], Founded in 1902, Wood Art Workshop–Naumburg/S. Neustr. 41” (translated). The city of Naumburg an der Saale is located in the German state of Saxony-Anhalt. Does anyone know more about this historic manufacturer of German Wall Figures? Please get in touch! (Buch/25)