1930er Münchner-Kinder-Wandbilder/Münchner-Kunst: Vorkriegs-Aschenputtel mit blondem Zopf, Handbemalt, 27 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1930s Münchner-Kinder-Wandbilder/Münchner-Kunst: Pre-war Cinderella with Blonde Braid, Hand-painted, 27 cm, German Wall Figure

MÜNCHNER, BESITZER: Die Münchner-Kunst stellte im vergangenen Jahrhundert fünf Jahrzehnte lang Märchen-Holzbilder her. Es gab nach und nach vier verschiedene Besitzer mit unterschiedlichen Werkstätten. A) 1938–1947: Karl Jaeger mit Maria Wild, Baumstraße 8 in München (Geschäftsadresse). B) 1947–1956: Gerhard Jaeger mit Josef Riederer, Wittelsbacherstraße 6 sowie Ickstattstraße 16, beides in München. C) Die beiden letzten Inhaber waren Emil Knies und danach E. Hübner. Emil Knies hat noch in der Ickstattstraße produziert; bei E. Hübner ist die Werkstattadresse nicht bekannt.

🇬🇧 MUENCHNER, OWNERS: Münchner-Kunst produced many German Wall Figures in the last century. They existed for about half a century, with four different owners operating from different locations. A) 1938–1947: Karl Jaeger with Maria Wild, Baumstraße 8 in Munich (business address). B) 1947–1956: Gerhard Jaeger with Josef Riederer, Wittelsbacherstraße 6 as well as Ickstattstraße 16, both in Munich. C) The last two owners were Emil Knies and E. Hübner. Emil Knies continued production at Ickstattstraße 16; E. Hübner’s workshop address is unknown. (Buch/25)

1960er Ravi-Kunst: Lachsfarbene Froschkönig-Prinzessin ohne Sockel, Handbemalt 23cm Märchen-Holzbild [EN] Salmon-colored Frog Prince Princess without Base, German Wall Figure

RAVI, HAPTIK-KÖNIGINNEN: Erna Rath und Lisa Viertel von Ravi-Kunst ist es gelungen, die allerschönste Holzbild-Haptik zu gestalten, besonders bei den späteren Figuren aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Die Figuren liegen wunderbar in der Hand, da die Oberfläche so schön glatt ist: Das lag an der Handbemalung und der dicken Lackschicht, aber auch an der hochwertigen, weichen und glatten Holzqualität. So kann man die beiden Ravi-Damen durchaus als Königinnen der Holzbild-Haptik bezeichnen, denn ihre Figuren fühlen sich einfach wunderschön an.

🇬🇧 RAVI, QUEENS OF HAPTICS: Erna Rath and Lisa Viertel of Ravi-Kunst created the most beautiful wood plaque haptics, especially with their later German Wall Figures from the Fifties and Sixties. The figures feel wonderful in your hands, mainly because the surface is so smooth: That is due to the fact that every figure was hand-painted with a thick lacquer layer, but also because of the high-quality, soft, and smooth wood. So you can really call both of the Ravi ladies the queens of haptics: Their wall figures feel wonderful! (Buch/25)

1950er Mertens-Kunst: Strandkind „Sommer“ mit großem orangem Sonnenhut, Siebdruck, 18 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s Alfred Mertens: Beach Child “Summer” with Large Orange Sun Hat, Screen-printed, 18 cm, German Wall Figure

JAHRESZEITEN-SERIEN: Viele Manufakturen haben im letzten Jahrhundert Märchen-Holzbilder zu den vier Jahreszeiten hergestellt. Es waren meist Mädchen und Jungen, die die Kinderkleidung zeigten, die damals gerade in Mode war. Die alten Mädchenkleider der Dreißigerjahre zum Beispiel hatten andere Farben und Schnitte als die Kleider der Siebziger! Von Heller gab es auch eine Jahreszeiten-Reihe mit Zwergen. Dazu gehören folgende Figuren, die alle laufend dargestellt werden: Frühlings-Zwerg mit Tulpe, Sommer-Zwerg mit Rechen, Herbst-Zwerg mit Apfelkiepe und Winter-Zwerg als Sternträger.

🇬🇧 SEASONS SERIES: Many of the old manufacturers produced German Wall Figures that belonged to the four seasons. In most cases those were cute girls and boys sporting the children’s fashion of their decade. Compare for example the girls’ dresses on the wood plaques of the Thirties to those of the Seventies: very different in style and color! Heller also designed a seasons series with dwarfs, all of them walking: spring dwarf with tulip, summer dwarf with rake, autumn dwarf with apple basket and winter dwarf as a star bearer (Sternträger/Sternsinger). (Buch/25)

1950er Mertens-Kunst: Reizendes Schneemannmädchen mit Muff, „Winter“, Siebdruck, 22 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s Alfred Mertens: Lovely Snowman Girl with Muff, “Winter,” Screen-printed, 22 cm, German Wall Figure

JAHRESZEITEN-SERIEN: Viele Manufakturen haben im letzten Jahrhundert Märchen-Holzbilder zu den vier Jahreszeiten hergestellt. Es waren meist Mädchen und Jungen, die die Kinderkleidung zeigten, die damals gerade in Mode war. Die alten Mädchenkleider der Dreißigerjahre zum Beispiel hatten andere Farben und Schnitte als die Kleider der Siebziger! Von Heller gab es auch eine Jahreszeiten-Reihe mit Zwergen. Dazu gehören folgende Figuren, die alle laufend dargestellt werden: Frühlings-Zwerg mit Tulpe, Sommer-Zwerg mit Rechen, Herbst-Zwerg mit Apfelkiepe und Winter-Zwerg als Sternträger.

🇬🇧 SEASONS SERIES: Many of the old manufacturers produced German Wall Figures that belonged to the four seasons. In most cases those were cute girls and boys sporting the children’s fashion of their decade. Compare for example the girls’ dresses on the wood plaques of the Thirties to those of the Seventies: very different in style and color! Heller also designed a seasons series with dwarfs, all of them walking: spring dwarf with tulip, summer dwarf with rake, autumn dwarf with apple basket and winter dwarf as a star bearer (Sternträger/Sternsinger). (Buch/25)

1930er Eifelkunst: Die Wilden Schwäne mit goldenen Kronen mit Rechtsblick, Handbemalt, 23 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1930s Eifelkunst: The Wild Swans with Golden Crowns Looking Right, Hand-painted, 23 cm, German Wall Figure

EIFELKUNST, RÜCKSEITEN: Ilse Schneider hat drei Arten von Logos beziehungsweise Stempeln auf den Rückseiten ihrer Märchen-Holzbilder verwendet. Anfang der 1930er-Jahre waren es drei kaum lesbare, stilisierte Buchstaben: Zwei schräg eingeritzte Buchstaben „E“ und „K“ (für Eifelkunst), dazwischen ein „S“ für Schneider, das fast wie ein „Z“ aussah. Später folgte ein gut lesbares, eingeprägtes „Eifelkunst“ – und schließlich ein einfacher Farbstempel, der nicht mehr ins Holz eingeprägt wurde.

🇬🇧 EIFELKUNST, BACKS: Ilse Schneider used three types of logos or stamps on the backs of her German Wall Figures. In the early 1930s, she carved three barely legible letters into the backs: an “E” and a “K” for Eifelkunst, with an “S” for Schneider in between, which almost looked like a “Z”. Later, there was a clearly legible “Eifelkunst” impressed into the wood, and finally a simple ink stamp that was no longer carved in. (9/25)

1940er Ravi-Kunst: Rosa Engel mit Kometenstern, „Himmelsbote“, Handbemalt, 17 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1940s Ravi-Kunst: Pink Angel with Star, “Messenger from Heaven”, Hand-painted, 17 cm, German Wall Figure

RAVI, ÜBERSICHT: Die Manufaktur Ravi-Kunst existierte von 1940 bis ungefähr 1970, also etwa dreißig Jahre lang. Diese Hamburger Firma wurde mitten im Zweiten Weltkrieg gegründet: Es war eine mutige Frauengründung im Jahr 1940. Aus der Kriegsgründung wurde eine Lebensgrundlage für mehrere Jahrzehnte. So entstanden Tausende von reizenden Märchen-Holzbildern, komplett handbemalt. Der Firmenname setzt sich aus den Nachnamen der beiden Künstlerinnen Erna Rath und Lisa Viertel zusammen: Ra+Vi = Ravi.

🇬🇧 RAVI, OVERVIEW: The arts and crafts producer Ravi-Kunst (Ravi-Art) existed from 1940 to around 1970, about 30 years. This manufacturer from Hamburg was actually founded in the middle of the Second World War, in 1940, and it was a brave women’s initiative. Erna Rath and Lisa Viertel of Ravi-Kunst created themselves a living for several decades and designed thousands of beautiful German Wall Figures, all of them hand-painted. From their surnames they created their company’s name: Ra+Vi = Ravi. (Buch/25)

1940er Eifelkunst: Die wilden Schwäne mit gelben Kronen, Handbemalt 23cm [EN] The Wild Swan Facing Left

EIFELKUNST, PROSPEKTE: Ich kenne bisher insgesamt drei Broschüren aus den 1930er-Jahren von Ilse Schneider, der Besitzerin und Künstlerin von Eifelkunst. Es handelt sich um zwei einfarbige Faltblätter und eines mit einer bunten Gänseliesel. Die beiden frühen Prospekte enthalten noch keine Telefonnummer. Im dritten Faltblatt, etwa von 1938, steht: „Eifelkunst-Werkstatt Schneider, Daun/Eifel, Inh. Ilse Schneider, Postschließfach 25, Telefon 209.“ In den Prospekten sind insgesamt etwa 20 verschiedene Motive von Märchen-Holzbildern zu sehen. Zu den frühen Wandfiguren gehören zum Beispiel Peterchens Mondfahrt auf der umgedrehten Mondsichel, Hänsel und Gretel im Teenageralter und das Rumpelstilzchen im zweifarbigen Cape.

🇬🇧 EIFELKUNST, BROCHURES: So far, I’ve found three brochures from the 1930s by Ilse Schneider, the owner and artist of Eifelkunst. Two are monochrome leaflets, and one features a colorful Goose Girl. The two earlier brochures don’t include a telephone number. In the third leaflet, probably from around 1938, it says: “Eifelkunst-Werkstatt Schneider, Daun/Eifel, Inh. Ilse Schneider, Postschließfach 25, Telefon 209.” The brochures display around 20 different German Wall Figure designs. Among the early wood plaques are, for example, Little Peter’s Journey to the Moon on an upturned crescent moon, Hansel and Gretel depicted as teenagers, and Rumpelstiltskin in a two-colored cape. (Buch/25)

1950er Mertens-Kunst: Kochtopf-Mädchen „Mittag“ mit Herd 21cm 🇬🇧 Porridge Girl with Stove (Kinder-Holzbild, German Wall Figure) *

MERTENS, ÜBERSICHT: Mertens-Kunst hat über sechs Jahrzehnte lang Märchen-Holzbilder hergestellt, von den frühen 1930er- bis zu den späten 1980er-Jahren. Alfred Mertens wurde am 21.3.1898 in Wiesbaden geboren und starb am 29. Juni 1987 in Hallwangen/Dornstetten. Die ersten Kinder-Wandfiguren von Alfred Mertens entstanden Anfang der 1930er-Jahre in Reutlingen, im „Reutlinger Werkhaus“, einem Kunstgewerbegeschäft, das Alfred Mertens mit seiner Frau Maria Mertens 1928 gegründet hatte. Am 5.10.1936 meldete Alfred Mertens seine Werkstatt im nahe gelegenen Pfullingen an: zunächst Panoramastraße 20, später Bergstraße 15 und ab 1971 Carl-Zeiss-Straße 7. (Aus dem Buch: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

🇬🇧 MERTENS, OVERVIEW: Mertens-Kunst produced German Wall Figures for more than six decades, from the early 1930s to the late 1980s. Alfred Mertens was born on March 21, 1898, in Wiesbaden and died on June 29, 1987 in Hallwangen/Dornstetten. The first fairy-tale wood pictures by Alfred Mertens were created in the early 1930s in Reutlingen, in the “Reutlinger Werkhaus,” a crafts store founded by Alfred and his wife Maria Mertens in 1928. On October 5, 1936, Alfred Mertens registered his workshop in nearby Pfullingen: first at Panoramastraße 20, later at Bergstraße 15, and from 1971 at Carl-Zeiss-Straße 7. (From the book: Die Ära der Märchen-Holzbilder, Vintage German Wall Figures, 2025, Christiane Dietz)

1950er Ravi-Kunst: Gartenmädchen mit gebundenem Chinahut, Handbemalt, 22 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1950s German Wall Figure by Ravi-Kunst: Garden Girl with Tied Chinese Hat, Hand-painted, 22 cm

RAVI, FÜNF ATELIERS: Ravi-Kunst stammt aus Hamburg, somit sind alle Straßennamen der Ravi-Werkstätten Hamburger Adressen. Zuerst war Ravi-Kunst im Langenfelder Damm (etwa 1940), dann im Holzdamm (ab 1941, es existiert ein datiertes Atelierfoto von 1942), dann in der Ferdinandstraße, danach in der Kleinen Reichenstraße, und das letzte Atelier befand sich im Hopfensack 6 (etwa 1950 bis 1970).

🇬🇧 RAVI, FIVE WORKSHOPS: Ravi-Kunst was always located in Hamburg, so all the street names of their studios are Hamburg addresses. First they were in Langenfelder Damm (around 1940), then in Holzdamm (around 1941, there is a dated studio photo from 1942), then in Ferdinandstraße, followed by Kleine Reichenstraße, and the last studio was located at Hopfensack 6 (from around 1950 to 1970). (Buch/25)

1940er Ravi-Kunst: Niedliches Regenschirm-Mädchen „Herbst“, Handbemalt, 21 cm, Märchen-Holzbild 🇬🇧 1940s Ravi-Kunst: Cute Umbrella Girl “Autumn”, Hand-painted, 21 cm, German Wall Figure

RAVI, RÜCKSEITEN: Das Alter von Ravi-Kunst-Figuren kann man an den Rückseiten ablesen. Der allererste Ravi-Stempel war sehr groß und lang mit den Wörtern „Ravi-Kunst, handgemalt, Hamburg“. Eine weitere sehr frühe Kennzeichnung war ein aufgeklebter Papierstreifen; erst danach folgte der bekannteste Stempel mit dem jonglierenden Zwerg. Zum Schluss wurden zwei Handstempel benutzt, die nur noch Texte zeigten: Das Motiv der Figur und der Name der Manufaktur.

🇬🇧 RAVI, THE BACKS: The age of Ravi-Kunst figures can be determined by looking at their backs. The very first Ravi stamp was rather large and wide, featuring the words “Ravi-Kunst, handgemalt, Hamburg” (hand-painted, Hamburg). Another very early marking was a white glued-on paper strip; only after that came the most well-known stamp with the juggling dwarf. In the final phase, two hand stamps were used that showed only text: the figure’s title and the name of the manufacturer. (Buch/25)