Besuch in Dresden und im Erzgebirge: Werden dort noch Märchen-Wandfiguren hergestellt?

Vor meiner „Märchenholzbilder-Deutschlandreise“ im Sommer 2017 stand die Frage: Wo fängt man an? Am besten dort, wo man eine Freundin hat, die sich auch für Märchen-Holzbilder interessiert. Und die sich in der Gegend auskennt, wo zu DDR-Zeiten viele Märchenholzbilder produziert worden sind.

Ein Blick auf die Rückseitenstempel der damaligen VEBs (= Volkseigene Betriebe) zeigt uns die Orte in Sachsen, wo damals produziert worden ist. Warum in Sachsen? Weil dort das Erzgebirge ist, denn da wurden die Märchen-Holzbilder in erster Linie produziert. Allerdings nur unter „ferner liefen…“, denn das Erzgebirge war und ist die Heimat der gedrechselten und geschnitzten Figuren. „Gedrechselt“ meint vor allem die kleinen Engelchen, allen voran jene, die von der Firma Wendt und Kühn produziert werden. Die findet man in fast jedem der wohl locker über 100 Kunstgewerbe-Läden in Dresden und Umgebung. Neben den größeren Nussknackern, Räuchermännchen und den „Ender-Engeln“ mit einem Kerzenhalter in jeder Hand.

Wir aber waren auf der Suche nach Märchen-Holzbildern. Mit einem Gänseliesel-Holzbild zum Vorzeigen im Rucksack. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, ein Holzbild zum Anfassen noch mehr. Außerdem hatten wir ein großes Handy mit vielen Fotos und das sichere Wissen, dass unsere Holzbilder in den 1950er bis in die 1980er Jahre hier in der Gegend hergestellt worden waren. Damit bewaffnet zogen wir los und fragten viele nette Leute.

Und das Fazit? Es existieren nur noch wenige der Betriebe, in denen damals Märchenholzbilder hergestellt worden sind. Und kein einziger davon produziert sie noch. Was uns vor allem wunderte war, dass kaum jemand in den Betrieben sich überhaupt an Märchenholzbilder erinnert.